Von Beginn an gelang es dem KSV nicht, ausreichend Kontrolle in den eigenen Ballbesitzphasen zu entwickeln. Zu schnelle und unnötige Ballverluste brachten die Gastgeber immer wieder in Bedrängnis. Der FSV nutzte diese Fehler konsequent und ging verdient in Führung, ohne sich dabei zunächst eine Vielzahl klarer Torchancen herausspielen zu müssen. Auch die Zahlen unterstreichen die Frankfurter Überlegenheit im ersten Durchgang. Der KSV kam vor der Pause lediglich auf rund 30 Prozent Ballbesitz und spielte etwa 80 Pässe weniger als der Gegner. Besonders bitter waren die beiden Gegentreffer kurz vor dem Halbzeitpfiff. Innerhalb weniger Minuten erhöhte der FSV auf 4:1 und sorgte damit bereits vor der Pause für eine Vorentscheidung. Der deutliche Rückstand stellte auch mental einen schwierigen Einschnitt für die Kasseler Mannschaft dar.
Nach dem Seitenwechsel zeigten die Junglöwen jedoch eine Reaktion. Durch taktische Anpassungen und einen veränderten Spielaufbau gelang es dem KSV, den Ball länger in den eigenen Reihen zu halten und die Partie insgesamt ruhiger und ausgeglichener zu gestalten. Die Ballbesitzquote stieg in der zweiten Halbzeit auf über 50 Prozent. Zudem spielte der KSV nach der Pause deutlich mehr Pässe als Frankfurt und ließ weniger klare Torchancen des Gegners zu. Die größere Kontrolle führte allerdings nur selten zu gefährlichen Aktionen im letzten Drittel. Über die gesamte Spielzeit verzeichneten die Junglöwen lediglich einen Torabschluss, der zum zwischenzeitlichen Ausgleich führte. Frankfurt blieb dagegen effektiv und erzielte im weiteren Spielverlauf zwei zusätzliche Tore zum 1:6-Endstand.
Am Ende steht eine verdiente Niederlage gegen die bislang stärkste Mannschaft, auf die der KSV im bisherigen Saisonverlauf getroffen ist. Über weite Strecken waren die Junglöwen dem Gegner unterlegen und konnten offensiv kaum Gefahr entwickeln. Trotz des deutlichen Ergebnisses lieferte insbesondere die zweite Halbzeit wichtige positive Ansätze. Die Mannschaft zeigte, dass sie auch nach einem schwierigen ersten Durchgang bereit ist, sich zurückzukämpfen, taktische Vorgaben umzusetzen und mutiger mit dem Ball zu agieren. Genau an dieser Reaktion gilt es nun anzuknüpfen.
Cheftrainer Jan Leimbach nach dem Spiel: „Solche Spiele gehören zur Entwicklung einer jungen Mannschaft dazu. Sie zeigen deutlich, in welchen Bereichen noch Arbeit vor uns liegt, gleichzeitig bieten sie die Chance, daraus zu lernen und den nächsten Schritt zu machen. Im Training wird der Fokus weiter auf der Stabilität im eigenen Ballbesitz, der körperlichen Robustheit in der Ballbehauptung, schnelleren Entscheidungen und einem zielstrebigeren Spiel in das letzte Drittel liegen…“
Aufstellung:
Cucuz (36. Kschischan), Wrona, Braun, M. Werner (51. Salinas Rivas), Ferreira da Mota (51. Sahitaj), Dwai, Euteneuer, Beimdiek (51. Eisfeld), Potorac (18. Schwab), Fenske, T. Werner
Auch im Team:
Köditz, Just
Tore:
0:1 Manger (12.), 1:1 Dwai (13.), 1:2 Fisher (15.), 1:3 Manger (34.), 1:4 Douzi (35+2.), 1:5 Lokmic (48.), 1:6 Pak (61.)
Bericht: Alexander Braun
Bilder: Jeanette Kschischan
Veröffentlicht: 16.09.2026









































