Vom Kellerraum auf den Fußballplatz

Löwen Inside mit Marlon Sündermann

Erst vor wenigen Wochen hat der KSV einen neuen Spieler verpflichtet: Marlon Sündermann. Der 24-Jährige hütete bereits in den vergangenen drei Spielen das Tor der Löwen. Doch das war nicht immer sein Platz: „Bis zur U13 war ich Feldspieler“, blickt er zurück. Dabei begann alles im Kellerraum des Elternhauses: „Mein Vater war selber Torwart und hat in höheren Ligen gespielt. In einem kleinen Raum stand und steht noch immer ein Tor mit Bällen darin und einer Matratze davor. Mein Vater hat mich darein gestellt – und hat einen Ball nach dem anderen draufgekloppt – aber weil es mir Spaß gemacht hat.“ (lacht) Von nun an steht er zwischen Pfosten – bis zur U14 für den RSV Göttingen 05, bis zur U16 beim JFV Göttingen, bis er schließlich zu Hannover 96 wechselt. Und nun seit Mitte Oktober beim KSV Hessen Kassel unter Vertrag steht.

Nach mehreren Jahren in der Jugend und der U23, stand er in den letzten drei Jahren im Kader der ersten Mannschaft. U16 – U19 bei Hannover 96 u.a. in der U23 gespielt und die restlichen drei Jahre in der ersten Mannschaft gespielt. Neben dem Fußball machte er seinem Bachelor in Wirtschaftswissenschaften, aktuell absolviert er seinen Master im gleichen Studiengang.

Sein Lieblingsplatz ist das Auestadion und die nahegelegene Aue. „Ich hatte noch nicht so viel Zeit mich hier umzuschauen und habe logischerweise viel Zeit im Stadion verbracht und bin gerne dort“, erzählt er und ergänzt: „Generell bin ich aber ein Naturmensch, und die ist in Kassel ja an vielen Orten gegeben.“

Du bist erst vor wenigen Wochen zur Löwen-Mannschaft dazugestoßen – wie kam es zu diesem Wechsel mitten in der Saison?

Ich war seit Sommer vertragslos und habe nach einer neuen Herausforderung gesucht. War bei den Profis bislang immer der dritte Torwart – das sollte sich ändern. Allerdings ist es schwierig, in den ersten drei Ligen Fuß zu fassen. Umso mehr habe ich mich gefreut, als Kassel angefragt hat, ob ich mir das vorstellen könnte. Hier passt für mich einfach alles zusammen – wir stehen sportlich gesehen vor einer großen Herausforderung, der Verein hat Tradition und starke Fans im Rücken. Zudem gefällt mir die Stadt sehr gut. Demnach fiel es mir auch nicht schwer, mich hier einzufinden. Ich wurde super aufgenommen, kannte Maurice Springfeld und Tim Dierßen auch schon aus meinen 96-Zeiten. Das mein erstes Spiel dann auch noch ein Sieg war, hat es natürlich perfekt gemacht.

Auch beim Heimspiel gegen den Bahlinger SC konntet ihr nach dem Tor von Hendrik Starostzik endlich drei Punkte verbuchen. Was lief plötzlich wieder?

Wir haben über weite Strecken eine solide Mannschaftsleistung gezeigt. Entscheidend war meiner Meinung nach aber, dass wir uns nach dem 1:2 nicht aufgegeben haben, sondern als Team weiter an uns geglaubt und gekämpft haben. Wir sind zweimal zurück gekommen – das Siegtor war dann die Belohnung dafür. Auch wenn unser Gegner viel Ballbesitz hatte, ist es ihm nicht gelungen, viele Torchancen herauszuspielen. Das Glück lag dieses Mal absolut verdient auf unserer Seite.

Am kommenden Sonntag geht es nach Trier. Die stehen aktuell mit 13 Punkten – also nur einem mehr als ihr – nur einen Platz über euch. Was nehmt ihr aus dem vergangenen Spiel mit und wie geht ihr das an?

Wenn jeder einzelne von uns seine 100 Prozent auf den Platz bringt, sich reinwirft uns auch mal einen Schritt mehr macht, dann brauchen wir uns vor keiner Mannschaft, egal wo sie steht, verstecken. Hinten dicht stehen, vorne Tore herausspielen – das ist die Devise. Bestes Beispiel dafür ist das Spiel gegen Steinbach Haiger – das war hochverdient. Vor allem weil wir auswärts noch nicht viel geholt haben, müssen wir nun endlich unsere Leistung aus den Heimspielen mit auf die Auswärtsfahrten nehmen. Wir freuen uns riesig auf das Spiel und wollen endlich den ersten Auswärts-Dreier mitnehmen.

Entweder oder ..

Himbeeren oder Brombeeren?

Nutella mit oder ohne Butter? „Alles andere ist eine Sünde, da kommt das Nutella ja gar nicht richtig durch!“

Manuel Neuer oder Oliver Kahn? „Kahn war mein erstes Idol – ich habe meine Eltern damals solange genervt, bis sie mir endlich ein Trikot von ihm geholt haben.“ (lacht)

Erst in die Verlängerung oder gleich ins Elfmeterschießen? „Zum einen ist es für die Fans immer was cooles – zum anderen ist es als Torwart toll, zum Matchwinner werden zu können.“

Krimi oder Komödie?

Kino oder Couch?

Das Interview führte Celina Lorei

Veröffentlicht: 11.11.2022

© KSV Hessen Kassel e.V.
Datum des Ausdrucks: 01.12.2022