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Am Dienstag um 18:30 geht es für den KSV Hessen mit dem Nachholspiel bei Schott Mainz weiter. Das Medienteam des KSV Hessen Kassel bedankt sich für die Aufmerksamkeit und wünscht ein schönes Wochenende.

Löwen- Personalakte – Teil III - Trainer + Rechtsaußen

KABINENGEFLSTER
Vor lauter Mannschaftsfoto- Termin am Montag und Zeithatz folgt das KABINENGEFLSTER um einen Tag zeitverzgert. Bevor analog zu den Vorwochen die Fortsetzung Auszge aus der Personalakte- Besondere Vermerke folgt, vorweg: prima, dass so viele Zuschauer und KSV Hessen- Interessierte das Spiel gegen den VfR Aalen vom Samstag positiv und sachlich einzuschtzen vermgen unddas Glas HALB VOLL bleibt!

Klar gilt es innerhalb des „Teams Mission Dritte Liga“ Versäumtes und Fehlverhalten anzusprechen und zeitnah Korrekturen vorzunehmen, doch, mal realistisch: Der Vorjahres- Sechste aus Aalen scheint ambitioniert für einen vorderen Tabellenplatz zwischen 1 und 6, ist gespickt mit abgebrühten Ex- Bundesligaspielern und die junge KSV- Mannschaft braucht halt noch etwas (Reife- und Eingewöhnungs-) Zeit. THINK POSITIV!
So wie einer aus dem Löwen- Rudel – und damit zum „Sommerthema“ in dieser Rubrik. Er mutierte am vergangenen Spieltag zur fast tragischen Gestalt. Er hatte seine unnachahmlichen, rassigen Vorstöße über die rechte Außenbahn, wo er Gegner VfR Aalen stets beschäftigte, sodaß VfR- Trainer Edgar "Euro-Eddy" Schmitt hernach derart verwirrt war und meinte: "den Daniel Bauer würd ich gern mitnehmen". Wenn auch - wie sich hernach herausstellte - Thorsten Bauer gemeint war, so sprühte auch Daniel Beyer am Samstag nur so vor Tatendrang und Selbstbewusstsein, um in einer – wenn auch hypothetisch – entscheidenden Szene – jenem KSV- Konter beim Stande von 1:1 – nicht die Erfolg versprechende Entscheidung zu wählen und den Ball zu einem von gleich zwei frei stehenden, einschussbereiten Mitspielern zu passen. Doch weder die beiden - Erich Strobel und Denis Berger - noch andere nahmen es ihm wirklich übel, denn: diese Mannschaft ist ein TEAM und er selbstkritisch genug, um zu wissen, dass er es besser kann.

Womit wir bei einem der extravaganten Akteure im facetten- und typreichen Team der Löwen angekommen sind.

Die Extravaganten: Sie sind Originale, weil originell. Sie sind ambitioniert, einem Spiel den Stempel aufzudrücken. Sie sind eigenwillig, um doch auch zugleich Team kompatibel zu sein. Sie sind bestimmend und zugleich Harmonie mögend. Sie sind eigen und eitel, doch auch tolerant und bescheiden. Sie sind verlässlich, doch auch rätselhaft. Sie sind egoistisch (was laut Autor Josef Kirschner im Buch „Die Kunst ein Egoist zu sein“ definiert wird mit „Egoismus ist Selbstverantwortung“) und extravagant, doch nicht egozentrisch und extrem. Sie sind authentisch!

Wie Daniel Beyer eben. Man muss ihn einfach mögen (menschlich sowieso), den Schwiegersohn- Kandidaten manch nordhessischer Mütter, der etwas von „Everbodys- Darling- Dani“ hat. Fußballerisch und optisch für viele Zuschauer gleichermaßen auffällig und seit Jahren ein Dauerbrenner beim KSV Hessen Kassel. Absolvierte Hundert und Ein Ligaspiel für die Löwen in gerade Mal erst drei Spielzeiten plus der soeben begonnenen vierten Saison im KSV- Dress mit der Nr. 18 (….die Nummer von Jürgen Klinsmann – ja der Prototyp für Eigenwilligkeit – als Aktiver und – siehe da – laut eigenem Bekunden ein LIEBLINGSSPORTLER von Daniel Beyer)! Respekt!

