Ingolstadt auswärts ein Gigant

KSV HESSEN - FC INGOLSTADT 04 Der FC Ingolstadt als Auswärtsgigant. Drei Spiele hat der Regionalliga-Neuling, nächster Gegner des KSV Hessen (16.09.2006, Auestadion, 14.30 Uhr) bisher in der Fremde bestritten und dabei in Siegen, Pirmasens und Wehen zusammen neun Punkte eingefahren. Ein perfekter Start für die Süddeutschen auf fremden Plätzen also.

Diese Bilanz deutet auf eine Truppe hin, die den Konterfußball beherrscht. Hinten wird der Laden dicht gemacht und vorne geht mit der schnellen Spitze Mark Römer (bislang beim Zweitliga-Aufsteiger FC Augsburg aktiv) die Post ab. Der Klub aus der Audi-Stadt belegt zurzeit mit zwölf Punkten den sechsten Platz.

Manko: Die Heimschwäche. Einem Sieg (über 1860 München II) stehen drei zum Teil deftige Pleiten gegenüber. Das wurmt die Verantwortlichen des Klubs, die über einen Etat von immerhin 3,3 Millionen Euro verfügen, der dritthöchste Etat der Liga überhaupt (zum Vergleich: der KSV rechnet mit Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 1,3 Millionen Euro).

Der FC Ingolstadt ging aus der vor zweieinhalb Jahren erfolgten Fusion der beiden Traditionsvereine MTV und ESV hervor. Und seitdem geht es bergauf. Schon im dritten Jahr nach der Verschmelzung gelang der Aufstieg in die dritte Liga. Die Begeisterung in der 100 000-Einwohnerstadt hielt sich allerdings - anders als in Kassel beim Aufstieg - in Grenzen.

Weil der Klub im Gegensatz zum Eishockeyklub ERC in Ingolstadt eher ein Schattendasein fristet. So hatten nur rund 100 Fans ihren FC im Mai zum entscheidenden Aufstiegsspiel nach Burghausen begleitet. In der Dritten Liga verfolgen im Schnitt nur etwa 800 Zuschauer die Heimspiele des FC. Dabei ist das Team nach dem Aufstieg in großem Umfang verstärkt worden.

So wurden neben dem erwähnten Römer (31) mit Verteidiger Oliver Schmidt (32, Augsburg) und den Mittelfeldspielern Herbert Obele (25), George Mbwando (30, beide Regensburg) sowie Ralf Kreidel (29, Ahlen) vier weitere Zweitligaprofis verpflichtet.

Ziel des FC Ingolstadt ist es, oben mitzuspielen. Vielleicht reicht es sogar für ganz oben. Immerhin gehörte die Mannschaft von Trainer Jürgen Press schon vor dem Saisonstart zum Kreis der Mitfavoriten auf den Aufstieg in die zweite Bundesliga. (bre)

<i>HNA-Sportredaktion, 16.09.06</i>


<b>Vor dem Anpfiff:</b>

Personal: Der KSV muss weiterhin auf Dominik Suslik und Marc Arnold verzichten. Jan Fießer kehrt in die Startformation zurück, und Mirko Dickhaut muss zunächst auf der Bank Platz nehmen.

Aufstellung: Das 4-2-3-1-System hat sich bisher bewährt, sodass Trainer Matthias Hamann natürlich daran festhält. So ist Thorsten Bauer weiterhin die einzige Sturmspitze, und Julio Cesar bleibt zunächst draußen.

Formbarometer: Trotz der Niederlage in Stuttgart ist die Abwehr das Prunkstück der Löwen. Torwart Oliver Adler, Turgay Gölbasi und Thorsten Schönewolf spielen bisher überragend. Aber auch Thorsten Bauer ist trotz manchmal fehlender Unterstützung gut drauf.

Personal: Mit Mbwando und Tölcseres fehlen zwei Akteure, die Trainer Jürgen Press gern in der Startelf aufbieten würde. Auch Kroll, Holm und Buchner sind verletzt.

Aufstellung: Lutz hütet das Tor, im Mittelfeld soll Horz Regie führen, Römer glänzt als Vorbereiter, aber das Prunkstück ist die Abwehr mit Schmidt und Wenczel als herausragenden Akteuren.

Formbarometer: Der FC Ingolstadt ist auswärts gut und zu Hause eher schwach in die Saison gestartet. Auswärtsspiele liegen den Bayern besser, weil sie - ähnlich wie der KSV - eine Kontertaktik bevorzugen. Allerdings liefen die Konter oft über Tölcseres, aber der wird wohl heute im Auestadion nicht dabei sein.

<i>HNA-Sportredaktion, 16.09.06</i>

Veröffentlicht: 16.09.2006

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Datum des Ausdrucks: 20.09.2019