KSV stoppt Erfolgsserie des SCW

SC Waldgirmes - KSV Hessen 1:3 (0:0)
Mit einem überzeugenden 3:1-Sieg im "Spiel des Tages" (Vierter kontra Dritter) auf dem Kunstrasenplatz in Waldgirmes, revanchierte sich der KSV Hessen nicht nur für die mit dem gleichen Ergebnis erlittene Hinspielniederlage, sondern stoppte zugleich die Erfolgsserie der Gastgeber, die seit 15 Spielen sowie unter ihrem Trainer Thorsten Krick noch unbesiegt waren. Nach dem überraschenden 0:1-Rückstand kurz nach der Pause folgte alsbald die "amerikanische Antwort". So traf der ehemalige US-Nationalspieler Michael Mason zum Ausgleich, ehe der gebürtige Südamerikaner Julio Cesar da Rosa zum 2:1-Vorsprung vollendete, den der eingewechselte Eren Cihan in der Nachspielzeit zum Endstand ausbaute.
Wertvoller Auswärtssieg für die Löwen mit "psychologischem Schub":

1. ...weil im ersten Oberliga-Spiel im neuen Jahr sogleich ein "Dreier" und somit ein gelungener Start für die restlichen, noch ausstehenden, 13 Spiele.

2. ...weil bei keinem Geringeren als dem spielstarken Tabellenvierten, der 15 Spiele lang erfolgsverwöhnt war und bisher eine beachtliche Saison spielte.

3. ...weil die Löwen trotz eines Rückstandes nicht von ihrem Kurs abkamen und unbeirrt offensivorientiert und selbstbewußt die Marschroute des Trainers verfolgten.

4. ...weil nur eine Stunde nach Spielschluß (die Partie in Waldgirmes fand wegen dem TV-Beitrag des Hessischen Rundfunks bereits um 14 Uhr statt) Spitzenreiter FSV Frankfurt in Bad Vilbel unterlag und sich somit der Rückstand auf sechs Zähler reduzierte.

<u>Zum Spiel:</u>

Nachdem Kapitän Thorsten Schönewolf und Hinspiel-Torschütze Christoph Keim (Verhärtung in der Wade) verletzungsbedingt ausfielen, war Trainer Matthias Hamann zu einer Neuformierung des vor der Winterpause überzeugend funktionierenden Abwehr-Verbundes vor Keeper Olli Adler gezwungen. Den Part es Abwehrchefs übernahm Turgay Gölbasi und Martin Wagner rückte für Keim auf die linke Seite der "Vierer-Abwehrkette". Vorweg: sowohl der 23jährige Türke als auch der 19jährige Ex-Nürnberger fügten sich nahtlos ein und wurden zudem vorzüglich unterstützt vom "Akteur Überall" Dominik Suslik sowie dem abgeklärten Armand Dellova, der über rechts wiederholt gelungene Vorstöße mit gekonnten Vorlagen produzierte.
Insgesamt standen in der Anfangsformation der Gäste gerade mal noch sechs Akteure vom Hinspiel (beim SCW acht!).

Den besseren Start hatte Waldgirmes, als Karagiannis mit einem wuchtigen Kopfstoß ebenso knapp das KSV-Tor verfehlte (2.) wie später Steven Hassler mit einem satten Drehschuß (22.). Zwischenzeitlich hatte der an diesem Tag mit der Kapitäns-Binde betraute Marc Arnold mit einem Freistoßschlenzer aus 20 Metern SVW-Keeper Kässmann geprüft (12.).
Ab der 30. Spielminute kontrollierten die Löwen dann Spiel und Gegner, wobei sie ihre Spielstärke (besonders auf Kunstrasenterrain, wo der KSV Hessen seit dem Wiederaufstieg in der Oberliga nur Siege und ein Remis - Klein-Karben, Herbst 2004- feierte) demonstrierten. Immer wieder flüssige Spielzüge über die Außenbahnen, machten Spass beim Zuschauen.

Zu den auffälligsten KSV-Akteuren gehörte dabei Rückkehrer Michael Mason, den die Gastgeber nie recht in den Griff bekamen. Immer wieder stieß der 34jährige aus seiner angestammten Position im linken Mittelfeld dank seiner enormen Antrittsschnelligkeit nach Vorn. So auch in der 34. Minute als die Nr. 14 der Löwen ein kluges Zuspiel von Julio Cesar da Rosa volley aus 20 Metern aufnahm und der Ball nach fulminantem Schuß an die Torlatte klatschte.
Beifall klatschte es nur vier Minuten später für einen genialen Pass von Ideengeber Marc Arnold auf Julio Cesar da Rosa, der jedoch aus günstiger Schußposition im Strafraum in Keeper Kässmann seinen Meister fand.

