Löwen auf gutem Weg und mit herzhaftem Offensivfußball - Radler will Reserve verstärken

AUS DEM TRAININGSLAGER IN KIRCHHEIM: Das Team von Trainer Matthias Hamann reflektiert zwei Wochen nach Trainingsstart auf die neue Saison 2005/2006 auf einem guten, dem richtigen, Weg zu sein und ist im Plansoll. Das Trainingslager-Quartier, besonders Dank der Kontakte des 1. Vorsitzenden Jens Rose ermöglicht, im und um das Seepark-Hotel in Kirchheim, in ländlicher, idyllischer, wenn auch unmittelbarer, doch keineswegs störender, Nähe des Autobahnkreuzes Kirchheim, ist eine vorzügliche Wahl und erhält bei allen Beteiligten im Löwen-Tross (Anm.: die verletzten Armand Dellova, Markus Krause und Dominik Suslik reisten nicht mit) breite Zustimmung und Bestnoten.

Die rundum positive Resonanz bei Halbzeit des mehrtägigen Trainingslagers (geht bis Sonntagnachmittag) und viel "Schweiß und Fleiß" (zwei Trainingseinheiten pro Tag), kann dabei auch nicht durch die Geschehnisse getrübt werden, dass der taufrische Neuzugang Francis Bugri noch nicht spielberechtigt ist und Christoph Keim, Torbjörn Warneke, Goce Malinov (Adduktorenproblem) und - seit Freitagabend - Mirko Dickhaut (Fersensporn) angeschlagen sind.

Der 34jährige Ex-Profi mußte daher auch das Testspiel gegen den Landesligisten SV Asbach-Bad Hersfeld kurz vor der Halbzeitpause verletzungsbedingt abbrechen. Bis dato harmonierte der Routinier im defensiven Mittelfeld prächtig mit dem sich von Spiel zu Spiel stetig steigernden Spielmacher Marc Arnold.

Überhaupt überzeugte die Elf um Kapitän und Abwehrchef Thorsten Schönewolf vor den Augen des in Bad Hersfeld wohnhaften Ex-Bundesliga-Trainers Hans Meyer (derzeit noch in Funktion als Talent-Scout für Hertha BSC).

Meyer war sichtlich angetan vom herzhaften Offensivfußball und den flüssigen Kombination samt beachtlicher Spielanlage der Löwen, die den SVA, der in der bevorstehenden Landesliga-Saison, wo die Gastgeber im übrigen ja bereits am ersten Spieltag in Kassel auf Aufsteiger KSV Hessen II treffen, den Oberliga-Aufstieg anpeilen.

Mit variablem Flügelspiel brachten die Beyer, Gölbasi und Co. in der 1. Halbzeit ihren Gegner von einer Verlegenheit in die andere.

Einziges Manko: die magere Torchancenausbeute! So scheiterten wiederholt das kongeniale, engagierte Angriffs-Duo Julio Cesar da Rosa und Thorsten Bauer (u.a. per Kopfball, den ein Hersfelder kurz vor der Torlinie klärte) sowie Marc Arnold (16-Meter-Volleyschuß an die Torlatte) und der aufgerückte Thorsten Schönewolf nach präzisem Arnold-Eckball und verpaßten den längst überfälligen Führungstreffer, was fast noch bestraft worden wäre, als die SVAer bei einem ihrer wenigen Entlastungs-Angriffe eine hochkarätige Kopfballchance ausließen.

Den Bann brach schließlich Julio Cesar da Rosa in ebenso typischer wie unwiderstehlicher Manier. Auf Linksaußen hatte sich der flinke Brasilianer, dessen Deutsch-Kenntnisse enorme Fortschritte machen, an der Strafraumlinie von zwei zaudernden Gegnern den Ball erobert, um sich dann unaufhaltsam und entschlossen gegen die Hintermannschaft durchzusetzen und mit sattem Schuß zum 0:1 (31.) zu vollenden.

Nach einer weiteren Großchance des agilen Nürnberger Neuzuganges Martin Wagner (34.) blieb es bei der ebenso mageren wie hochverdienten Löwen-Führung zur Pause.
Mit Wiederanpfiff nahm der SV Asbach-Bad Hersfeld auch aktiv am Geschehen teil und verzeichnete eigens Spielanteile, während bei dem zum Einsatz kommenden 12-Mann-Kader der Löwen auch in Anbetracht der Trainings-Belastung zunehmend die Kräfte schwanden.

Dennoch verzeichneten sie nachwievor die besseren Torchancen und ermöglichten Christian Kirbus nicht nur viel Beschäftigung, sondern auch, dass sich der reaktionsschnelle SVA-Keeper auszeichnen konnte.