Kurz mal ein paar Auszüge aus dem, individuell eben, „damaligen Profil- Steckbrief“ von Daniel B., als er im Sommer 2004 zum KSV Hessen kam:

Lieblingsposition: Außenbahn (rechts und links), Hobbies: u.a. Basketball, Lieblingsgetränk: Waldfruchtschorle, Lieblingsverein: Werder Bremen, Vorbild: „hab kein Vorbild“, Was ich mag: lange Schlafen, Was ich nicht mag: kurz schlafen, schlechtes Essen, Lebensmotto: „Glaub immer an Dich“.

Das inzwischen die TV- Serie „Stromberg“ (wofür sich Daniel B. als DVD- Einleger auch auf Rückfahrten nach gewonnenen Auswärtsspielen im Bus einsetzt) seine Lieblingssendung ist, verwundert nicht. Denn auch der Hauptdarsteller ist ja – wenn auch auf andere Art - ein….extravaganter.

Ohne Zweifel, Dani B., lange Zeit Zimmerkollege bei Auswärtsspielen oder im Trainingslager von Turgay G., inzwischen von „Flügelzangen- Partner“ Denis Berger, ist ein schillernder Spieler bei den Löwen. Wallende Mähne, Modell- Athlet und Modell- Typ, schicke Schuhe (im Fußball die neuesten und bekennend für seinen Schuh- Tick) und modernes Outfit, Szenekenner, obendrein hat der "kleine Beckham von der Fulda" (Position auf dem Rasen und Namens- Initialen passen ja auch, an den Freistößen wird noch gearbeitet...) ein Ablichtungs- Abonnement bei einer etablierten Kasseler Anzeigenzeitung (EXTRAvaganter Spieler passt ja hier auch) mit ihrerseits selbsternanntem Boulevard- Anspruch…doch… stoppppppppppp….!

Auch wenn im Sternzeichen Löwe geborene ja, ob gewollt oder ungewollt, im Mittelpunkt stehen, den am 22. August diesen Jahres 25 Jahre werdenden auf ein Show- oder Groupie-Fan- geschweige denn Sunnyboy- Image zu reduzieren, wird dem bereits in jungen Jahren verdienten KSVer nicht gerecht. Bereits nach seinem ersten Regionalliga- Jahr ist Daniel Beyer fußballerisch dort - mit ansprechenden Leistungen - „angekommen“, war im Vorjahr als Mittelfeldspieler gar zweitbester Torschütze im Team hinter Thorsten Bauer, hat neben seiner Dribbelstärke und läuferischen Qualitäten auch einen satten Rechts-Schuss (den er jedoch noch mehr einsetzen könnte, oder Trainer MH…?), hat sich stetig weiter entwickelt (seine Flanken und Flankenläufe werden immer konzentrierter und präziser) und ist menschlich gesehen ein richtig Netter und – auch für extravagante nicht ungewöhnlich - eher zurückhaltend.

DB ist zuverlässig, bodenständig (der KSV Hessen ist sein vierter Verein, wo er nunmehr in der vierten Saison ist; zuvor fünf Jahre KSV Baunatal und in der Jugend drei Jahre GSV Eintracht Baunatal und sieben Jahre FSC Lohfelden), hat eine abgeschlossene Berufsausbildung zum Versicherungskaufmann, pokert nicht lange bei Vertragsverhandlungen, geht den geraden Weg und weiß – wohlbedacht – was der gebürtige Kasseler am KSV Hessen hat. Und der auch an ihm…! Überzeugt(e) all seine bisherigen Löwen- Trainer (ob Hans- Ulrich Thomale, Bernd Sturm oder jetzt Matthias Hamann) und war stets unter den ersten Elf zu finden. Bei all meiner Wertschätzung für Daniel Beyer, behaupte ich mal, dass er all sein fußballerisches Potenzial (und das ist groß) noch nicht ganz abgerufen hat. Mach es Daniel Flügelflitzer, in der neuen Saison…- mit Dani in die dritte Liga aufsteigen!