In dieser Viertelstunde vor der Pause wirbelten die Löwen mächtig, doch versäumten es die sich bietenden Torchancen zu nutzen. So auch Martin Wagner, der aus wenigen Metern nach einer mustergültigen Kombination vergab.
Dann war wieder "Speedy Mason" unterwegs und drosch den Ball drüber (43.).

Nach dem Seitenwechsel zunächst blankes Entsetzen im Gäste-Lager, als Eidelwein (abseitsverdächtig) frei vor dem bis dato beschäftigungslosen Olli Adler auftauchte, jedoch nicht frei von Nerven schien und bei dieser hochkarätigen Torchanche vorbei zielte (48.) Eine SCW-Führung hätte zu diesem Zeitpunkt auch den Spielverlauf auf den Kopf gestellt. Dann war es dennoch so weit, nachdem die KSV-Abwehr ein Mal nicht so recht im Bilde war. Zunächst parierte Adler noch glänzend gegen Fabio Eidelwein, ehe Georgios Karagiannis aus wenigen Metern mühelos zum 1:0 abstaubte (50.).
Doch die Löwen bewiesen sogleich Moral und verrieten wie intakt diese Mannschaft ist, um auch mit einem Rückstand umgehend umzugehen. Armand Dellova war - wie so oft an diesem Tag - "Einfädler vom Dienst", setzte Julio Cesar da Rosa mustergültig in Szene, doch der Anfang April 27 Lenze zählende scheiterte, wenn auch bedrängt, an Keeper Kässmann (55.), ehe kurz darauf Michael Mason sein inzwischen längst fälliges Tor erzielte (59.).

Beseelt und beschwingt vom Ausgleichstreffer legten die nachwievor in "Chala-Trikots" (Bilanz: 3 Spiele, 3 Siege, je 3 Tore!) auflaufenden Löwen nach und waren fortan eindeutig tonangebend. Zunächst scheiterte zwei Mal Daniel Beyer mit seinen Schüssen (60. vorbei - 65., nach excellentem Pass von Arnold, Endstation Kässmann) und dann traf Michael Mason mit einem spektakulären Seitfallschuss zum zweiten Mal Aluminium.
Dann die Erlösung in der 69. Spielminute: Armand Dellova verlagerte das Spielgeschehen von rechts nach links und Martin Wagner legte bravourös auf für Julio Cesar, der nicht lange "fackelte" und zur 2:1-KSV-Führung (69.) vollendete.
Während es der SCW zwar in der Schlußphase noch mit der "Brechstange" versuchte, setzte der für den an diesem Tag glücklosen Torjäger Thorsten Bauer eingewechselte Eren Cihan den Schlußpunkt in der Nachspielzeit vor den zahlreich mitgereisten und lautstarken Löwen-Fans.

<u>Kommentare der Trainer: </u>

<b>Thorsten Krick (SC Waldgirmes):</b> "Wir waren heute nicht in der Lage überhaupt in die Nähe eines Sieges zu kommen. Nach dem Führungstor für uns besaßen wir keine weitere Torchance mehr. Wir waren nach 15 Spielen ohne Niederlage erfolgsverwöhnt. Der KSV Hessen hat völlig verdient gewonnen."

<b>Matthias Hamann (KSV Hessen):</b> "Meine Mannschaft ist heute so aufgetreten wie wir uns das nach zehn Wochen Training vorgestellt haben. Wir wollten schnell in die Spitze spielen, was uns gut gelungen ist. Dabei mussten wir bereits vor der Pause zwei Tore erzielen."

<b>SC 1929 Waldgirmes: </b>Kässmann - Hull, Bloss, Bätzel - Hassler, Schäfer (60. Vier), Frenz, Person, Eberling (76. Neubert)- Karagiannis, Hassler. Trainer: Krick.

<b>KSV Hessen:</b> Adler - Dellova, Gölbasi, Suslik, Wagner - Beyer, Dickhaut, Arnold, Mason (70. Mason)- Bauer (85. Cihan), Cesar da Rosa. Trainer: Hamann.


<b>SR:</b> Juan Carlos Ortolá Knopp (Mammolshaim/Taunus) - <b>Z:</b> 900

<b>Tore:</b> 1:0 Karagiannis (51.), 1:1 Mason (59.), 1:2 Cesar (69.), 1:3 Cihan (90.+2).


<i>Foto: Eren Cihan erzielte heute seinen ersten Treffer für den KSV Hessen</i>

<a href='/videos/sc-waldgirmes-ksv.divx' target='_blank'><b>>>> TV-Bericht des Hessischen Rundfunks zum Spiel</b></a>


<i>Herbert Pumann
Presse-Referent KSV Hessen</i>

Aufstellung

Veröffentlicht: 18.03.2006

© KSV Hessen Kassel e.V.
Datum des Ausdrucks: 27.01.2021