Leidenschaftliche Löwen

KABINENGEFLSTER - FOLGE 45
Zur Zeit knnte mit Blick auf die Baustelle am Auestadion das Kabinengeflster auch Containergeflster lauten. Fest steht, dass die Lwen leidenschaftlich sind und leidenschaftlichen Einsatz zeigen, um dabei auch Herz zu zeigen. Viel Freude mit Folge 45.

Löwen mit L wie Leidenschaft... reflektierten am Samstag auf die begeisternd mitgehenden 5.700 Zuschauer (Osttribünen- und Löwen-Fanblock-Dialog samt Echo funktionierte) im Auestadion. Nachdem beim 2:2 im Hinspiel in der Commerzbank-Arena noch die Eintracht überlegen war, sah das Partie-Protokoll diesmal an Spiel- und vor allem Torchancen-Anteilen den KSV Hessen vorn.

Big Brother lässt grüßen...die derzeitge Übergangs-Kabinen
zoomBig Brother lässt grüßen...die derzeitgen Übergangs- Kabinen am Auestadion
Foto: Privat

Im Auestadion... der Heimspiel-Bastion, die derzeit wieder Baustelle ist und wo an der Haupttribüne unterhalb von vorn kommend vor ein paar Wochen wieder die Bagger angerollt sind. Derzeit wird der Kabinentrakt samt VIP-Raum neu gebaut. Deshalb ist auch die Haupttribüne aus Sicherheitsgründen bis auf Weiteres von der Stadt Kassel gesperrt. Spieler und Schiedsrichter haben in der Übergangsphase eigene Container erhalten.

Frank Leicht und Eintrachtler fühlten sich wie Zuhause

Von daher könnte das „Kabinengeflüster" in diesen Wochen auch Containergeflüster lauten. Für die Gäste von Eintracht Frankfurt ist die „Big-Brother-Behausung" nahezu vertraut. „So was steht bei uns schon seit Jahren und wir kennen es gar nicht anders," weiß Eintracht-Coach Frank Leicht und schmunzelnd auf Kassel bezogen „als wir hier angekommen sind, dachte unser Busfahrer er wäre gerade ein Mal um Frankfurt herum gefahren".

Und die pfiffigen Löwen machten sich sogleich daran, die Container-Wände zu dekorieren. Das Trikot mit der Nr. 23 - Marcel Stadel - hing dort. Zur Einschwörung bei der Mannschafts-Besprechung. Denn für den an Diabetes erkrankten Innenverteidiger (siehe Beitrag an anderer Stelle der Startseite), der vor der Saison von Arminia Bielefeld kam, sollten die Löwen am Samstag im Spitzenspiel mitkämpfen.

Was sie taten! Und wie! Ein Gipfeltreffen zwischen dem Tabellenzweiten und -Ersten, das dem Prädikat eines Schlagerspieles absolut würdig war. Die Löwen liessen dabei durchblicken, dass sie gut aus der Winterpause gekommen sind und vor allem in dieser intensiv und gut gearbeitet haben. Die Trainingslager und Maßnahmen scheinen ihre Wirkung nicht verfehlt zu haben.

Kommt ein Ochs geflogen...ist ein Zimmermann schon da
zoomKommt ein Ochs geflogen...ist ein Zimmermann da. Happy Birthday, Flügelflitzer Rene!
Foto: Harry Soremski

René Ochs, der am Mittwoch, den 4. März, sein 25. Wiegenfest feiert, und Co. können durchaus 90 Minuten Tempo gehen. Und dass die ohnehin seit Saisonbeginn bewiesene, intakte Moral stimmt, wurde ein mal mehr bestätigt. Wer gegen so eine starke Eintracht-Mannschaft nach eigenem schwungvollem Spielbeginn einen plötzlichen und schnellen 0:2-Rückstand per Doppelschlag weg steckt und danach über die gesamte Spieldauer die bessere Mannschaft ist, verdient große Anerkennung.