Mitte der zweiten Halbzeit beispielsweise: nach feinem Doppelpass des "linken Löwen-Tandems" Wagner/Schönewolf, flankte Carsten Schönewolf mustergültig auf Daniel Beyer, der freistehend gleich zwei Mal per Direktabnahme an Kirbus scheiterte, und auch Thorsten Bauer fand im Nachschuß im SVA-Schlußmann seinen Meister.

Zu allem Überfluß stellten die Gastgeber auch noch den Spielverlauf auf den Kopf und wandelten den 0:1-Rückstand per Doppelschlag durch den Ex-Fuldaer Christian Pfeiffer (48. sowie per Elfmeter, 82.) in eine 2:1-Führung herum.
Doch die Hamann-Mannen nahmen es als (psychologische) Prüfung an, mobilisierten Reserven und - womöglich von unschätzbarem Wert für den künftigen Saison-Verlauf - kamen auf der Spiel-Zielgeraden eindrucksvoll zurück.

Nima Latifiahvas köpfte nach feiner Flanke von Carsten Schönefeld zum 2:2 (85.) ein und in der Schlußminute ließ sich der inzwischen hochmotivierte Julio Cesar da Rosa, dem zuvor ein Strafstoß verwehrt wurde, einen an Thorsten Schönewolf verursachten Foulelfmeter zum 3:2-Siegtreffer nicht nehmen.

<u>Es spielten:</u>
Stollberg - Gölbasi, Schönewolf, Cihan - Beyer, Dickhaut (40. Latifiahvas), Arnold, Schönewolf, Wagner - Bauer, Cesar da Rosa.

<u>Fazit:</u> ohne das Resultat überzubewerten, eine, insbesondere in der 1. Halbzeit, gelungene Darbietung, die "Lust auf mehr" macht und obendrein bewies die Mannschaft Moral!

<u>Zehnter Neuzugang - Talent Pascal Groß</u>

Anschließend lief das Team von Trainer Hamann, der in diesem Test vor allem die Order nach "Kompaktheit im Spiel" an seine Akteure ausgab, freiwillig aus und begrüßte beim anschließenden Buffet der gastfreundlichen "Hausherren" auch offiziell einen weiteren Neuzugang.

Es ist der 18jährige Pascal Groß, der seit Tagen bei den Löwen mittrainiert und eben beim SV Asbach-Bad Hersfeld zuletzt zwei Jahre in der A-Jugend kickte. Auch einige Landesliga-Einsätze in der 1. Mannschaft kann der talentierte, ehrgeizige Mittelfeldspieler und Zopf-Träger vorweisen. Pascal Groß wohnt bereits in Kassel und erhält einen Zwei-Jahres-Vertrag.

<u>Nico Radler setzt Prioritäten</u>

Aus dem Oberliga-Kader freiwillig zurück gezogen hat sich Nico Radler (siehe Foto). Der dienstälteste Löwe im Team, als Identifikationsfigur bei den Fans überaus beliebt, begründet seine Entscheidung wie folgt: "Ich kann meinen Beruf und den Fußball nicht mehr beiderseits 100prozenit ausüben.

Der Job leidet darunter, somit auch der Fußball und demzufolge wiederum die Familie. Das kann und darf nicht sein." Die Vereins-Verantwortlichen und Trainer Matthias Hamann begegnen dem, laut Nico "für mich schweren Entschluss", mit großem Respekt.

"Nico wird bei uns immer willkommen sein und wir werden den Kontakt halten," so der Löwen-Coach. Der 28jährige Mittelfeldspieler bleibt ein bekennender Löwe (Zitat: "mein Herz schlägt für diesen Verein") und will der zweiten Mannschaft, die ebenfalls im Trainingslager in Kirchheim weilt, in der Landesliga zur Verfügung stehen.

Damit ist - nebenbei bemerkt - Julio Cesar da Rosa der dienstälteste Löwe im Oberliga-Kader.

<u>Neuer Mannschafts-Rat gewählt</u>

Am Rande des Trainingslager-Aufenthaltes wurde seitens der Spieler auch ein neuer Mannschafts-Rat (das Bindeglied zwischen Trainer und Akteuren) gewählt. Er konstituiert sich künftig mit: Marc Arnold, Thorsten Bauer, Mirko Dickhaut, Christoph Keim und Thorsten Schönewolf.

<u>KSV Hessen am Sonntag in Niederaula</u>
Zum Ende des Trainingslagers gastiert die Elf von Matthias Hamann am Sonntag um 15.30 Uhr im Hattenbergstadion in Niederaula und trifft dort auf den Bezirksoberligisten SG Niederaula/Hattenbach.

<i>Herbert Pumann
Presse-Referent KSV Hessen, 16. Juli 2005</i>

Veröffentlicht: 16.07.2005

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Datum des Ausdrucks: 18.07.2019