Statement der Vereinsgremien

1. Sportliche Entwicklung: Potenzial in Konstanz übersetzen
Vorneweg: Mannschaft und sportliche Führung genießen das Vertrauen der Gremien. René Klingbeil hat mit seinem Team seit Sommer die Aufgabe, neue Spieler zu integrieren und die verjüngte Mannschaft umzubauen: Mit Eric Oelschlägel wurde zudem in der laufenden Saison ungeplant kurzfristig noch ein neuer Torhüter verpflichtet, in der Abwehr, im Mittelfeld sowie im Sturm hat es personelle Veränderungen gegeben, die dazu geführt haben, dass im laufenden Spielbetrieb die Statik der Mannschaft verändert wurde. „Wir haben tolle Jungs, der Kader genießt unser vollstes Vertrauen. Zeitweise plagten uns Verletzungen und Sperren, mit dem aber jedes Team umgehen muss. Auch nicht geplante Ab- und damit Zugänge führten dazu, dass sich die Mannschaftsarchitektur nochmal stärker als geplant verändert hat. Wir arbeiten weiterhin intensiv daran, das Gefüge neu zu formen und vor allem wieder zur Konstanz und Stabiltät zu finden“, sagt René Klingbeil.
„Unser Team hat ja bereits gegen Offenbach und Sandhausen gezeigt, dass es gegen spielstarke Gegner bestehen und gewinnen kann. Gleichzeitig gelingt es unserer Mannschaft jedoch aktuell nicht konstant, diese Leistungsfähigkeit gegen Mannschaften abzurufen, gegen die im direkten Tabellenumfeld unbedingt gepunktet werden muss. Hier brauchen wir wieder mehr Mut und Selbstvertrauen, die berühmte dreckige Hose ist gefragt - und der feste Glaube an die eigenen Stärken“, führt Klingbeil fort.
Die Gremien sind sich einig: Gemeinsam mit der sportlichen Führung um Tobias Damm und Coach René Klingbeil wurde die Situation intensiv analysiert. Die Einschätzung aller Beteiligten ist klar: Die Mannschaft verfügt über das notwendige Potenzial, sich in der Tabelle weiter nach vorne zu arbeiten. Entscheidend wird sein, dieses Potenzial auf den Platz zu bringen - und das gelingt am besten mit vereinten Kräften und nur gemeinsam. Dazu braucht es den Willen und Kampf auf den Platz und natürlich die lautstarke Unterstützung von den Rängen, um gemeinsam das Auestadion wieder zur Festung zu machen.
Als größte Kritik an den Verein wird vor allem die Kaderplanung des Sommers benannt: „Für diese schmerzhaften Entscheidungen gab es handfeste Gründe. Aufgrund der finanziellen Herausforderungen im Frühjahr, einige bedeutsame Sponsoringausfälle hinnehmen zu müssen, musste der Kader deutlich angepasst und wesentliche Schlüsselpositionen neu besetzt werden. Es fehlte schlicht das Geld, um wichtige Spieler zu halten. Schlüsselpartner haben Sponsorings insgesamt in sechsstelliger Höhe reduziert, das führte in der Gesamtschau im April und Mai dazu, dass wir in dieser Situation unter den gegebenen Rahmenbedingungen einfach gezwungen waren zu handeln – das war zu dem Zeitpunkt alternativlos, um den Verein als Ganzes zu schützen“, sagt KSV-Vorstandssprecher Karsten Crede.
„Der Verein musste kurzfristig reagieren und Sparmaßnahmen einleiten. Das hat uns vor die Herkulesaufgabe gestellt, den Kader noch stärker als geplant an die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen anzupassen“, fügt Crede an.
„Unsere Aufgabe als Gremienmitglieder aus Vorstand und Aufsichtsrat ist es, den Verein abzusichern und die Finanzseite in ruhigeres und vor allem verlässliches Fahrwasser zu bringen“, ergänzt KSV-Finanzvorstand Florian Beisheim.
Mit dem Freundschaftsspiel gegen den FC Schalke 04 sowie einer sich über den Sommer positiv verlaufenden Sponsorenakquise, ist es gelungen, den Verein zu stabilisieren: „Klar ist, dass wir uns alle gewünscht hätten, schneller die Abgänge zu kompensieren. Dazu kam auch noch während der laufenden Saison der nicht geplante Abgang von Jan Dahlke. Das hat natürlich die Möglichkeit erschwert, sportliche Abläufe zu festigen und die notwendige Stabilität auf allen Positionen zu entwickeln. Auch wenn es auf der Habenseite dadurch einen wirtschaftlichen Zugewinn gegeben hat, schmerzt der Abgang sportlich natürlich“, gibt Crede einen Einblick in die Ereignisse des Sommers.
