U12: Internationales Oster-Turnier in Leverkusen

U12: Internationales Oster-Turnier in Leverkusen

Lehrstunden beim Turnier am 07. - 09.04.2012 in Leverkusen

Während am Osterwochenende wohl die meisten nach Eiern gesucht haben, sind uns ein paar von diesen Dingern ins Netz gegangen. Aber zur Einstimmung erst einmal ein paar Zeilen zu den Randbedingungen.

An diesem Turnier nahmen 14 Mannschaften teil, die fast alle Vereinen mit einer gehörigen Fußballerfahrung und -geschichte angehören. Mit Vitesse Arnheim, dem KRC Mechelen, Hrvatski Zagreb und Kickern aus Milwaukee (USA) standen interessante ausländische Mannschaften am Start, welchen wiederum mit Kickers Offenbach, Dynamo Dresden, Bayer 04 Leverkusen, FC Ingolstadt, MSV Duisburg, Rot Weiss Essen und Waldhof Mannheim recht namhafte aktuelle und ehemalige Bundesligagrößen gegenüberstanden.

Gespielt wurde auf Kunstrasen, und für uns etwas ungewohnt, auf Großfeld (11 Spieler) und große Tore, womit wir anfangs schon unserer Schwierigkeiten hatten. 10 Mannschaften traten mit dem 99er Jahrgang an und die restlichen 4 (uns eingenommen) mit dem 2000er. Darüber hinaus konnten wir nicht mit dem kompletten Kader anreisen, so dass uns nur 12 Spieler zur Verfügung standen und der einzige Auswechselspieler ein Torwart war. Dieser Nachteil sollte sich bei 1 x 25 Minuten Spielzeit am Ende noch deutlich auswirken.

Im ersten Spiel, bei Eiseskälte, standen wir Dynamo Dresden gegenüber. Die Dresdner haben sofort das Heft in die Hand genommen und Vollgas gegeben. Körperlich und spielerisch überlegen haben sie uns in die Hälfte gedrückt und ehe wir richtig verstanden hatten, dass hier anders Fußball gespielt wird, lag der Ball schon im Netz. Ohne nennenswerte Chance rollte der Dynamo Zug über uns hinweg und am Ende stand eine 3:0 Niederlage am Turnier-Board.

Zur nächsten Partie haben wir uns kurz geschüttelt und versucht, das körperliche Spiel anzunehmen und mehr Ballbesitz zu haben. Wir konnten allerdings nicht ahnen, dass mit Vitesse Arnheim ein richtiges Brett am Start war. Da stand eine Viererkette, die nicht mal einen Hauch eines Lüftchens durch lies. Kurze schnelle Ballstafetten gehörten genauso zum Repertoire wie lange Bälle in die Tiefe. Und wenn wir bisher dachten, wir hätten schnelle Spieler an Bord, so mussten wir neidlos anerkennen, dass wohl einige Holländer von Usain Bolt abstammen. Dieser Rahmen ließ uns in jeder Hinsicht "alt" aussehen und wir konnten nur unseren Willen dagegen stemmen. Aufopferungsvoll kämpfend und niemals aufgebend mussten wir uns am Ende mit 7:0 geschlagen geben.

Das dritte Spiel sollte uns dann doch mal einen Gegner auf Augenhöhe bieten. Wir hatten gegen den KRC Mechelen wesentlich mehr vom Spiel und konnten uns endlich auch mal Chancen herauspielen. Trotz verbessertem Spiel gelangten wir wieder in Rückstand und haben es diesmal aber nicht nur hingenommen, sondern unsererseits in den Schlussminuten den verdienten und viel umjubelten Ausgleich geschossen.

Das letzte Spiel des Tages bescherte uns dann den Gastgeber SV Bergfried. Eigentlich schon anderthalb "normale" Spiele in den Knochen und nach einem Ausfall durch Verletzung jetzt auch noch ohne Auswechselspieler, stemmtem wir uns mit letzter Kraft und einigen Blessuren gegen den halben Sportplatz, der natürlich lauthals hinter dem Gastgeber stand.

Ein ausgeglichenes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten wollte einfach nicht für uns ausgehen. Nach der Führung des SV Bergfried haben wir erneut nicht aufgegeben jedoch zwei gute Möglichkeiten auf Grund fehlender Kraft nicht nutzen können. Kurz vor Schluss musste unser Torwart Kopf und Kragen riskieren, als er weit vor dem Tor versuchte, einen langen Ball vor dem Stürmer zu erreichen. Leider erreichte er den Spieler vor dem Ball und durfte nach der ersten roten Karte seiner Karriere die letzten Minuten an der Linie verbringen, Endstand 0:1.

Am zweiten Tag wollten wir dann gegen den MSV Duisburg mindestens einen Punkt ergattern. Körperlich gleich ausgestattet war uns der Gegner spielerisch jedoch etwas überlegen. Das Spiel war recht flott aber keiner der beiden Mannschaften entwickelte längere Zeit Druck auf den Gegner. Trotzdem lagen wir erneut hinten und mussten sogar das 2:0 schlucken. Dann kam es zu einer aufregenden Situation mit Beifall und Lachern, als unser Torwart mit einer super schnellen Reaktion und einer tollen Parade das 3:0 vereitelte,......allerdings war das unser Torwart, der das Trikot eines Feldspielers an hatte und eigentlich hinten links dicht machen sollte! Der fällige Elfmeter ging daneben, und so blieb die Rettungstat unbestraft aber das Spiel ging trotzdem mit 2:0 verloren.

Der Turnierplan setzte uns dann im letzten Gruppenspiel den nächsten Brocken vor. Kickers Offenbach wurde bereits als Turnierfavorit gehandelt und sollte uns noch mal alles abverlangen. Widererwarten haben wir uns jedoch super gegen die Großen Kickers gewehrt und hätten sogar nach einem Freistoß mit etwas Glück in Führung gehen können. Der Torwart war schon geschlagen aber die Latte hatte etwas dagegen. Auch diese Partie ging mit 2:0 verloren aber wir hatten unser bestes Spiel abgeliefert.

Ostermontag stand dann die letzte Etappe an. Mit nur einem Punkt als Gruppenletzter aber durchaus nicht Chancenlos, bestritten wir das Platzierungsspiel gegen den FC Ingolstadt.

2 x 25 Minuten konnten wir noch mal zeigen, was in uns steckt und der erste Sieg war ähnlich greifbar wie gegen Mechelen, Bergfried oder Duisburg. Die erste Halbzeit hatten wir etwas verschlafen und bei Dauerregen schlecht ins Spiel gefunden. Den 1:0 Rückstand hatten wir trotzdem gut verdaut und sogar das Spiel in Halbzeit zwei klar an uns gerissen. Jetzt waren wir richtig auf dem Platz und dominierten das Spiel. Der Lohn war der 1:1 Ausgleich und die anschließende Entscheidung im Elfmeterschießen. Hier war dann jedoch Schluss, denn Ingolstadt verwandelte sicher und hart alle Elfer wobei wir zweimal erfolglos waren.

Fazit:
Ein interessantes Turnier, in dem wir uns mehrfach deutlich geschlagen geben mussten aber andererseits auch oft wieder zurückgekommen sind. Wir konnten guten Fußball am eigenen Leib erfahren und dabei spüren, wie es ist, wenn man selbst hinterher laufen muss.

Nächstes Jahr wollen wir das aber ändern, wir haben ja noch etwas Zeit!

Bericht: K. Twardon 

 

Eckart Lukarsch
KSV Hessen Kassel - Medienteam

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Veröffentlicht: 16.04.2012

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Datum des Ausdrucks: 18.01.2021