Doktor sah richtig und DFB-Trainer in spe sah zu

Auch wenn die Löwen letztendlich mit dem vom Zeitpunkt her glücklichen 2:2-Ausgleich (das fünfte Remis im fünften Spiel in den gemeinsamen Duellen der letzten drei Jahre) für ihre überzeugende Leistung um den Lohn eines möglichen und wohl auch verdienten Sieges gebracht wurden. Natürlich nicht vom souveränen Schiedsrichter! Die DFB- Maßnahme einen erfahrenen Bundesliga-Referee für dieses Spitzenspiel anzusetzen, erwies sich als gelungen. Offen gestanden...nicht jeder Schiedsrichter hätte und viele im Auestadion haben nicht das Handspiel von Doppel-Torschütze Angelo Vaccara nach dem guten Freistoß von Freistoß-Spezialist Daniel Möller gesehen. Doch der Doktor der Allgemeinmedizin aus Mainz, Jochen Drees, entschied richtig, was hernach auch die Bilder des Hessen Fernsehen samt dem Kommentar des kecken Korbacher ARD-Reporter Marc Schlömer verdeutlichten. Immer wieder ein Genuss, seine wortwitzigen und -gewandten Beiträge zu hören!

Augen zu...und...Buschi..., re. Eintracht-Keeper Jan Zimmermann
zoomAugen zu...und...Buschi..., re. Eintracht-Keeper Jan Zimmermann
Foto:

Zu sehen bekam die Partie vor Ort auch der ab dem 1. Juli 2009 beim Deutschen Fußballbund als neuer U-23-Nationaltrainer beschäftigte Rainer Adrion, der bis Saisonende noch den VfB Stuttgart II coacht und (siehe nächsten Absatz) zum zweiten Mal in seiner Trainer-Karriere, wenn auch diesmal als Beobachter, ein mitreißendes Heimspiel des KSV Hessen und wieder vier Tore im Auestadion sah. Mit dem „kleinen VfB" unterlag der 55jährige am Vorabend in der 3. Liga vor 12.300 Zuschauern bei Eintracht Braunschweig mit 0:2.

0:2 stand es aus KSV-Sicht auch zunächst am Samstag im Auestadion, wo Trainer Mirko Dickhaut diesmal im Spiel sehr nah an Torsten Bauer dran war. Nein, nicht an seinem Top-Torjäger, sondern dem „ohne h" als Linienrichter, den die Löwen auch schon als Schiedsrichter erlebten.

Diesmal war der 34jährige, der insgesamt selbst schon seit der Saison 2004/2005 insgesamt 35 Regionalligaspiele leitete und die beiden KSV-Spiele beim Karlsruher SC II (1:0-Sieg durch ein Tor von Saky Noutsos am 26. August 2006) und daheim die aus Löwen-Sicht mitreißende Partie gegen den VfB Stuttgart II (trotz famosem KSV-Anrennen 1:3 am 17. März 2007), Linienrichter. Dort überzeugte der Unparteiische von der SG Seesbach-Schwarzerden. Abgesehen davon, dass die Abstände der Frankfurter Zwei-Mann-Mauer bei den Freistößen von KSV- Spielmacher Kevin Wölk in der Anfangsphase nicht stimmten, weil die beiden frechen Frankfurter stets vor Freistoß-Ausführung vorrückten, was jedoch ungeahndet blieb.

VW...Verbaler Wölk

Geahndet wurde allerdings, dass Kevin Wölk sich darüber beschwerte und somit wegen Unsportlichkeit die gelbe Karte erhielt. Nachdem der 23jährige bereits beim Auswärtsspiel in Aschaffenburg am 6. Dezember 2009 seine fünfte Karte verbüsst hatte, steht er somit wieder bei den nächsten zwei (Anm.: bis auf Enrico Gaede und Dennis Tornieporth mit je vier, ist derzeit kein KSVer gefährdet).

