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Wir bedanken uns für die Aufmerksamkeit und möchten noch auf die nächsten Spiele hinweisen. Am Mittwoch 18.09. um 17:45 geht es zum Bitburger Kreispokal-Achtelfinale beim Kasseler SV und am darauffolgenden Samstag 21.09.ist um 14:00 TuS Dietkirchen im LOTTO-Hessenligaspiel im Auestadion zu Gast.

Samstag kommt der Meister!

Blog36 blickt auf das kommende Heimspiel
Samstag kommt der Meister!

Eine schwere Aufgabe erwartet die Équipe von Trainer Tobias „Cralle“ Cramer am kommenden Samstag – zu Gast ist der amtierende Meister der Regionalliga Südwest – die SV Elversberg 07.

Wieder einmal großer Promi-Bahnhof im Kasseler Auestadion: der KSV Hessen Kassel empfängt am Samstag Jenny Elversberg. Die Saarländerin, bekannt aus Filmen wie „Männerpension“ und „Knocking on heavens door“, ist amtierende Meisterin der Regionalliga Südwest. Damit ist sie derzeit deutlich erfolgreicher als auf der Schauspielbühne, wo ihr zuletzt bei der zehnten Staffel des „Dschungel-Camps“ in 2016 nur ein enttäuschender 9. Platz gelang – weit abgeschlagen hinter dem FC Remscheid mit Trainer Thorsten Legat.

So, jetzt aber mal Schluss mit dem billigen Klamauk. Am Samstag wird es wieder Ernst für unsere Löwen. Nach einem spielfreien Wochenende geht’s in der Liga endlich wieder um Punkte – und die Aufgabe ist denkbar schwer. Jenny, ääh, die SV Elversberg verfügt seit vielen Jahren über äußerst spielstarke Mannschaften, die regelmäßig für Furore in der Regionalliga sorgten. Den Saarländern gelang zuletzt das Kunststück, sich zweimal in Folge für die Aufstiegsspiele zur 3. Liga zu qualifizieren – und zweimal grandios zu scheitern. Aus eigener Erfahrung wissen wir beim KSV, dass eine verspielte Qualifikation einen ganzen Verein kräftig aus der Bahn werfen kann. Nicht jedoch die SVE. Unermüdlich nehmen sie Anlauf auf Liga 3, in der sie bereits zwei Spielzeiten verbrachten. Zuletzt scheiterten sie deutlich am Bayern-Meister aus Unterhaching, ein Jahr zuvor war gegen den FSV Zwickau Schluss. Jenny blieb viertklassig, nicht nur schauspielerisch.

Auch in diesem Jahr wird die SVE wieder eine Rolle spielen – auch wenn das der Tabellenstand derzeit noch nicht hergibt. Die Elversberger haben den Saisonstart nämlich gehörig verpennt. In den ersten vier Spielen gab es drei torlose Unentschieden, erst am fünften Spieltag gelang ihnen der erste Treffer. Der Knoten platzte dann ein Spiel später beim TSV Schott Mainz, wo es den ersten Dreier der Saison gab. Seitdem flutscht es aber bei den Saarländern und die Formkurve zeigt deutlich nach oben, auch wenn am Wochenende gegen Ulm in der Schlussphase zwei Punkte liegen gelassen worden. Im Kader der Elversberger steckt für Tabellenmittelmaß einfach zu viel individuelle Klasse: der bundesligaerfahrene ehemalige albanische Nationalspieler Edmond Kapllani schnürt ebenso die Stiefel für die SVE, wie seit dieser Saison Smail Morabit, der einst für Heidenheim in der 2. Bundesliga auf Torejagd ging. Ordentlich Zweitligaerfahrung mit Karlsruhe hat auch Mittelfeldregisseur Gaetan Krebs aufzuweisen. Fairerweise muss man dazu sagen, dass Elversberg einige schmerzhafte Abgänge zu verkraften hatten: Aaron Brezel, Ex-Mitbewohner von Lucas Albrecht und Siggi Evljuskin zu Babelsberger Zeiten, wechselte zu 1860 München, viele andere in die 3. oder gar 2. Liga. Dennoch: an Kohle hat es der SVE nie gemangelt, ein Arzneimittelhersteller pumpt seit Jahren viel Geld in den Verein, adäquater Ersatz für Abgänge kann somit stets nachverpflichtet werden. Ein besonderes Ansehen im Saarland genießt der Club inmitten von Traditionsvereinen wie Saarbrücken oder Homburg allerdings nicht. Im Gegenteil: man schaut eher neidvoll-verächtlich auf den Nachbarn aus der Gemeinde Spiesen, ein Zuschauermagnet wird die SVE wohl nie.

