Löwen trauern um Holger BrĂŒck

Vereinsikone verstorben

Es ist eine Nachricht, die die KSV-Familie erschüttert: Der Vereinsmitbegründer Holger Brück ist am Sonntag im Alter von 78 Jahren nach langer schwerer Krankheit verstorben. Ohne Brück würde es die Löwen in der heutigen Form nicht geben. Nach dem Exitus des FC Hessen im Winter 1997/98 zog er die Fäden, nutzte seine Kontakte und gründete den KSV Hessen am 3. Februar 1998 neu.

Es war damals wie Steine klopfen. Nach zwei Insolvenzen, 1993 der "alte" KSV, 1998 der FC Hessen, mussten die Löwen wieder ganz unten, in der Kreisliga A anfangen. Brück packte an, gründete den Verein neu, wurde Präsident, aquierierte Sponsoren und baute eine Manschaft zusammen, die bis 2002 viermal in Folge aufsteigen konnte. Nebenbei kam er im Alter von 51 Jahren auch noch - zusammen mit seinem Sohn Sebastian - zu Einsätzen in der ersten Mannschaft, wenn bei dieser Spieler fehlten.

Als "sein Baby" laufen konnte, zog er sich in den Aufsichtsrat zurück und überließ Jens Rose den Vorsitz. Brück blieb viele Jahre ein verlässlicher und wichtiger Rat- und Impulsgeber. Mit seiner bescheidenen, freundlichen und zuverlässigen Art war er ganau der richtige, um dem KSV wieder ein sympathisches und seriöses Gesicht zu geben. Und wenn mal ein Trainer entlassen werden musste, sprang Brück ein - so wie er es oft in seinem Leben getan hat.

Brück, der 1947 im Philosophenweg, unweit vom heutigen Auestadion, zur Welt kam, war ein begnadeter Fußballer. 1958 bestritt er für die D-Jugend sein erstes Spiel im KSV-Trikot, 1968 debütierte er in der Regionaliga-Mannschaft, die damals noch zweitklassig war. Dort glänzte er als blondgelockter Libero und ging 1972 zu Hertha BSC Berlin in die erste Bundesliga. Die Hertha war damals ein Spitzenclub, spielte mit Brück im Europapokal und stand im DFB-Pokal-Finale. 1981 wechselte er für einige Monate nach Kanada in die Profiliga, bevor er zurück nach Nordhessen kam und bald ein Sportgeschäft am Leipziger Platz eröffnete. Nach fünf Jahren als Spielertrainer bei Eintracht Baunatal kam er 1987 zurück zu den Löwen. Mit 41 Jahren stieg er mit dem KSV in die zweite Bundesliga auf und kam dort in der Saison 1989/90 noch zu fünf Einsätzen. Auch im fortgeschrittenen Alter glänzte er noch mit feiner Technik und einer fantastischen Übersicht. Beim FC Hessen trainierte er die erste und die zweite Mannschaft, bevor mit der Vereinsneugründung der Löwen seine wohl schwerste Mission startete.

In den letzten Jahren wurde es um Holger Brück ruhiger. Eine schwere Krankheit zwang ihn zum Rückzug, der Sitzplatz im Auestadion neben seiner Frau Ursula, die weiter zu jedem Spiel der Löwen ging, blieb leer. Nun ist ein großes Löwen-Herz für immer verstummt. Der KSV Hessen trauert um die wohl größte Persönlichkeit seiner Club-Geschichte und spricht hiermit seiner Familie sein Beileid aus.

Oliver Zehe

Veröffentlicht: 20.07.2026

© KSV Hessen Kassel e.V.
Datum des Ausdrucks: 21.07.2026