Umzingelt! Gleich sechs Frankfurter nehmen Thorsten Bauer in die Mangel. Arbeitskollege Thorsten Schönewolf kommt zur Hilfe.
zoomUmzingelt! Gleich die halbe Frankfurter Mannschaft nimmt Thorsten Bauer in die Mangel. Arbeitskollege Thorsten Schönewolf kommt zur Hilfe.
Foto: Harry Soremski

So wie Thorsten Bauer, der - für seine (verbalen) Verhältnisse - überhaupt erst zwei in der gesamten Saison hat und über den es auch am Samstag mal wieder nichts zu meckern gab. Nachdem der KSV-Goalgetter bereits im Vorjahr im Februar in Borken gegen den damaligen Oberligisten Eintracht Frankfurt II in einem Vorbereitungsspiel mit einem sehenswerten Lupfer zum 1:1-Endstand getroffen hatte und vor drei Jahren beim damaligen Oberliga-Heimspiel im März 2006 ausnahmsweise mal fehlte, weil er damals geschont wurde (Endstand 0:0), traf „Totti" nun auch in einem Meisterschaftsspiel gegen die „kleine Eintracht".

Geradezu genial mit welcher Nervenstärke, Präzision und Konzentration der 31jährige all seine jahrelange Erfahrung in die Waagschale wirft und den Ball in dieser 88. Spielminute zum so wichtigen 2:2-Ausgleichstreffer in die Maschen setzte.

Noch ein paar einzigartige „fußballgöttliche Daten" gefällig: im 220. Liga- Einsatz der 20. Saisontreffer für Thorsten Bauer, der 130. Treffer insgesamt für ihn. Nach 19 Spieltagen in dieser Saison hat der gebürtige Kasseler somit bereits seine Vorjahresquote von 19 Toren in 34 Spielen, was ihn zum Torschützenkönig der Regionalliga Süd werden liess, übertroffen.

Bauer bringt´s vom Punkt

Der sass! Torjäger Thorsten Bauer dreht nach seinem finalen Ausgleichstor gegen den Spitzentreiter ab
zoomDer sass! Torjäger Thorsten Bauer dreht nach seinem finalen Ausgleichstor gegen den Spitzentreiter ab
Foto: Harry Soremski

Sein drittes Elfmeter-Tor in dieser Saison, insgesamt sein siebtes in der Regionalliga Süd. Von sieben Elfmetern!!! Per Elfmeter gelang Thorsten Bauer bekanntlich auch das erste KSV-Tor bei der Liga-Flutlichtpremiere im Auestadion vor 17.200 Zuschauern am 2. Mai 2008 gegen den FC Bayern II.

„Yes, he can"! Das inzwischen weltweit glorifizierte Motto des neuen US- Präsidenten Barak Obama zierte im übrigen die Rückenpartie des Aufwärm- Dress der Löwen vor dem Spiel. Einmal mehr eine der originellen Ideen von...raten Sie mal....dem KSV-Vorstandsvorsitzenden Jens Rose. Von Präsident zu Präsident halt...oder einfach Präsidenten-Privileg...!

Good Job, Man

Dabei machte im Löwen-Rudel während der Vorbereitungssphase, insbesondere in den beiden Trainingslagern in Oberhof und in Spanien, eine andere Bemerkung die Runde: GOOD JOB! GOOD JOB...ist die Wort-Kombination, die bei den Schützlingen von Trainer Mirko Dickhaut auf der verbalen Hitliste bisher im Jahre 2009 ganz oben steht. Ob nach getaner Arbeit im Training, nach Spielen sowieso, oder sogar nach beendeter Nahrungsaufnahme der Löwen...das geflügelte Doppel-Wort rundet jede Aktivität der Löwen ab wie das Licht ausknipsen nach einem abgeschlossenen Tag vor der Nachtruhe erfolgt. GOOD JOB...gern genommen und ausgesprochen natürlich nach Schweiß treibenden Trainings-Einheiten, um sich stets gegenseitig und einander für Geleistetes zu belobigen, Fun-Faktor inbegriffen.