Doch bevor dem sympathischen Rechtsaußen der Löwen jetzt hier der alleinige, literarische Platz eingeräumt wird, möge ein weiterer (nächste Woche folgen dann Sebastian W., Dominik S. und – wenn auch nicht zu dieser Gattung gehörend – der für sich stehende KSV-Kapitän Thorsten Sch., dem es auf bemerkenswerte Art gelingt, Energien nicht aus anderen oder etwa durch für Sportler oft erlebte Lobhudeleien zu ziehen, sondern schlichtweg aus sich selbst oder seiner Familie) seine „Bühne“ erhalten: Trainer, pardon Cheftrainer Matthias Hamann. Tja, der Rechtsaußen (zuvor kommend) und der Trainer…!

Wo fangen wir an? Der Mann polarisiert…und weiß es auch…! Zwar (noch) kein lizenzierter Fußball- Lehrer, doch bereits ein gewiefter Trainer. Und Mensch sowieso, mit rhetorischem Geschick und Kalkül, der sich in geselligen Runden ebenso wohl fühlt wie wenn er allein und regelmäßig durch die Karlsaue mit dem Walkman am Ohr joggend im Vorbei- Laufen Mensch (und Tier) am Wegesrand grüßt. Der gebürtige Oberpfälzer ist Berufsoptimist! Brust raus und seine 1,86- Meter- Körpergröße aufgerichtet, um selbstbewusst und –sicher keinem Kontakt oder wer sich ihm in den Weg stellt, auszuweichen. Lamentieren oder jammern gilt und gibt´s nicht: „Angriff ist die beste Verteidigung“ auf dem „Spielfeld des Lebens“, wo sich der durch den Fußball- Sport ziemlich herum gekommene Matthias H. umfassend auskennt (Fußball- Stationen: München, Kaiserslautern, Köln, Berlin, Ahlen, Trier, Unterhaching, Neuchatel in der Schweiz, Linz in Österreich).

Versteht es Menschen zu begeistern, mitunter auch für sich und seine Zwecke zu gewinnen. Ja- Sager- Geschöpfe werden dem „kleinen Diktator“, der durchaus auch mal pedantisch sein kann, mit dem Pfälzer Charme gegenüber schon mal devot und reden ihm vor Ehrfurcht nach dem Mund. Macht sich zeitweise und nach Laune auch schon mal auf Kosten anderer und per Schadenfreude lustig. Ist ein fürsorglicher Vater seiner drei Töchter und ein Gourmets mit Koch- Leidenschaft. Hat keine Berührungs- Ängste oder Manschetten Zeitgenossen gegenüber. Geht auf behinderte Mitbürger, auf Kinder oder betagte Menschen genauso unbekümmert und respektvoll zugleich zu wie auf seinen Vorgesetzten (ja, den hat er…).

Hat ein Faible für antizyklische Mode - der Selfmade- Man und Lebens- Genießer! The show must go on! Der ältere Bruder von Ex- Nationalspieler Didi Hamann wurde geeicht durch seine Zeit als zum Bundesliga- Kader gehörender Vertragsspieler beim FC Bayern München, wo die „Mir- san- mir- Mentalität“ gepaart mit dazugehöriger, zielorientierter Arroganz (wie sagte ein Verantwortlicher des FC Bayern mal: „viel Feind, viel Ehr“) mit Selbstverständlichkeit und Automatismus- Dynamik verabreicht zu sein scheint wie Weißwurst und Weizenbier. Sein (derzeitiger) Handy- Ton lässt die „Weißbier- Hymne“ erklingen.

