Auch Ex-Profi Chalaskiewicz im Gespräch

SAIONVORBEREITUNG Pole kommt Ende Juni zum Probetraining des KSV Hessen - Gestern Aufgalopp mit 22 Akteuren. Urlaub? Nein, den hat Lamont Sandiford in diesem Sommer kaum gehabt. Bis vor drei Wochen noch stand der Fußballer auf dem Feld, dann folgte eine viertägige Abschlussfahrt mit seinem alten Verein, dem Landesligisten VfL Kassel, nach Mallorca. Wieder zurückgekehrt, lag er zehn Tage mit einer Grippe im Bett, ehe der Fußball ihn gestern mit dem Trainingsauftakt seines neuen Klubs, des Oberliga-Vize KSV Hessen, wieder einholte. Das mache ihm nichts aus, erklärte der 25-Jährige nach dem zweistündigen Aufgalopp bei hochsommerlichen Temperaturen. Laufübungen, ein Spielchen über zweimal 30 Minuten, Gymnastik - das wars. Sandiford, ein pfeilschneller Stürmer ("Meine Bestzeit über 100 Meter: 10,2 Sekunden"), gilt bei den Löwen als Perspektivmann. Als einer also, der nicht zum unmittelbaren Stamm gehört, der aber durchaus Chancen hat, aufzurücken. Darauf setzt er, und entsprechend gab er gestern im ersten Training auch mächtig Gas. Sandiford: "Es wird schwer für mich. Ich bin aber zuversichtlich." Dies ist auch Trainer Thomas Freudenstein, bezogen auf die neue Saison. "Wir haben jetzt sechs Wochen Zeit, eine konkurrenzfähige Mannschaft zu formen. Ich bin mir sicher, dass uns dies gelingt."

Wieder oben mitspielen will der KSV, den Regionalliga-Absteigern Darmstadt 98 und Eintracht Amateure Dampf machen. 22 Spieler hatte Freudenstein gestern um sich versammelt, unter ihnen aber nur 14 Stammkräfte. Es fehlten Zoran Zeljko (Bandscheibenvorfall), Samy Ghebreamlak (Leistenoperation), Thorsten Schönewolf (Urlaub), Nico Radler (krank), Julio Cesar (Urlaub, noch gesperrt bis 31. Juli) und Silas Owuso (Urlaub). Stattdessen bekamen die rund 100 Schaulustigen viele fremde Gesichter zu sehen. Spieler, die eine Woche beim KSV vorspielen in der Hoffnung, dort einen Vertrag zu bekommen. Zu ihnen gehören der Brasilianer Marcio Granada (24, Mittelfeld, zuletzt für Verrelli in der 2. italienischen Liga), Torben Warnecke (18, Mittelfeld, SC Paderborn) und Sebastian Busch (20, Abwehr, Wacker Gotha). Der Brasilianer könnte die Position des zum FC St. Paul gewechselten Andi Mayer übernehmen. Er begann im Trainingsspiel stark, baute später aber mächtig ab. Weswegen er auch nicht ganz zufrieden war: "Ich kann es besser", sagte er. Sie alle sollen mithilfe einer Ausnahmegenehmigung des DFB am kommenden Freitag beim Testspiel gegen den Bundesligisten Bor. Mönchengladbach (19 Uhr, Auestadion) eingesetzt werden.
Auf alle Fälle dort mit dabei sind die Neuzugänge Christoph Keim und Artur Tews (KSV Baunatal). Keim kehrte vom VfL Bochum (Amateure) nach Nordhessen zurück. Sein erster Eindruck: "Es macht Spaß." Keim sieht seine Position hinten links in der Abwehrkette.
Im Gespräch bei den Löwen ist auch noch der 39-jährige Mittelfeldspieler Slawomir Chalaskiewicz, der für Rostock in der Bundesliga spielte und im Moment noch beim Regionalligisten SV Babelsberg 03 im Aufgebot steht. Der Pole, auf dem Feld ein Regisseur, kommt Ende Juni zum Probetraining nach Kassel. Ist er nicht zu alt? KSV-Vize Klaus Hennemann: "Nein. Slawomir ist topfit und könnte uns weiterbringen."


<i>Von Ulrich Brehme

(HNA-Sportredktion, 23.06.03)</i>

Veröffentlicht: 23.06.2003

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Datum des Ausdrucks: 17.09.2019