2 Jahre KSV: Mahirs wunderbare Welt des Fußballs!

DIe Kolumne von Christof Dörr

Kerle Kiste, was war das denn? Der KSV ist plötzlich „Regionalliga Tabellenführer Besieger!“ Sensationell, was unsere Jungs da am vergangenen Samstag im Löwenkäfig zusammengespielt haben. 2:1 gewonnen und damit den TSV Steinbach Haiger vom Platz an der Sonne geschuppst. Nun gut, dank unseres Sieges steht jetzt der FSV Frankfurt an der Tabellenspitze, ausgerechnet! Aber irgendwas ist ja immer.

Trotz dieser kleinen Misslichkeit jauchzt das nordhessische Fußballherz und der Kapitän kann mit diesem Ausrufezeichen laut und krachend Servus sagen. Klar, Sergej muss man an dieser Stelle erwähnen, es war sein letztes Spiel im Löwen-Dress und er hat sich mit einer blitzsauberen Vorlage verabschiedet, wurde vom super Team hochgeworfen und auf Schultern getragen. Absolut verdient!

Dann muss man aber noch einen erwähnen, der am Samstag gleich doppelt das gemacht hat, was er am besten kann: Buden ballern. Mahir Saglik, unserem Goldie, ist auch in seinem 19. Jahr als Fußballprofi das Zielwasser nicht abhandengekommen. Mit zwei blitzsauberen Toren hat er sich auf den zweiten Platz der Regionalliga Südwest Torjägerliste vorgeschlichen. 10-mal hat er in dieser Saison schon eingenetzt und ist auch mit 38 Jahren noch ein absolut unersetzlicher und vor allem unersättlicher Löwe.    

Ganz genau heute ist übrigens Mahir Sagliks Jubiläumstag in Kassel. Seit zwei Jahren ist der Zauberfuß jetzt an der Fulle unter Vertrag und man könnte sich langsam mal überlegen, ob man die Rasenstücke hinter den beiden Torlinien im Auestadion nicht in „Mahirs Wohnzimmer“ umbenennt. Schließlich hat er seit seiner Ankunft am 28. Januar 2019 in 49 Spielen unfassbare 41 Tore für den KSV erzielt. Längst ist der gebürtige Paderborner zum Kasseläner ehrenhalber und Strafraumschreck Nummer 1 geworden.

Wusstet ihr eigentlich, dass Mahir Saglik einen Spitznamen hat? Ich zumindest wusste es nicht und ich bin mir auch nicht sicher, ob er dem Rest des Löwenrudels davon erzählt hat. Diesen ganz besonderen Namen hat er von seinen Mitspielern bekommen, als er 2011 für eineinhalb Jahre beim FC St. Pauli angeheuert hatte. Dort wurde sein Name einfach eingedeutscht und der Angreifer fortan "Meier Schaschlik" gerufen. Also lieber "Meier Schaschlik": Alles Gute zum Jubiläum, bleib uns bitte noch ganz lange erhalten und baller weiter so zielsicher.

Am besten fängst Du gleich am Samstag damit an, wenn der FC Gießen nach Kassel kommt. Ein Verein übrigens, der sage und schreibe 71 Jahre jünger ist, als der Ur-KSV Hessen Kassel. Er wurde nämlich erst 2018 durch den Zusammenschluss des VfB Gießen mit dem Sportclub Teutonia 1927 Watzenborn-Steinberg gegründet.

Das man auf Herrn Fink gut aufpassen sollte, pfeifen die Spatzen ja schon länger von den Dächern, seit neuestem sollte man sich aber auch vor einem anderen Gießener hüten. Allerdings nicht, weil er hacke, spitze, eins, zwei, drei, ein Dribbelkönig ist, sondern weil er als Nasenbrecher von Offenbach leider unrühmlich in die Fußball Geschichtsbücher eingehen wird. Die Rede ist von Nejmeddin Daghfous.

Der KSV sollte darüber nachdenken, ob er die äußeren Begrenzungen des Platzes am Samstag nicht wie einen Boxring mit gespannten Seilen kenntlich macht und den legendären Boxkampf-Moderator Michael Buffer einfliegen lässt. Der könnte in seiner unnachahmlichen Art die Ankunft des Nasenbrechers vortragen. „Ladies and Gentleman: Please welcome Mr. Nejmeddiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin Daghfouuuuuuuuuuuuuus!“

Boxen scheint nämlich der neue Lieblingssport des mittlerweile 34-Jährigen zu sein. Das Kicken hat er beim KSV Baunatal gelernt und in Offenbach wurde er offensichtlich zusätzlich im Nahkampf ausgebildet. Im Training hat er nämlich einem Teamkollegen mit einem Faustschlag die Nase gebrochen. Daraufhin hatten sogar die sonst eher schmerzfreien Kickers die Nase voll und kündigten ihm fristlos. Jetzt ist er in Gießen gelandet und bestreitet sein erstes Spiel ausgerechnet in seiner Heimatstadt Kassel.

Also liebe Löwen, macht euch auf was gefasst und um es mit Herrn Buffers berühmtesten Worten zu sagen: „Let’s get ready to rumble“! Aber bitte nur verbal, denn fair geht vor. Auf geht’s Jungs und jetzt singen wir alle zusammen so schaurig, schön und laut, dass ganz Nordhessen uns hören kann: „Schalalalaaaaaaa, der KSV ist wieder da!“

 

 

Die KSV-Kolumne von Christof Dörr
Die KSV-Kolumne von Christof Dör

Veröffentlicht: 28.01.2021

© KSV Hessen Kassel e.V.
Datum des Ausdrucks: 25.02.2021