Endlich - Löwen können doch noch gewinnen!

KSV Hessen - FV Bad Vilbel 1:0 (0:0) Durch den ersten Sieg im Jahr 2005 hat der KSV Hessen seinen vier Punkte-Vorsprung im Kampf um den Klassenerhalt verteidigen können. Vor knapp 1.000 Zuschauern im Auestadion erzielte der Vilbeler Zoran Maric mit einem kuriosen Eigentor den Treffer des Tages.

In der fünften Minute der Nachspielzeit blieb allen im Stadion das Herz stehen. Aus spitzen Winkel zog Cem Acar mit dem Vollspann ab - und traf nur die Querlatte. "Wenn der drin gewesen wäre, hätte ich die Welt nicht mehr verstanden", war KSV-Urgestein Nico Radler noch Minuten nach dem Schlußpfiff geschockt.

Doch so blieb es beim verdienten 1:0-Sieg für einen kämpferisch starken KSV Hessen. Und endlich, nach langer Zeit, gab es vor der Nordtribüne wieder die La Ola Welle für die Fans.

Ein sportlicher Trüffel war der Sieg gegen die Männer aus der Mineralwasser-Stadt nicht. Eher Abstiegskampf pur. Viel Kampf, Spannung, und eine ganze Reihe kurioser Szenen. Nach Wochen der Lethargie hat das Team von Trainer Bernd Sturm endlich begriffen, worum es geht. Und anders als in den letzten beiden Spielen gegen Eschborn und Baunatal half diesmal auch das lang vermisste Glück mit. So in der 95. Minute, aber auch in der 36., als Kresimir Culic zunächst per Kopf den Pfosten traf und danach freistehend den Ball in Richtung Baustelle bolzte. Oder in Minute 52. Einen weiten Ball von Sebastian Busch erwischte der Vilbeler Zoran Maric 16 Meter vor dem Tor mit dem Hinterkopf. Im Stile einer Bogenlampe senkte sich das Leder über den weit vor dem Tor stehenden Torwart Holger Zimmer in die Maschen.

Aber trotz Glücksgöttin Fortuna in den entscheidenden Szenen - endlich spielten sich die Löwen wieder eine Reihe von Torchancen heraus. Meist daran beteiligt: der überragende Mann auf dem Platz, Slawomir Chalaskiewicz. Trotz schmerzhafter Verletzung und der Gewißheit, dass der KSV in der nächsten Saison ohne ihn plant, schwang sich der "alte Mann" zu einer Leistung auf, die stark an die letzte Saison erinnerte. Weite, zentimetergenaue Pässe, viel Laufarbeit und gutes Zweikampfverhalten. Bei seiner Auswechslung kurz vor Schluß, gab es stehende Ovationen für den 41-jährigen Musterprofi. Für "Chala" blieb zunächst der zuletzt glücklose Thorsten Bauer draußen.

Trotz einiger spielerischer Mängel - die Partie hatte einen hohen Unterhaltungswert. Das lag an den vielen Tormöglichkeiten. Die besseren hatte der KSV. Schon in der ersten Halbzeit hatten Cesar, Chalaskiewicz, Beyer und Radler den Führungstreffer auf dem Fuß. In der zweiten Hälfte ging es auch nach dem Führungstor so weiter. Radler, Beyer und Krause hätten nach Kontern schon frühzeitig alles klar machen müssen. Doch wenn der Gegner nicht gerade mit hilft, ist es im Moment für die Löwen schwer, die Kiste zu treffen. So ging das Zittern bis zum fast bitteren Ende weiter.

Ein Sieg, der für den KSV fast lebensnotwendig war. Denn auch Wald-Michelbach hat wieder gewonnen. Durch ein Tor in der 90. Minute...

Nächste Woche gibt es nun ein weiteres Schlüsselspiel. Auswärts beim Tabellenvorletzten SV Bernbach.

Der KSV ist aber rechtzeitig wieder in Tritt gekommen. Lag daran, das Trainer Bernd Sturm am Vatertag ein "Teambildungstag" einlegte? Sieben Stunden, "ganz ohne Alkohol und Bollerwagen", wie er rasch hinzufügte?. Oder an den Farben der Spielkleidung, die Betreuer Peter Dawid aussuchte? Zum ersten Mal in dieser Saison trat der KSV in der Kombination rotes Trikot mit schwarzer Hose an, so wie in der erfolgreichen, letzten Spielzeit.


Oliver Zehe, 07.05.2005


KSV Hessen: Stollberg - Radler, Schönewolf, Krause - Rudolph, Keim, Busch, Tews, Chalaskiewicz - Beyer, Cesar da Rosa. Trainer: Sturm

Bad Vilbel: Zimmer, Blum, Maric, Schick, Gunkelmann, Leopold, Acar, Bradasch, El Mahouni, Popp, Culic. Trainer: Apkaryan

Ausgewechselt: 46. Bauer für Tews, 83. Schönefeld für Chalaskiewicz, 90 + 2 Latifiahvas für Cesar da Rosa - 81. Steuer für El Mahouni

Zuschauer: 1.000. Schiedsrichter: Henkelmann (Ehringen).

Tor: 1:0 Maric (52., Eigentor).

Stimmen zum Spiel:

Bernd Sturm (Trainer KSV Hessen): "Es war für uns ein verdienter Sieg und wir sind alle happy. Für uns war es heute ganz wichtig zu gewinnen. Ein besonderes Lob an Matthias Rudolph, er hat ein Riesen-Spiel gemacht. Und auch "Chala" hat bravourös gespielt. Er ist ein ganz großer Sportler. Trotz seiner Verletzung schont er sich nicht und hilft der Mannschaft."

Levon Apkaryan (Trainer Bad Vilbel): "Glückwunsch an Kassel. Wir sind hierher gefahren um zu gewinnen und haben durch ein unglückliches Eigentor verloren."

Aufstellung

Veröffentlicht: 07.05.2005

© KSV Hessen Kassel e.V.
Datum des Ausdrucks: 17.09.2019