„Fußball hat viel mit Mentalität und Glaube zu tun. Diesen unbedingten Glauben an den eigenen Erfolg hat unser Team. Deshalb sind wir überzeugt, dass sich die sportliche Entwicklung wieder positiv wenden und die Mannschaft zeitnah zum Befreiungsschlag ausholen wird“, ergänzt KSV-Sportdirektor Tobias Damm.
„Vom eingeschlagenen Weg sind wir zusammen überzeugt. Jetzt gilt es, die vorhandenen Möglichkeiten konsequenter auszuschöpfen und die sportliche Entwicklung Schritt für Schritt zu stabilisieren und unserer Mannschaft wieder Selbstvertrauen zu geben. Unsere Mannschaft hat das Zeug dazu“, ergänzt Crede.
Abseits des Platzes wurden entscheidende Weichenstellungen vorgenommen, die den Verein in seinen Strukturen auf Dauer festigen werden. Dazu gehört die personelle Stärkung der administrativen Bereiche im Verein sowie der Vereinsgeschäftsstelle, die das operative Herz des KSV ist. Daher wurden hier gezielt Investitionen getätigt und Personal eingestellt.
Sportlicher Erfolg, wirtschaftliche Stabilität und eine professionelle Organisation sind keine voneinander getrennten Aufgaben – sie bedingen sich.
Mangelnder sportlicher Erfolg führt in Nordhessen auch allzu oft zu Enttäuschung, diese wird beim KSV vor allem durch geringeren Zuschauerzuspruch deutlich sichtbar. Gleichzeitig zeigen Highlightspiele in der Liga wie gegen Kickers Offenbach – oder das Highlight vor Saisonbeginn gegen den FC Schalke 04 – dass die Fans in Nordhessen Lust auf Fußball haben. Vor allem kommen die Fans dann gerne ins Auestadion, wenn es um etwas geht und die Mannschaft ihr Herz auf dem Platz lässt. "Das ist unser Ansporn, das wollen wir unseren Zuschauern Heimspiel für Heimspiel bieten. Daran arbeiten wir. Und dafür werben wir um Unterstützung", sagt KSV-Marketingvorstand Daniel Bettermann.
2. Finanzen: Stabilisierung fortsetzen, Strukturen professionalisieren
Nach einer extrem herausfordernden finanziellen Phase im Winter und Frühjahr 2026, ist es mit vereinten Kräften gelungen, die Liquiditätssituation spürbar zu verbessern. Dazu haben mehrere Faktoren beigetragen: eine Reduzierung im Spieleretat, Einnahmen rund um das Spiel gegen Schalke, die Transfererlöse aus dem Verkauf von Jan Dahlke sowie zusätzliche Sponsoringbeiträge, insbesondere aus dem Kreis mittelständischer Unternehmen, die den Verein seit Jahren stärken und damit das Fundament der Vereinsfinanzierung bilden.
„Diese Entwicklung ist positiv. Sie darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass weiterhin erhebliche Herausforderungen bestehen. Deshalb arbeiten wir nicht nur daran, die aktuelle Situation zu stabilisieren, sondern auch daran, unsere finanziellen Strukturen nachhaltig zu verbessern. Und hier gelingen zunehmend Fortschritte. Langfristige Sponsorenverträge sind dazu ein wichtiger Baustein, der den Verantwortlichen größere Sicherheit für die weiteren Planungen gibt“, sagt KSV-Aufsichtsratsvorsitzender Jens Lüdecke.
Vorstandssprecher Karsten Crede hat zudem die Initiative ergriffen, gemeinsam mit dem renommierten Wirtschaftsprüfer PwC einen Fahrplan aufzustellen, der die weitere Professionalisierung der Finanzprozesse im Blick hat: „Der Anspruch ist klar: Wir wollen finanzielle Stabilität nicht nur kurzfristig sichern, sondern strukturell stärken. Das ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, den KSV verlässlich zum Erfolg zu führen und seine sportliche wie organisatorische Entwicklung auf ein solides Fundament zu stellen. Denn nur mit einer geordneten Struktur kann langfristig sportlicher Erfolg gelingen“, erläutert Karsten Crede die Einbindung externen Sachverstands.
3. Wirtschaftsbeirat: Unternehmerische Kompetenz gezielt einbinden
Eine besonders erfreuliche Entwicklung ist die Einrichtung des Wirtschaftsbeirats: Der Wirtschaftsbeirat soll den Verein und den Vorstand dabei unterstützen, die wirtschaftliche Konsolidierung konsequent voranzutreiben und zusätzliche Perspektiven für die Weiterentwicklung des KSV zu erschließen. Dabei geht es nicht allein um finanzielle Fragen. Ebenso wichtig sind unternehmerische Erfahrung, strategische Impulse, belastbare Netzwerke und der Blick von außen auf die Herausforderungen eines professionell geführten Fußballvereins. Wir wollen vorhandene Kompetenzen zusammenführen und für die Zukunft des KSV nutzbar machen.