Spiele gegen die SV Elversberg waren in der Vergangenheit immer eng, immer spannend, immer geprägt von Leidenschaft, Emotionen und ganz besonderen Geschichten: in der Kasseler Meistersaison von 2013 kam es zum Spitzenspiel in der Regionalliga Südwest. Die auswärtsstarken Löwen reisten unter der Woche als Tabellenzweiter zum Spitzenreiter nach Elversberg. Bevor sie aber im Nachholspiel ihre Show abbrennen konnten, brannte in der Nacht zuvor erstmal ihr Hotel im benachbarten St. Ingbert. Brand, Rettung, neues Hotel, spät ins Bett. Mist. Doch dieser Zwischenfall schweißte das Team von Uwe Wolf noch fester zusammen, man entriss den Saarländern am darauffolgenden Tag die Tabellenführung, Ricky Pinheiro erzielte das Tor des Tages nach Vorarbeit von Basti Schmeer. Zack! Die Tabellenführung gaben die Löwen bis zum Saisonende nicht mehr aus der Hand – was sich aber leider nicht bezahlt machte. Der KSV traf in der Relegation auf ein bärenstarkes Holstein Kiel und scheiterte bekanntlich als Meister, während Elversberg auf dem zweiten Relegationsplatz die U23 von 1860 München zugelost bekam und den Aufstieg klarmachte. Als klar war, dass die Elversberger als Tabellenzweiter auf den vermeintlich ambitionsloseren Gegner treffen würden, taten sie alles dafür, diesen Platz nicht wieder herzuschenken. Und so verlor man mal eben 1-3 beim abstiegsbedrohten SC Pfullendorf und 0-4 bei Wormatia Worms. Ups, wie konnte denn das passieren? Bloß nicht Spitzenreiter werden, bloß nicht nach Kiel. Vom Fair Play-Gedanken sicher nicht astrein von Elversberg, insgesamt allerdings der bescheuerten Aufstiegsregelung geschuldet – und die hat sich nicht die SVE sondern der DFB ausgedacht.

Die Duelle gegen Elversberg hielten aber auch andere besondere Geschichten bereit: 2014 erzielte der eingewechselte Squipon Bektasi bei seinem ersten Einsatz für den KSV überhaupt in der vierten Minute der Nachspielzeit das Tor des Tages, als sich alle schon mit einem Unentschieden abgefunden hatten. Große Gefühle waren das damals. Mike Feigenspan traf in der darauffolgenden Saison doppelt, bescherte einen 2-0-Auswärtserfolg und war fortan nicht mehr aufzuhalten. „Magic Mike“ hat es zwischenzeitlich zu Borussia Mönchengladbach geschafft und hat gute Chancen auf Einsätze in der Bundesliga – sein Durchbruch glückte ihm gegen Elversberg

Die SVE kommt also als Neunter nach Kassel und der Weg soll weiter nach oben führen. Allerdings dürfte es sich selbst im Saarland rumgesprochen haben, wie stark der KSV vor heimischer Kulisse derzeit aufspielt. Kapitän Frederic Brill, der nach seiner Gelbsperre wieder ins Team zurückkehrt, wies nach dem Spiel gegen Steinbach auch daraufhin, dass die Unterstützung der Fans daran einen großen Anteil hat. Eine starke Kulisse wird auch am Samstag wieder nötig sein, um den Meister aus dem Weg zu räumen.

Text: Blog36
www.blog36.de/

Veröffentlicht: 20.09.2017

© KSV Hessen Kassel e.V.
Datum des Ausdrucks: 16.09.2019