Ein Innenverteidiger über Zusammenhalt, Kunst und die Harmonie im Grünen

Löwen Inside mit Kevin Nennhuber

Ehrlichkeit, Sport und Spaß sind die essenziellen Punkte in Kevin Nennhubers Leben. Im April 1988 in Essen geboren, schnürt der heute 34-Jährige schon als kleiner Junge die Fußballschuhe. Schalke, Rot-Weiß Essen, Kickers Emden, Magdeburg. Von Waldhof Mannheim führte ihn den Weg schließlich 2020 zu Hessen Kassel. Dort ist er als Innenverteidiger nicht mehr zu missen. „Es hat sich privat etwas verändern. Ich wollte mich umorientieren und zu einem neuen Verein. Über Ecken kommt der Kontakt zu Stande und dann habe ich nicht lange gefackelt“, erklärt er den Wechsel zum KSV. Außerhalb des Fußball-Alltags ist er gerne im Grünen unterwegs – beispielsweise in der Aue oder auf einer Grünfläche an der Fulda. Auch regelmäßige Heimatbesuche bei der Familie dürfen nicht fehlen.

Ihr befindet euch gerade mitten in der Vorbereitung, habt eure erste gemeinsame Saison hinter euch – wie läuft es?

Wir sind noch recht am Anfang, Testspiele sind zu Anfang mit sehr hohen Ergebnissen ausgefallen. Die empfinde ich jedoch als nichtssagend, da die Mannschaften mehrere Ligen unter uns sind. Jetzt gilt es, Fitness und Technik zu erarbeiten und immer weiter zu steigern. Die Verletzung von Tim Dierßen war natürlich eine Hiobsbotschaft für uns alle, aber wir müssen nun weiter machen und ihm alles Gute wünschen.


Vor rund einem Jahr wart ihr ebenfalls in der Vorbereitung, allerdings als eine neu zusammengefügte Mannschaft – was war da anders?

Mit vielen neuen Gesichtern fragt man sich natürlich immer, wie wird es laufen. Da gibt es immer Befürworter und die Kritiker. Doch Bedenken wurden ganz schnell aus dem Weg geräumt. Veränderungen gehören dazu.


Wie hast du den Umbruch im vergangenen Jahr empfunden?

Als Spieler hat man da ja absolut keinen Einfluss drauf. Wir machen hier Mannschaftssport und sind ein Team, das von einem Trainerteam zusammengestellt und trainiert wird. Viele Verabschiedungen sind aber natürlich emotional.

 

War für dich von Anfang an klar, dass du Teil des Umbruchs sein willst?

Ich habe mir natürlich die Frage gestellt, ob ich zu alt bin und noch mitgenommen werde. Ich werde immer Gas geben für mich und den Verein. Es ist schließlich die Entscheidung von anderen, ob das ausreichend ist. Im Endeffekt geht jeder seinen eigenen Weg.


Was hat sich innerhalb der Mannschaft verändert?

Das Teamgefüge ist bereits sehr groß. Wir kommen immer über den Zusammenhalt. Die Geschlossenheit beginnt bereits in der Kabine, schließlich auf dem Platz. Aber ganz entscheidend auch außerhalb des Sports. Wir haben alle schnell zusammengefunden.

 

Letzte Saison gegen den Abstieg gespielt, langjährige Leistungsträger weg, viele neue Spieler dazu. Hättest du mit einer so guten Platzierung gerechnet?

Wir waren nie unter dem Strich und haben verdient die Klasse zu halten. Anschließend gab es eine Veränderung im Team mit einem neuen Spielsystem. Wir versuchen nun Druck auf die Gegner auszuüben, sie zu Fehlern zu zwingen und schnell ins Umschaltspiel zu kommen. Dass wir dadurch so eine Richtung eingeschlagen haben, ist umso schöner.

 

Ein Blick in die Zukunft.

Jeder einzelne muss sich in Erinnerung rufen, woher wir kommen, was wir geschafft haben. Und das müssen wir bestätigen. Vielleicht ist der ein oder andere Punkt mehr drinnen – ebenso ein besseres Torverhältnis, das spielt auf meiner Position ja immer eine Rolle. Außerdem wäre es schön, im Pokal mal wieder etwas zu reißen. Das letzte Spiel gegen FSV Frankfurt hätte ganz anders ausgehen müssen. Ich würde gerne in Richtung Finale gehen. Das wäre ein tolles Ereignis für die gesamte Mannschaft. Der Pokal schreibt seine eigenen Geschichten, jedes einzelne Spiel muss erst einmal geschrieben werden. 

 

… und in deine persönliche Zukunft.

Definitiv verletzungsfrei bleiben – vor allem in Hinblick auf meine langwierige Fußverletzung. Aber auch, dass alle verletzungsfrei bleiben, denn je breiter wir aufgestellt sind, desto besser und konkurrenzfähiger können wir sein. Für mich ist Bestätigen die Kunst. Natürlich sportlicher Erfolg mit dem Verein.


Entweder oder ...

 

Die oder das Nutella?

Pizza oder Pasta? „Ich esse aber beides viel.“

4:1-Sieg oder 5:4-Sieg? 

Niklas Süle oder Virgil van Diyk?

Nutella mit oder ohne Butter? „Habe das allerdings nicht mal zuhause.“

Selbst kochen oder bestellen?

1 Tag am Strand oder 10 Tage in den Bergen geschenkt? „Weniger ist mehr!

Gleich Elfmeterschießen oder doch erste Verlängerung?

TV oder Buch?

Das Interview wurde geführt von Celina Lorei.


 

 

Veröffentlicht: 19.07.2022

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Datum des Ausdrucks: 14.08.2022