Hinrundenbilanz: Die Richtung stimmt

Eine Analyse der Hinrunde 2021/22

Halbzeit in der Regionalliga Südwest. Die Löwen liegen auf Rang Zehn. 22 Punkte haben sie auf Ihrem Punktekonto, dabei ein Torverhältnis von 20:21. Doch was verraten diese Zahlen? Ein Vergleich zur letzten Saison: Da hatten die Löwen nach 21 Spielen – die Liga umfasste da noch drei Vereine mehr – 26 Punkte. Was unter dem Strich einen nahezu identischen Punkteschnitt bedeutet.

Eine Stagnation? Mitnichten. Der personelle Umbruch im Sommer war gravierend. Nicht weniger als neun wichtige Spieler verließen aus unterschiedlichsten Gründen die Löwen. Darunter langjährige Leistungsträger und Identifikationsfiguren wie Adrian Bravo Sanchez, Basti Schmeer und Sigi Evljuskin. Oder Torjäger Mahir Saglik, Mittelfeldstratege Alban Meha und die Abwehrkante Robin Urban.

Der KSV hätte die meisten Spieler gerne gehalten. Ging aber nicht. Die Einnahmeausfälle aufgrund der Corona-Pandemie waren zu gravierend. Nicht zu vergessen: Der Verein kam erst vor knapp drei Jahren aus der Insolvenz. So war die sportliche Leitung gefragt. Jörg Müller und Steffen Friedrich, sowie Trainer Tobias Damm, bastelten mit viel Sachverstand und Empathie eine junge, regionale Mannschaft zusammen. Das Durchschnittsalter des Kaders beträgt 24 Jahre. Damit hat der KSV das fünft jüngste Team in der Liga. Und dass, obwohl mit Mainz, Stuttgart und Hoffenheim drei U-23-Teams in der Regionalliga Südwest mitspielen. Zu den vielen Abgängen gesellte sich ein unglaubliches Verletzungspech. Leistungsträger wie Tim Brandner, Kevin Nennhuber oder Marco Dawid haben noch keine Einsatzminute bestreiten können. Andere, wie die Neuzugänge Steven Rakk, Pauls Stegmann oder Nils Stendera, kämpfen mit hartnäckigen Verletzungen. Leonardo Zornio hat sich das Kreuzband gerissen und fällt auf unbestimmte Zeit aus.

So muss Trainer Tobias Damm aus der Not eine Jugend machen. Und das klappt hervorragend. Talente wie Marcel Fischer (21) und Malte Suntrup (18) wurden ins kalte Regionalliga-Wasser geschmissen und haben sofort schwimmen gelernt. Moritz Flotho (19) hat sich zur Stammkraft entwickelt. Genauso wie Torwart Nicolas Gröteke (20), Aram Kahraman (20), Serkan Durna (21) oder Daniele Vesco (21). Brian Schwechel (23) und Jon Mogge (24) zählen da fast schon zu den Erfahrenen im Kader. Die vielen Talente auf dem Platz – die meisten kommen aus der Region – machen richtig Spaß und Laune auf mehr. Das Spiel der Löwen ist offensiv und mit viel Tempo ausgestattet. Viel mehr Tempo als in der letzten Saison. Und sie kämpfen und rackern, geben keinen Zentimeter Rasen verloren. Gegen Kassel spielt keiner gerne. Herzkammer des KSV ist dabei die stabile Defensive. Vor Gröteke glänzen als Innenverteidiger die beiden Neuzugänge Hendrik Starostzik und Maurice Springfeld. Auch der ist erst 23 Jahre alt. Überhaupt arbeitet die gesamte Mannschaft gut nach hinten und investiert läuferisch wesentlich mehr, als in der vergangenen Saison. Wenn es etwas zu kritisieren gibt: Die zuweilen fehlende Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor. Aber auch daran wird gearbeitet.

So können sich alle beim KSV Hessen auf die Rückrunde freuen. Rückschläge inbegriffen. Aber das wichtigste: Die Richtung stimmt.

Oliver Zehe

Weiter geht es mit dem Start der Rückrunde am Freitagabend mit dem Auswärtsspiel beim TSV Steinbach/Haiger. Der KSV Hessen wird mittels Liveticker und dem Löwen-Liveradio aus Steinbach berichten. Anpfiff ist um 19:00 Uhr.

Veröffentlicht: 23.11.2021

© KSV Hessen Kassel e.V.
Datum des Ausdrucks: 29.11.2021