Über die künftige Zusammensetzung und die Aufgaben des Beirats wird in Kürze separat informiert werden.
4. Klare Regeln, klare Verantwortung: Governance weiterentwickeln
Ein Verein der Größe des KSV mit über 1.400 Mitgliedern, 350 aktiven Spielerinnen und Spielern sowie Trainern und Betreuern, mehr als 150 Partnern und zahlreichen Ehrenamtlichen vereint unterschiedliche Interessen, vielfältige Aktivitäten und Menschen mit verschiedenen Verantwortlichkeiten. Das ist eine große Stärke eines Sportvereins. Zugleich braucht es klare Regeln, nachvollziehbare Zuständigkeiten und verlässliche Verfahren, damit Zusammenarbeit dauerhaft gelingt – und Entscheidungen nicht von einzelnen Personen willkürlich getroffen oder Personen im Verein und Gruppen gegeneinander ausgespielt werden.
Deshalb wurde in den Vereinsgremien beschlossen, das bestehende Organigramm weiterzuentwickeln und eine verbindliche Governance-Regelung auf den Weg zu bringen. Sie soll Orientierung für die Zusammenarbeit schaffen, Rollen und Verantwortlichkeiten noch klarer definieren und einen transparenten Umgang mit unterschiedlichen Interessen und möglichen Konflikten unterstützen. Ziel des Vereins ist, Entscheidungsprozesse nachvollziehbarer zu gestalten und die Zusammenarbeit innerhalb des Vereins auf eine klare und verlässliche Grundlage zu stellen. „Professionalität zeigt sich nicht nur in einzelnen Entscheidungen, sondern vor allem darin, wie eine Organisation dauerhaft zusammenarbeitet, Verantwortung wahrnimmt und mit unterschiedlichen Positionen umgeht. Und das ganze nach transparenten Regeln gestaltet“, sagt Karsten Crede über die Einrichtung der Governance-Richtlinie.
Gemeinsam Verantwortung übernehmen
„Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass der KSV Hessen Kassel seine Anhängerschaft bewegt. Es ist deutlich erkennbar, dass wir als Verein vor wichtigen Aufgaben in allen Bereichen der Organisation stehen. Getroffene Entscheidungen im sportlichen sowie administrativen Bereich, wie auch Personalentscheidungen sind oft unangenehm und bedeuten Veränderungen bisherige liebgewordener Abläufe. Nicht immer mögen diese Anpassungen für jeden auf dem ersten Blick nachvollziehbar erscheinen und doch sind sie notwendig. Veränderungen und Entscheidungen im operativen Bereich, wie etwa in der Organisation des Spielbetriebs im Auestadion, folgen dem Ziel, Abläufe und Prozesse deutlich zu verbessern und Zuständigkeiten klarer zu regeln. Damit gehen auch Personalveränderungen einher, die sicher nicht immer jedem Ehrenamtlichen gefallen, aber aus sinnvollen Gründen getroffen wurden. Hier müssen wir noch intensiver in die Breite des Vereins kommunizieren, um die getroffenen Entscheidungsprozesse transparenter zu machen und notwendige Handlungen der Vereinsverantwortlichen zu erklären", sagt KSV-Vorstand Daniel Bettermann.
Sportlich muss der Verein seine Möglichkeiten wieder nutzen, um zur Aufholjagd anzusetzen. Wirtschaftlich gelte es, die bereits erreichte Stabilisierung fortzuführen und die Strukturen des Vereins in der Steuerung der Prozesse weiter zu professionalisieren: „Mit der Erfahrung in der Unternehmensführung und den Initiativen und Kontakten von Karsten Crede und den weiteren Kompetenzen, die jedes einzelne Mitglied in die Gremienarbeit in Vorstand und Aufsichtsrat einbringen, wollen wir die Strukturen des Vereins auf ein solideres Fundament stellen, personelle Ressourcen erweitern und noch mehr Klarheit in den Entscheidungsprozessen herstellen. Gleichzeitig wird die Zusammenarbeit im Verein sowie mit Partnern gezielt weiterentwickelt und auch neue Formate für den Austausch eingeführt. Das sind anspruchsvolle Aufgaben, die wir gemeinsam als Team in den Gremien sowie haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden Schritt für Schritt umsetzen und anpacken“, führt Bettermann fort.
Das gesamte Team des KSV Hessen Kassel sowie Vorstand und Aufsichtsrat möchte sich bei allen Fans, Partnern und Sponsoren sowie den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden für Ihre Unterstützung und Begleitung des gemeinsamen Weges bedanken!
Veröffentlicht: 02.11.2026







































