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Zum Schluss noch der Hinweis auf die nächsten LOTTO-Hessenligapartie: Am kommenden Samstag, den 21.09.19 gastiert ab 14:00 der Aufsteiger TuS Dietkirchen im Auestadion. Damit bedankt sich das medien-team des KSV Hessen Kassel für die Aufmerksamkeit und wünscht noch einen schönen Abend.

Spiel ohne vier Asse verloren

KSV Hessen - SC Waldgirmes 0:1 (0:0) Nach 108 spielfreien Tagen ist dem ersatzgeschwächten KSV Hessen der Sprung ins Fußballjahr 2005 misslungen. Vor 800 Zuschauern verloren die Löwen im Auestadion gegen den SC Waldgirmes mit 0:1. Ein Kartenspiel zu gewinnen, wenn einem vier Asse fehlen, ist schwierig. Dass es beim Fußball nicht anders ist, weiß der KSV Hessen spätestens seit Samstag, 16.52 Uhr. Slawomir Chalaskiewicz (Achillessehne) und Thorsten Schönewolf (Stirnhöhlen-Erkrankung) fehlten von Anfang an, Christoph Keim und Markus komplettierten später das Löwen-Lazarett. Drei Minuten nachdem Krause vom Platz musste, fiel dann "aus dem nichts" (Bernd Sturm) das Tor des Tages. Aus einer etwas diffusen Situation heraus wurschtelte Özcan Siner den Ball zum 1:0-Sieg für den Sensationsaufsteiger in die Maschen.

Vorher hätten die Löwen freilich schon alles klar machen können. In der ersten Halbzeit gefiel die Mannschaft durch ihr gut aufgebautes, druckvolles Spiel. "Da haben wir es versäumt, unser Tor zu machen", monierte Trainer Bernd Sturm später. Zu recht. Cesar, Nebe und Keim hätten schon in den ersten Minuten die Löwen in Führung bringen können. Doch dank eines ausgezeichneten Jörg Kässmann und einer Portion Glück überstand der SC Waldgirmes die Anfangsoffensive des diesmal in Weiß-Schwarz gekleideten KSV Hessen.

Den ersten Nackenschlag für die Löwen gab es dann in der 21. Minute. Nach einem Zusammenprall am Kopf, musste Christoph Keim mit einer stark blutenden Platzwunde den Platz verlassen. Für ihn kam Nima Latifiahvas, der nun neben Julio Cesar und Thorsten Bauer in den Sturm ging, Tobi Nebe zog sich dagegen ins Mittelfeld zurück. Dennoch gab es keinen Bruch im KSV-Spiel. Thorsten Bauer hatte zweimal die Löwen-Führung auf dem Fuß, bzw auf dem Kopf. Von den Gästen sah man bis zu diesem Zeitpunkt wenig. Das Team von Trainer Willi Wagner hatte im ersten Durchgang keine einzige Torchance.

Nach einer guten ersten Hälfte wurde die Partie dann in Durchgang zwei schwächer. Beide Mannschaften hatten auf dem tiefen Boden viel Kraft verloren. Dennoch hatten die Löwen weitere Chancen. Cesar und Nebe scheiterten jeweils an Kässmann. Ohne Einwirkung vom Gegner kugelte sich Markus Krause dann in der 63. Minute die Schulter aus. Und während die Löwen und der für Krause eingewechselte Thorsten Hirdes noch verzweifelt nach ihre Ordnung suchten, machten die Gäste aus ihrer ersten Tormöglichkeit gleich die Führung. "So ein Glück hat man nur, wenn man oben steht", ordnete SCW-Coach Willi Wagner die Dinge später richtig ein.

Dieser Treffer und die vielen Verletzungen waren Gift für die Löwen. Der KSV verlor nun völlig den Faden und versuchte es mit der Brechstange. Kein probates Mittel gegen die hochgewachsenen Abwehrrecken aus Mittelhessen. "Wenn es der Gegner mit hohen Bällen probiert, wissen wir, das wir das Spiel gewonnen habe", sagte Willi Wagner nach dem Spiel. Doch in den letzten zehn Minuten wurde der KSV-Druck dann doch noch so stark, dass der fleissige Daniel Beyer fast noch den Ausgleich erzielt hätte. Auf der anderen Seite hätte Waldgirmes durch Siner und Stroh-Engel bei Kontern den Sack längst zu machen können. Wie auch immer. Nach zuletzt 13 Punkten aus den fünf Spielen vor der Winterpause ist der KSV-Express erst einmal ins stocken geraten. Nicht zuletzt deswegen, weil mit Chala, Schönewolf, Keim und Krause am Ende vier wichtige Lok-Führer fehlten.

So rustikal, wie es zuweilen auf dem Platz zuging, ging es später bei der Pressekonferenz nicht weiter. Im Gegenteil. Es wurde fast kuschelig. Der sympathische Gästetrainer Willi Wagner verteilte artig Komplimente ("Der KSV hätte hier zumindest einen Punkt verdient gehabt") und träumte von alten Zeiten. "Hier im Auestadion habe ich das verrückteste Spiel meines Lebens bestritten - mit Darmstadt 98 im Dezember 1980 beim 4:4". Bei dem Thema konnte auch KSV-Coach Bernd Sturm bestens mitreden. Denn der spielte damals auf der Gegenseite.

Oliver Zehe


KSV Hessen: Heidtke - Keim, Krause, Radler - Busch, Tews, Beyer, Rudolph - Cesar, Nebe, Bauer.

Waldgirmes: Kässmann - Stengel, Hull, Weinicker, Baum - Frenz, Bloss, Schmidt, Schappert - Stroh-Engel, Siner.

23. Latifiahvas für Keim, 63. Hirdes für Krause - 58. Hassler für Schappert.

Zuschauer: 800. Schiedsrichter: Langhammer (Königsstetten).

Tor: 0:1 Siner (66.).


<i>Erstes Bild: Cesar setzt sich gegen zwei Waldgirmesser Gegenspieler durch

<img src='/pictures/05-03-19-180433_spielszene.jpg' border='1' align='left' hspace='5' vspace='5'><br clear="all">Zweites Bild: Torszene im Strafraum von Waldgirmes

<img src='/pictures/05-03-19-174914_keim_verletzt.jpg' border='1' align='left' hspace='5' vspace='5'><br clear="all">Drittes Bild: Keim musste gestützt den Platz verlassen

<img src='/pictures/05-03-19-174926_krause_verletzt.jpg' border='1' align='left' hspace='5' vspace='5'><br clear="all">Viertes Bild: Krause wird per Trage vom Platz getragen

<img src='/pictures/05-03-19-180459_fanschal_lok.jpg' border='1' align='left' hspace='5' vspace='5'><br clear="all">Fünftes Bild: Der Fanschal zum Benefizspiel zwischen Lok Leipzip und dem KSV Hessen

<img src='/pictures/05-03-19-180411_bauarbeiten-auestadion.jpg' border='1' align='left' hspace='5' vspace='5'><br clear="all">Sechstes Bild: Die Baurabeiten im Auestadion haben begonnen


Fotos: Carsten Müller

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Aufstellung

Löwe des Tages

Veröffentlicht: 19.03.2005

© KSV Hessen Kassel e.V.
Datum des Ausdrucks: 20.09.2019