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Der KSV Hessen Kassel bedankt sich für das Interesse und wünscht noch ein schönes Wochenende.

Das Mädchen für alles plaudert aus dem Nähkästchen

Löwen Inside mit Lukas Iksal

Mannschaftsabende oder -fahrten organisieren, die kabineneigene Sauna in Schuss halten und den ein oder anderen Aufguss erproben – das alles gehört zu den Aufgaben eines "Mädchen für alles". In der Mannschaft des KSV ist das Lukas Iksal, der "diesen Job aber sehr gerne übernimmt. Ich mag es, wenn es funktioniert und alles in Schuss ist." Und auch auf dem Platz ist seine Aufgabe eindeutig: Offensivaktionen herausspielen und Tore schießen. Zwei Stück waren es in der vergangenen Saison – mehr sollen es auf jeden Fall werden. Schnürt er mal gerade nicht die Fußballschuhe oder fegt durch die Löwen-Kabine, ist er gerne im Bergpark der Herkulesstadt – seine Heimatstadt – unterwegs.

Der KSV Hessen Kassel ist für den gebürtigen Kasseler seine „höchste“ Fußballstation. Zuvor fand man ihn auch mal in der Kreisliga. „Abgesehen von der Verbandsliga habe ich schon in allen Ligen gespielt“, schmunzelt er. Die Jugend in Vellmar, A-Jugend schließlich in Baunatal, ehe der Wechsel nach Nordhausen und von dort zum CSC 03 Kassel erfolgt. „Es ging plötzlich steil bergauf“, erinnert er sich.

Wie bist du schließlich bei den Löwen gelandet?

Das erste Mal tatsächlich 2016. Zu dem Zeitpunkt unterschrieb ich einen Dreijahresvertrag. Allerdings machte mir der damalige Trainer ziemlich schnell klar, dass er nicht mit mir plant und ich in der zweiten Mannschaft spielen würde. Das war zum damaligen Zeitpunkt nicht das, was ich wollte. Es war eine herbe Enttäuschung und ich habe den Vertrag umgehend aufgelöst – und bin nach Lohfelden gegangen. 2019 kam schließlich ein neuer Trainer zum KSV, da waren für mich die Karten nochmal neu gemischt. Ich habe erneut einen Dreijahresvertrag unterschrieben, ein Jahr in der Zweiten gespielt und bin nun happy, fester Bestandteil der Ersten zu sein.

War für dich von Anfang an klar, dass du Teil des Umbruchs sein willst?

Ich denke, wir wussten alle nicht so genau wie es weiter gehen würde. Viele der neuen Spieler kamen recht spät. Mein eigener Abgang stand für mich allerdings nie zur Debatte – mein Vertrag lief noch, außerdem passt hier für mich alles, warum dann gehen? Im Gegenteil – ich habe meinen Vertrag gerade erst wieder verlängert. Als gebürtiger Kasseler ist es was besonderes, hier Regionalliga zu spielen – die Identifikation ist enorm hoch auch mit den Fans.

Aus anfänglichen Bedenken kristallisierte sich allerdings sehr schnell heraus, dass die Saison ziemlich gut für die Löwen laufen würde. „Ich habe immer das Potential in dieser Mannschaft gesehen“, blickt der 28-Jährige zufrieden auf die vergangene Saison zurück. „Dennoch gab es einige Kritik zur Personalplanung – doch mit unserer Leistung haben wir gut Paroli geboten, finde ich.“ Am Ende stand schließlich ein verdammt guter siebter Platz. „Wir als Mannschaft, aber auch jeder einzelner Spieler haben einen starken Schritt nach vorne gemacht und uns weiter entwickelt.“ Jetzt gelte es, diese Leistung aufrecht zuhalten und an die vergangene Saison anzuknüpfen.

„Wir haben viele junge Spieler mit großem Potential und viele ältere Spieler, die bereits einige Erfahrung gesammelt haben. Das muss nun zusammengebracht werden“, betont der Stürmer und fügt an: „Es macht Spaß, ihre Entwicklung zu beobachten.“

Deine drei Highlights der vergangenen Saison …

Als erstes würde ich nennen, dass die Fans wieder ins Stadion kommen durften. Das war gleich eine ganz andere Atmosphäre. Der 1:0-Sieg gegen Offenbach bleibt ebenso unvergessen. Ihnen drei wichtige Punkte abzuknöpfen hatte einfach nochmal was ganz besonderes. Und als drittes die Abschlussfahrt. In den letzten zehn Jahren war ich acht Mal auf Malle, aber es war noch nie so geil wie in diesem Jahr. Es waren so viele mit wie noch nie, wir waren immer als Gruppe zusammen, keiner hat da sein eigenes Ding gemacht.

Welche Erwartungen hast du für die kommende Saison mit der Mannschaft?

Einen Platz vorzurücken sollte immer der Anspruch sein. Allerdings wissen wir auch um unsere Konkurrenz, die zum größten Teil aus Vollprofimannschaften besteht. Die Top vier ist da nochmal eine ganz andere Liga. Unsere Leistung stabilisieren und dabei wieder die beste Nicht-Profimannschaft zu werden, erachte ich dabei als vollkommen realistisch - und auch ambitioniert.

Die Ansprüche an sich selbst sind dabei nicht minder hoch: „Ich will definitiv mehr Tore schießen. Gut in die Saison starten – und natürlich mehr Zuschauer im Auestadion empfangen.“

Ein Blick auf den Pokal …

Ich denke, wir müssen nicht darüber reden, dass der Hessenpokal sehr anspruchsvoll ist – da sind gleich mehrere leistungsstarke Teams dabei. Um dabei zu bestehen, musst du alles und jeden aus dem Weg räumen. Das ist nur möglich, wenn alles zusammenpasst, jedes einzelne Spiel muss erst einmal gespielt und gewonnen werden. Ich erachte es dennoch als ein realistisches Ziel. Es wäre toll – nicht nur für die Mannschaft und den Verein, sondern vor allem für die Fans und die Stadt, würden wir mal ein volles Haus im Stadion haben.

Entweder oder ...

BVB oder FCB?

Kino oder Couch?

1:0-Sieg oder 5:4-Sieg?

Modric oder de Bruyne?

Nutella mit oder ohne Butter?

Film oder Serie? „Der Film endet ja nach gut 90 Minuten – das ist definitiv besser für meinen Schlafrythmus.“

1 Tag am Strand oder 10 Tage in den Bergen geschenkt?

Gleich Elfmeterschießen oder doch erste Verlängerung?

TV oder Buch?

Selbst kochen oder bestellen? „Aber auch nur jeden dritten Tag plus ein paar Mal auswärts essen.“ (darüber musste er selbst lachen!)

Das Interview wurde geführt von Celina Lorei.

Veröffentlicht: 18.08.2022

© KSV Hessen Kassel e.V.
Datum des Ausdrucks: 02.10.2022