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In der ersten Hälfte war das Spiel noch annährend ausgeglichen und die Löwen gerieten unglücklich in Rückstand. Doch mit dem zweiten Gegentor direkt nach dem Wiederanpfiff war das Spiel quasi gelaufen. Wir bedanken uns für die Aufmerksamkeit und wünschen einen schönen Abend.

"Zwischen BRILLiant und verDAMMter Mist!"

"Zwischen BRILLiant und verDAMMter Mist!"

Die KSV-Kolumne von Christof Dörr

Beginnen will ich diese Kolumne mit der guten Nachricht der Woche: WOHOOOOOOOO! Unser Kapitän ist zurück an Bord! Herr Brill sitzt wieder am Steuer und mit ihm ging es nach der Lockdown-Pause auch gleich wirklich BRILLiant los. 3:0 gegen Alzenau. Da haben wir den Bayern ja mal ordentlich die Lederhosen ausgezogen. Der Jubel war groß, das Wochenende gerettet, die Vorfreude auf den Derbysieg in Offenbach riesig. Ich hab mir nur gedacht: Davon will ich MEHA!

Und dann kam die kalte Dusche. Denn es gab zwar MEHA Tore, sechs statt drei, aber die Verteilung war definitiv falsch.

1:Dingenskirchen. Was war denn bitte da los? Eine richtige Klatsche und das ausgerechnet gegen unsere Lieblings Südhessen. Das tut weh. Es hatte zeitweise den Anschein, als hätte der Bieberer Berg-Bieber unseren Löwen das Stromkabel durchgeknabbert.

Klar, die uralte Fußballfloskel „das darf nicht passieren“ ist Unsinn, denn natürlich darf das passieren. Sehr gerne sogar! Aber selbstverständlich nur dann, wenn es andersrum passiert. Und wenn es andersrum passiert wäre, würden die Offenbacher heute rufen: „Das darf nicht passieren!“ Wie man es dreht und wendet, ist es also Mist. Völlig zu Recht war unser König der Löwen, Tobi Damm, nach dem Spiel verDAMMt sauer. Da muss man dann auch mal einen lautstarken Brüll loslassen, anschließend ordentlich die Mähne schütteln und weiter geht’s.   

Womit wir bei unserem nächsten Gegner wären, dem SSV Ulm 1846 und der großen Frage: Wer von euch kennt Paul Sauter? Keiner? Ehrlich gesagt, ich vor dieser Kolumne auch nicht. Aber bei der Recherche über die Spatzen ist mir etwas wirklich Seltsames aufgefallen. Es ist nämlich so: Die Trainerhistorie der Ulmer seit Anfang der 80er Jahre liest sich wie folgt:

Jörg Berger, Paul Sauter Klaus Toppmöller, Paul Sauter, Ralf Rangnick, Paul Sauter, Markus Gisdol, Paul Sauter.

Okay, zugegeben, ich habe es etwas gerafft. Hermann Gerland war auch noch da und so ein paar andere ebenfalls. Was aber auffällt: Zwischen 1982 und 2013 war Paul Sauter insgesamt viermal Trainer in Ulm. Und nicht nur das: Die On/Off-Beziehung zwischen dem 1947 geborenen und Ulm begann sogar schon in den 60er Jahren. Damals war er Spieler bei der TSG Ulm 1846, dem heutigen SSV. Seine Teamkameraden damals: Uli und Dieter Hoeneß.

Sein erstes Engagement als Trainer dauerte vom Juli 1982 bis Juni 1984. Die Mannschaft stieg unter ihm von der Oberliga Baden-Württemberg in die 2. Bundesliga auf. Das zweite Engagement auf Ulms Trainerbank folgte im Juli 1990 und dauerte bis Juni 1994. Das waren vier Jahre in der Oberliga Baden-Württemberg.

Nach 13 Jahren Ulm-Pause, in denen er unter anderem in Liechtenstein als Trainer arbeitete und 2007 mit der U-17-Nationalmannschaft Togos sogar an der Weltmeisterschaft teilnahm, zog es ihn zurück nach Ulm. Von September 2007 bis Juni 2008 stand er wieder an der Seitenlinie und stieg auch prompt auf. Von der Oberliga Baden-Württemberg in die Regionalliga Süd. Nach Differenzen mit der Vereinsführung wurde er zwar trotz dieses Erfolgs von seinen Aufgaben entbunden, aber Paul Sauter wäre nicht Paul Sauter, wenn er nicht zurückgekommen wäre.

Na gut, es dauerte knapp drei Jahre, aber von Januar 2011 bis April 2014 kehrte er zu dem mittlerweile insolventen Verein zurück. Bei diesem vierten Engagement machte er aber gleich Nägel mit Köpfen: Ende Juni 2011 übernahm er den Posten des Präsidenten und blieb auch als Trainer gewohnt erfolgreich. 2012 stieg sein Team von der Oberliga Baden-Württemberg in die Regionalliga Südwest auf. Im April 2014 trat er nach internen Querelen dann als Präsident zurück und das Kapitel SSV Ulm 1846 endete für den damals 67-jährigen.

Den größten Erfolg der Ulmer Vereinsgeschichte, erlebte Paul Sauter übrigens nicht in Amt und Würden. In der Saison 1999/2000 spielten die Spatzen nämlich in der ersten Liga.

Nach diesem kurzen Ausflug in einen ziemlich ungewöhnliche Teil der Ulmer Fußball-Vergangenheit, jetzt aber schnell zurück in die Gegenwart. Am Samstag machen sich die Löwen auf den Weg ins Donaustadion zum SSV 1846. Paul Sauter wird nicht anwesend sein, angeblich war er seit 2014 bei keinem Spiel seiner Spatzen mehr. Und auch sonst wird es im weiten Rund sehr still sein, denn Zuschauer sind nach wie vor nicht erlaubt.

Trotzdem können wir KSV-Fans für Spiel, Spaß und Spannung sorgen. Zwar liegen laut google Maps knapp 400 Kilometer zwischen dem Auestadion und dem Donaustadion, ich bin aber überzeugt davon, dass wir es schaffen, dass die Mannschaft uns dort trotz der Entfernung hört. Vorausgesetzt, alle Löwen-Fans singen, schreien und pfeifen pünktlich zum Anpfiff um 14 Uhr am Löwenradio mit. So angefeuert, liefert der KSV auch ganz sicher wieder eine BRILLiante Leistung ab und Tobi wird nach den 90 Minuten verDAMMt nochmal einen Grund haben, um auf dem Rückweg mit seinem Team zu feiern.

Und jetzt, quasi als Trockenübung, alle zusammen, auch dieses Mal bitte wieder extra laut, damit wir das A…%&_‘`=/%...LOCH-Virus aus Kassel und ganz Nordhessen vertreiben: „Schalalalaaaaaaa, der KSV ist wieder da!“

Veröffentlicht: 17.12.2020

© KSV Hessen Kassel e.V.
Datum des Ausdrucks: 21.01.2021