Matthias H. ist vom Scheitel, pardon Kopf, bis zur Sohle eigenwillig, bleibt sich treu, hat eine positive Grundeinstellung und ist überzeugt, von dem was er sagt und macht, und…. überzeugend wirkend. Seine (ent) flammenden, wohl durchdachten Ansprachen vor der Mannschaft sind glaubwürdig, inspirierend und motivierend. Selbst noch nicht so lang aus dem aktiven Profigeschäft raus, kennt der 39jährige die Sprache der Spieler. Besonders lobenswert: Nimmt bei aufkeimendem (Über-) Druck von außen, diesen von seinen Schützlingen, und stellt seine Spieler nie in der Öffentlichkeit und bei den Medien bloß! Das merken die Spieler (sich). Versteht es diese, wenn auch pflegeleichte, in sich intakte (was allerdings auch ein Verdienst vom Trainer ist) und funktionierende KSV- Mannschaft überzeugend wirkend zu führen und zu einer (homogenen) Einheit zu formen. Seine Löwen, die er auch schon mal an der „langen Leine“ lässt, duzen ihren Übungsleiter, der andererseits selbst (nebenbei bemerkt wie Dieter Bohlen) mit der ganzen Welt per DU ist. Ist autoritär, doch nicht rein um der Autorität Willen. Wird in der Kabine selten bis nie laut, weil er das als Spieler auch nie mochte (schönen Gruß an „Trainer- Original“ Werner Lorant, unter dem Matthias H. mal bei den Sechzigern kickte und der ja am 25. August mit seinen Hachingern ins Auestadion kommt). Verliert auch in kritischen oder nicht so erfolgreichen Situationen selten den Überblick, die Fassung und Ruhe.

Entwickelt sich als Trainer kontinuierlich weiter, ist neuen, modifizierten, sowie auch mal unkonventionellen, Trainings- und Coaching- Methoden und Innovationen gegenüber stets aufgeschlossen, bringt viele Ideen und Impulse ein.

Zweifellos: Matthias H. ist ein Macher! Hat in den letzten beiden Jahren viel rausgeholt und gemacht aus der 1. KSV- Mannschaft: Aufstieg in die Regionalliga, Klassenerhalt – mit vielen jungen Spielern.

Doch Trainer MH (wie es auch auf seinem Trainingsanzug steht) ist ehrgeizig genug, um sich auf erreichten Zielen nicht auszuruhen. Die Quali für die dritte Liga läuft – vielleicht das größte Ziel in seiner dreijährigen KSV- Ära…und, das ist gewiss, der Chef- Coach wird seine Schützlinge wieder mit Begeisterung, Motivation, Pflichtbewusstsein, Power (vor)antreiben. Sein Spruch nach Amtsantritt und etwas holprigem Saisonstart in 2005 (als der FSV F. davon eilte): „Es kommt nicht darauf an, als erster loszulaufen, sondern als erster anzukommen“, ist bei den KSV- Fans Kult wie sein roter Anzug nach dem Aufstiegs-Erfolg im Mai 2006 in Frankfurt.

Und des Trainers Rhetorik- Repertoire ist unerschöpflich und wird es bestimmt auch bleiben. Erinnerungs- Zitat zum Thema zweiter Platz: „Du gewinnst nicht Silber, du verlierst Gold“ oder „der Zweite ist der erste Verlierer“. Trainer MH will und glaubt an den Erfolg, hat es verinnerlicht und lebt es ultimativ glaubhaft vor seiner Mannschaft vor….auch oder gerade das: THINK POSITIV!

....meint auch... und damit bis nächsten Monat und zum nächsten Mal.

Herbert Pumann

Dienstag, 31. Juli 2007

Veröffentlicht: 31.07.2007

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Datum des Ausdrucks: 07.03.2021