Kübelweise Pech für die Löwen

KSV Hessen - 1. FC Eschborn 0:2 (0:1)
Durch eine unglückliche 0-2 Heimniederlage gegen den FC Eschborn rutschte der KSV Hessen in der Tabelle auf Platz 4. Vor 3.600 Zuschauern im Auestadion konnte der Gast seine Tore durch Keskin und Daga mit dem Halbzeit- und dem Schlusspfiff erzielen.
Samstagnachmittag, 17.09 Uhr im Kasseler Auestadion. Das Oberligaspiel des KSV Hessen gegen den FC Eschborn ist seit mehr als zehn Minuten vorbei. Die Zuschauerränge sind fast leer, am Mittelkreis sitzen Zoran Zeljko und Andreas Mayer. Beide deprimiert, mit dem Schicksal hadernd. Für Sie ist die Partie denkbar dumm gelaufen. Zeljko bekam während der gesamten 90 Minuten drei Bälle auf sein Tor, zwei davon waren drin. Einer in der 45., der andere in der 90. Minute. An beiden Toren konnte Zeljko nichts machen. Gar nichts. Dumm gelaufen! Dumm gelaufen auch für Andreas Mayer. Er mühte sich neunzig Minuten, hatte die beiden besten Chancen für den KSV. In der 42. Minute segelte ein toller Freistoß aus 22 Metern haarscharf über das Tor, in der 54. Minute ein strammer Schuss von der Strafraumgrenze knapp neben den linken Torpfosten. Dumm gelaufen!

Ein anderer hat seine Schuhe in der Hand, stapft mit Kreidebleichen Gesicht über den Platz. "Das war kein Abseits, nie im Leben. Nie im Leben" stammelt er immer wieder. Thorsten Bauer. Auch für den Ex-Regensburger ist dieser Samstagnachmittag dumm gelaufen. In der 78. Minute rutschte er in eine präzise Linksflanke von Julio Cesar und erzielte den vermeintlichen Ausgleich. Eigentlich also super gelaufen. Wenn nicht der Linienrichter die Fahne oben gehabt hätte. Er sah das Zuspiel von Andreas Mayer auf den kleinen Brasilianer Abseits. Unberechtigt. Dumm gelaufen also.

Mit Glück waren die Löwen am Samstagnachmittag also nicht gerade reichlich ausgestattet. Eher im Gegenteil. Kübelweise Pech für die Löwen. Unter dem Strich steht ein 2:0 für den verhinderten Tabellenführer aus dem Frankfurter Vorort. Und so konnte sich unter den (offiziell) 3.600 Zuschauern nur der 20 Mann starke Spielmannszug aus Eschborn freuen, der in der Südkurve platziert war.

Was bleibt festzuhalten? Eschborn war robuster und auch cleverer. Spielerisch waren die Löwen weit überlegen. Zumindest ab der 30. Minute. Zuvor kam der KSV gar nicht in die Gänge, konnte mit dem aggressiven Spiel der Südhessen überhaupt nichts anfangen. Fast jedes Kopfballduell ging verloren, einfallslos wurde immer wieder über die Mitte gespielt. Bis ein Eschborner angegrätscht kam. Wenn mal ein Löwe den Ball hatte, sprangen gleich zwei, vier oder auch manchmal sechs blaue Stutzen auf Ihn zu. Da Eschborn aber nichts zu einem attraktiven Fußballspiel beitragen wollte und die Bälle lieber in Richtung Tribüne drosch, wurden die beiden Strafräume nur höchst selten in den Spielverlauf der ersten 45 Minuten einbezogen. Gerade als der KSV gegen Ende des ersten Durchgangs besser ins Spiel kam, die kalte Dusche. Mit einem sehenswerten Schuss erzielte Keskin das 1:0 für die Gäste. Laut Stadionsprecher Charly Wimmer in der 48. Minute, also in der dritten Minute der Nachspielzeit. Zoran Zeljko hatte gegen den platzierten Schuss in den linken oberen Winkel nicht die Spur einer Chance. Überflüssig der Affentanz, den die feiernden Eschborner Spieler direkt einen Meter vor der Kasseler Spielerbank vollführten. Und auch die Stinkefinger in Richtung Tribüne zeugten nicht von einer sonderlich sportlichen Einstellung des Meisterschaftsmitfavoriten.

In der zweiten Halbzeit riss dann der KSV immer mehr das Kommando an sich. Man hielt nun auch körperlich dagegen, eine ruppige, aufgeheizte Atmosphäre war die Folge. Leifer sah Gelb-Rot, Engel, der seinem Namen nicht alle Ehre machte, kam dagegen ungeschoren davon. Aber auch er wäre ein heißer Kandidat für diese Kartenfolge gewesen. Im Stadion war richtig was los, Anfeuerung für den KSV, Pfiffe für den Gegner. Und Chancen hatten nun die Löwen. Krause, Metze und Bauer hatten den Ausgleich auf dem Fuß. Doch nur Daga traf mit einem abgefälschten Schuss in der Nachspielzeit. Nichts war es also mit einem Punkt der Löwen. Dumm gelaufen!

Oliver Zehe



KSV: Zeljko - Krause, Schönewolf, Radler - Ghebramlak, Owusu, Mason, Steffen, Mayer - Bauer, Cesar.

Eschborn: Selig - Ochmann, Engel, Zimmermann, Greuel - Abdel Haag, Daga, Haffner, King - Keskin, Leifer.

Ausgewechselt: 67. Metze für Ghebramlak und Kayacik für Mason, 75. Zuschlag für Radler - 75. Lemm für Keskin, 83. Lind für Abdel Haag, 91. Guerrera für Haffner.

Zuschauer: 3.600 (zahlende).

Schiedsrichter: Frank Möller (Pfieffe)

Gelb/Rote Karte: Leifer (68.)

Tore: 0:1 Keskin (45.), 0:2 Baga (90.)


<u><b><a href="http://www.hna.de/ksv-hessen/images/bilder/bilder_ksv_eschborn.shtml">>>> Bilder zum Spiel</a></b></u>


Stimme zum Spiel:
Oliver Roggensack (Trainer KSV): "Die glücklichere Mannschaft hat gewonnen und nicht die bessere. Eschborn hat spielerisch nicht überzeugt. Für uns war es Pech, dass wir gerade, als wir ins Spiel gekommen sind, das 0:1 kassieren mussten. In der zweiten Halbzeit haben wir dann zwei klare Elfer nicht bekommen und Abseits war das auch nie im Leben."


Aufstellung

Veröffentlicht: 01.01.2003

© KSV Hessen Kassel e.V.
Datum des Ausdrucks: 18.01.2021