2:1-Sieg der "Löwen" nach schwacher erster Halbzeit

KSV Hessen - SG Eintracht Frankfurt (Am.) 2:1 (0:1)
Der KSV Hessen Kassel hat das Heimspiel der FFH-Oberliga Hessen gegen die Amateure der SG Eintracht Frankfurt am Samstagnachmittag nach einer schwachen ersten und starken zweiten Halbzeit letztendlich verdient mit 2:1 (0:1) vor 1000 Zuschauern gewonnen. Die Tore für die "Löwen" erzielten Lamont Sandiford und Slawomir Chalaskiewicz.

Gerade einmal 1000 Zuschauer waren zu diesem 13. Saison-Spiel gekommen. Dies ist Heimspiel-Minusrekord in Meisterschaftsspielen der letzten beiden Oberliga-Spielzeiten. Sogar in der Saison 2000/2001 (der KSV spielte damals in der Landesliga Hessen-Nord) kamen nur bei zwei Heim-Punktspielen genau so wenig Fans.
Dass es zu diesem "traurigen Rekord" kam, hängt einerseits mit dem ebenfalls am Samstag stattfindenden EM-Qualifikations-Länderspiel zwischen Deutschland und Island zusammen (die deutsche Nationalmannschaft gewann das Match mit 3:0 und qualifizierte sich somit direkt für die EM-Endrunde 2004 in Portugal). Allerdings ist es sicherlich auch darauf zurückzuführen, dass der KSV Hessen seine guten Chancen, am Tabellenführer SV Darmstadt 98 dranzubleiben, in einigen der letzten Oberliga-Spiele "leichtfertig verspielt hat" (Zitat von KSV-Trainer Thomas Freudenstein aus einem HNA-Interview vom vergangenen Freitag).

Auch zu Beginn dieser Partie starteten die "Löwen" schwach. Die Amateure des Bundesliga-Klubs bestimmten das Spiel fast die gesamten ersten 45 Minuten nach Belieben, ohne sich jedoch viele Tormöglichkeiten herauszuspielen. In der 9. Minute hatte Abwehrspieler Alexander Huber eine der wenigen - und prompt stand es 1:0 für die Gäste! Nach einer Flanke netzte der Frankfurter völlig freistehend zu seinem 1. Saison-Tor ein.
Auch in der Folgezeit hatten die "Adlerträger" mehr vom Spiel. Franciel Hengemühle hätte mit drei guten Möglichkeiten in der 32., 33. und 44. Minute sogar erhöhen können.
Die "Löwen" blieben hingegen weitgehend ungefährlich, wiesen gegen die technisch starken Frankfurter große Defizite auf. Eintracht-Torwart Patric Klandt blieb vor der Halbzeitpause quasi beschäftigungslos, lediglich Thorsten Bauer (17. Minute) und Lamont Sandiford (28. Minute) hatten Ansätze von Torchancen.

In der zweiten Halbzeit dann ein umgekehrtes Bild: Der KSV Hessen bestimmte das Spiel nun zunehmend, während sich die Amateure der Frankfurter Eintracht meist nur in der eigenen Hälfte aufhielten. Die "Löwen" spielten sich jetzt in einen Rausch, welcher sich in vielen guten Torchancen widerspiegelte. Nachdem Slawomir Chalaskiewicz an SGE-Keeper Patric Klandt (56. Minute) und am Pfosten (59. Minute) sowie Matthias Rudolph an der Querlatte (64. Minute) gescheitert waren, blieb es in Minute 69 Lamont Sandiford vorbehalten, den zu diesem Zeitpunkt längst überfälligen 1:1-Ausgleichstreffer zu erzielen. Thorsten Bauer hatte den Ball von der Grundlinie auf den Spieler mit der Trikot-Nummer 16 zurückgepasst, und dieser schoss das Leder freistehend aus fünf Metern ins Gäste-Gehäuse (2. Saison-Tor).
Nur drei Minuten später wieder ein vielversprechender KSV-Angriff, den Slawomir Chalaskiewicz zum 2:1-Führungstreffer für die "Löwen" abschloss. Eine Flanke des eingewechselten Silas Owusu aus dem Mittelfeld hatte der Pole aufgenommen und dann mit der Fußspitze am herausstürmenden Frankfurter Torhüter Patric Klandt vorbei ins Tor gespitzelt (7. Saison-Tor).
Christoph Keim mit einem strammen Schuss aus 25 Metern, den SGE-Torwart Patric Klandt noch gerade abwehren konnte (75. Minute), und Artur Tews mit einer Volley-Direktabnahme, die ans Lattenkreuz sprang (90. Minute), hatten weitere gute Chancen. Außerdem vergab der eingewechselte Adem Usta in Minute 89 und 90 zwei Riesenchancen nach Kontern. Beide Male brachte er es nicht fertig, den Ball aus aussichtsreichster Position über die Torlinie zu befördern.

Mit diesem Sieg macht der KSV Hessen wiederum einen Platz gut und ist nun mit 27 Punkten Tabellendritter vor dem SV Erzhausen (24 Punkte), dessen Spiel am Samstag gegen den SV Bernbach ausfiel. Es führt weiterhin der SV Darmstadt 98 (34 Punkte) vor dem SC Borussia Fulda (32 Punkte). Der Tabellenführer aus Darmstadt muss am Sonntag gegen den Hünfelder SV antreten.

VON MICHAEL BREHME


KSV Hessen Kassel: Zeljko - Tews, Schönewolf, Krause, Keim - Steffen (63. Owusu), Chalaskiewicz, Busch, Rudolph - Bauer (84. Usta), Sandiford.

SG Eintracht Frankfurt (Am.): Klandt - Carranza, Cimen, Weißenfeld, Huber - Baufeldt, Färber, Monopoli, Sakarya (70. Heydel) - Agiralioglu (78. Aisien), Hengemühle.

Tore: 0:1 Huber (9.), 1:1 Sandiford (69.), 2:1 Chalaskiewicz (72.).

Schiedsrichter: Jens Krassowski (Niederwald).

Zuschauer: 1000.

Aufstellung

Veröffentlicht: 14.10.2003

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Datum des Ausdrucks: 02.03.2021