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Das Medienteam verabschiedet sich aus dem Auestadion und wünscht noch ein schönes Wochenende.

"Erzrivale mit 9 Buchstaben!"

Die KSV-Kolumne von Christof Dörr

Samstag, Dienstag, Samstag, Dienstag, Samstag, Dienstag, Sams …, puuuuuh! Ganz schön viel los gerade bei den Löwen. Eine englische Woche jagt die nächste. Nach der langen Corona Pause bedeutet das jetzt: pausenlos Stress. Bei dem vollen Programm kommt man kaum dazu die Trikots zu waschen und bügeln lohnt sich schon mal gar nicht. Und die nächsten Doppel-Whoppen ääääh Wochen stehen schon vor der Tür. Weiter geht’s Samstag, Mittwoch, Samstag, Dienstag. Dabei sollte man nicht vergessen: Sogar für topfitte Fußballverrückte wie unsere Löwen ist jedes Spiel in der Regionalliga extrem belastend. Durchschnittlich läuft jeder Spieler in den 90 Minuten 9,7 Kilometer und verliert knapp 2,5 Liter Flüssigkeit.

Werden dann alle drei Tage Höchstleistungen von den Ballzauberern verlangt, geht das nicht ohne ganz klare Regeln. Aus diesem Grund haben Athletik-Trainer von Bundesligisten für die Dauerbelastung in englischen Wochen sogar einen Notfallplan entwickelt. Die beiden entscheidenden Faktoren: Richtige Ernährung und ausreichend Schlaf. So bekommen die Profis direkt nach dem Spiel zum Beispiel erstmal einen speziellen Eiweiß-Regenerations-Shake. Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße sind besonders wichtig. Kaffee sollte nicht mehr nach 15 Uhr getrunken werden. Außerdem sollen sie vor 23 Uhr ins Bett gehen. Die optimale Schlaf-Temperatur liegt bei 18 Grad.

Ob es solche Full-Service Angebote wie für die Luxuskicker der Beletage auch bei uns in der Regionalliga gibt? Außerdem ist klar: Das funktioniert alles prima, solange man sich nur auf das Kicken konzentrieren kann. Wenn man aber wie unsere Hessen nicht nur Fußball spielt, sondern oft auch noch einem anderen Job nachgehen muss, kommt man schnell ans Limit.

Apropos: Herzlichen Glückwunsch, lieber Siggi! Nach drei Jahren Studium spielt unser Fußballgott jetzt seit 1. Oktober bei Blau-Weiß Braunschweig. Genauer gesagt bei der Autobahnpolizei in der Stadt der Jägermeister-Löwen, in der er aufgewachsen ist und kicken gelernt hat. Zurück zu den Wurzeln also? Der HNA hat er gesagt: „Bis zum Winter bleibe ich auf jeden Fall hier.“ Äääääh wie bitte? Nein! Nix da. Du bleibst bitteschön mindestens noch die gesamte Saison 2020/21. Das ist nach Dingens, also nach Paragraf 0815, Absatz 4711 Gesetz in Hessen. Solltest Du dagegen verstoßen, kommt der Polizist der Village People und kettet dich mit Handschellen in der Umkleidekabine an der Dusche fest. Und glaub mir: Das willst Du nicht erleben. So!

Jetzt aber mal zurück in die nahe Zukunft. Das Spiel am Samstag ist das 9. Spiel in den letzten 6 Wochen – nur gut, dass es gegen einen Gegner geht, dessen Name Motivation genug sein dürfte für jemanden, der in Nordhessen zu Hause ist und das Trikot mit dem Löwen auf dem Herzen tragen darf: FSV Frankfurt.

Preisfrage: Was haben Frankfurt, Darmstadt und Offenbach gemeinsam? Richtig: Das sind alles Städte in Südhessen mit neun Buchstaben. Wie Erzrivale. Passt doch wunderbar. Denn Erzrivale bedeutet laut Duden: Schlimmster oder stärkster Gegner, bzw. schlimmster, langjähriger Rivale. Ich habe mich übrigens gefragt, was denn eigentlich das arme Metall mit der ganzen Sache zu tun hat. Die Antwort: Nix. Sagt zumindest das allwissende Internetz. Die Vorsilbe Erz dient der Steigerung und Überhöhung einer Bezeichnung. Ihre Bedeutung: Oberster, Erster, an der Spitze stehender. So ist Erz zum Beispiel in Erzengel enthalten, als Kenntlichmachung des Höchsten unter den Engeln. Klasse, da bin ich durch Fußball tatsächlich auch beim schreiben dieser Kolumne wieder etwas schlauer geworden.

Würde der Weg nach Frankfurt nicht S-förmig verlaufen, wäre er gerade mal 150 Kilometer lang. Luftlinie. Trotzdem trennen uns Welten von Mainhattan. Nächste Preisfrage: Wo spielt eine Mannschaft aus Frankfurt? Na klar, natürlich in einem Stadion, das nach einer Bank benannt worden ist. Im Fall des FSV in der PSD Bank Arena. Motto des Geldinstituts: „Klar in jeder Beziehung“. Na klar! Die Beziehung zwischen KSV und FSV ist schon länger ziemlich zerrüttet. Immerhin: Laut kicker.de haben wir insgesamt 18-mal gegeneinander gespielt und Kassel hat 10-mal gewonnen. Bei 3 Unentschieden und 5 Niederlagen. Torverhältnis: 30:25. Für uns, versteht sich.

Kurze Pause!
Grinsen.
Freudentanz.
WOHOOOOOOOOOOOOO!
Weiter geht’s!

Das letzte Aufeinandertreffen im April 2018 gewannen die Löwen mit 2:0. Doppelter Torschütze: Adrian Bravo Sanchez. Prima, dass der dem KSV treu geblieben ist, denn so einen doppelten Bravo könnten wir am Samstag wieder sehr gut gebrauchen. Und weil wir gerade so schön dabei sind, gleich noch ein gutes Omen: Auswärtssieg hat 12 Buchstaben, wie Hessen Kassel.

Und jetzt, quasi als Trockenübung, schonmal alle zusammen, so laut, dass man es in ganz Kassel hören kann: Schalalalaaaaaaa, der KSV ist wieder da!

 

Veröffentlicht: 08.10.2020

© KSV Hessen Kassel e.V.
Datum des Ausdrucks: 26.10.2020