Good Job, Yusuf!
zoomGood Job, Yusuf! Hier im span. Trainingslager
Foto: Privat

GOOD JOB...unterstreicht auch die intakte Moral und Stimmung im Team und bekräftigt auch nach intensiven Schnellkraft- und Ball-Belastungen per Lippen-Bekenntnis Durchalte-Parolen und Einsatz-Bestätigungen. GOOD JOB... hebt die Stimme...und Stimmung, wirkt stimulierent. Bei Nebenwirkungen fragen Sie einfach den Wort-Urheber, den Kanadier und KSV- Marketingleiter Joe Gibbs, oder dessen fleißigsten Word-Weitergeber Yusuf Barak, der auch gern noch ein „Man" hinzufügt. Nun ja...ob Barak (Yusuf) oder Barack (Obama)...der Name steht ja für Wort-Kreationen....!?! An dieser Stelle übrigens auch Gute Besserung an Yusuf, der am Sonntag beim 3:0-Sieg der 2. KSV-Mannschaft in der Hessenliga gegen RW Frankfurt einen Bänderriss in der Schulter erlitt und am heutigen Mittwoch operiert wurde.

Die Taka-Schleuder

Beste Genesungswünsche auch natürlich an Marcel Stadel. Und auch für Sebastian "Taka" Gundelach, der im Spitzenspiel nach einer Spielstunde mit einer Bauchmuskelzerrung ausgeschieden war und zuvor ein Raunen auf den Zuschauerrängen ob seiner weiten Einwürfe hervorgerufen hatte. Ob die „Taka- Schleuder" auch am Samstag im Kreuzeiche-Stadion in Reutlingen für Gefahr im gegnerischen Strafraum sorgt, bleibt abzuwarten. Der 26jährige Defensivallrounder ist derzeit in Behandlung. Auf einen Einsatz hofft auch Christoph Keim nach seiner im Testspiel in Wolfsburg erlittenen Adduktorenverletzung, die den kopfballstarken Routinier gegen den Spitzenreiter zur Zwangspause verurteilte. Der 27jährige ist sehr wertvoll für das Team und machte in dieser Saison halt bisher....einen....GOOD JOB.

Löwen mit Medailliengewinner Angerer in Oberhof

Kevin Wölk in Oberhof - den Trainer im Nacken und Staunen über den vorbei rauschenden Angerer
zoomKevin Wölk in Oberhof - Trainer im Nacken und Staunen über den vorbei rauschenden Angerer?

Nebenbei bemerkt hat übrigens auch Tobias Angerer einen „Good Job" gemacht, in dem der 31jährige am Schlusstag bei den nordischen Ski- Weltmeisterschaften in Liberec die Bronze- Medaille im Freistilrennen über 50 Kilometer gewann. Am letzten Anstieg hatte der Langläufer aus Vachendorf sogar geführt, konnte dann jedoch dem Antritt des siegreichen Norwegers Peter Northug nicht mehr folgen. Doch auch die Bronze- Medaille ist für den Berufssoldat und für Deutschland ein großer Erfolg.

Ob es auch mit an den guten Gesprächen (womöglich motivationsfördernd) lag, die Tobias Angerer in Oberhof im Januar mit den Löwen führte, als man sich während des zeitgleichen KSV- Trainingslagers im Hotel begegnet war? Ob in der Lounge oder in der Loipe...dürfte jedoch auch der Weltklasse- Skilangläufer bemerkt haben, dass in dieser Mannschaft viel Teamspirit steckt, denn... sie sind echte ...Löwen mit L wie Leidenschaft!

Herbert Pumann

Mittwoch, 4. März 2009

 

 

Veröffentlicht: 04.03.2009

© KSV Hessen Kassel e.V.
Datum des Ausdrucks: 15.11.2019