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Das medien team der KSV Hessen Kassel sagt Danke für das Interesse und wünscht ein schönes Wochenende.

Imposante Erfolgs-Serie durch starke Schwaben gestoppt

VfB Stuttgart II - KSV Hessen 2:0 (1:0)
Jede Serie hat ein Ende! Nach 25 Liga-Spielen in Folge (die letzte KSV-Niederlage datiert vom 29. Oktober 2005!) hat es das Team von Trainer Matthias Hamann am 10. September 2006 erwischt. Beim spiel- und laufstarken Tabellenzweiten VfB Stuttgart II unterlag der KSV Hessen vor 1.100 Zuschauern im Robert-Schlienz-Stadion im Topspiel des 7. Spieltages in der Fußball-Regionalliga Süd mit 0:2 (Halbzeit 0:1). Die erste Liga-Niederlage in 2006!


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Auch wenn die Löwen an diesem Sonntag nicht - wie fast über ein Jahr lang gewohnt - mit Zählbarem die Heimreise antraten, enttäuschten sie keinesweges, sondern trafen diesmal auf einen schlichtweg einfach besseren Gegner, wobei - kein Widerspruch - dennoch ein Punktgewinn drin war.
Bemerkenswert später die verbale Reaktion der mitgereisten KSV-Fans, die schon kurz vor Spielende skandierten: "Wir sind stolz auf euch".

Auch Trainer Matthias Hamann wußte die Geschehnisse entsprechend einzuordnen: "Ich bin nicht sauer oder traurig. Es war mir klar, dass wir in dieser Liga mal auf eine Mannschaft treffen, die stärker ist als wir. Das hatte ich schon die ersten sechs Spiele erwartet, wo wir gut gepunktet haben."

Gegen die formstarken Schwaben war der KSV-Coach durch die Ausfälle von Jan Fießer (verletzt, resultierend aus dem Spiel gegen Kaiserslautern II)und Dominik Suslik (Syndesmoseband-Verletzung) in der Defensive zu Umstellungen gezwungen. Außerdem fehlten Marc Arnold, Michael Mason und Pascal Groß (ebenfalls verletzt bzw. im Aufbau-Training).
Der Ex-Schalker Mario Klinger rückte vor den Augen seines ehemaligen Bundesliga-Trainers Ralf Rangnick (der jetzige Hoffenheimer Coach nahm den nächsten TSG-Gegner unter die Lupe) in die Innenverteidigung und gab ein ordentliches Debüt für die Löwen in der Start-Formation.
Mirko Dickhaut bildete bei seinem Comeback mit Sebastian Busch das Duo im defensiven Mittelfeld und es gilt bei dem Ex-Profi, bei aller Erfahrung, wegen fehlender Spielpraxis und nach der langen Verletzungspause, Abstriche zu machen.

Gestärkt durch ihre Erfolge in den Saison-Auftaktwochen suchten die Gastgeber, bei denen neun U-23-Akteure und insgesamt fünf Lizenzspieler in der Start-Elf spielten, von Beginn an selbstbewußt die Offensive. Da auch der KSV gewillt war "nach Vorne zu spielen", entwickelte sich ein munteres, kurzweiliges Spiel "vor den Toren" des Gottlieb-Daimler-Stadions, wo immer wieder der Stadionsprecher über das zeitgleich stattfindende Leichtathletik-Meeting der Weltelite zu hören war.

Über die Außenbahnen inszenierte der "kleine VfB" durch seine flinken und schnellen Akteure stets gefährliche Angriffe. Doch auch mit einigen Pässen in die "Schnittstelle" der Abwehr, wurde die neu formierte "Defensiv-Abeilung" der Löwen wiederholt gefordert und da die "Abseitsfalle" nicht immer funktionierte, mußte Keeper Oliver Adler gelegentlich gar als "Feuerwehr" tätig werden.
Der zuverläßige und beste KSVer an diesem Tag war dann jedoch machtlos, als der 38jährige sein erstes(!) Gegentor in dieser Saison aus dem Spielverlauf heraus kassierte. Wieder mal war mit Tobias Weis einer der "jungen Wilden" von VfB-Coach Rainer Adrion (im übrigen mal früher Trainer von Matthias Hamann bei der SpVgg Unterhaching) über die Außenbahn unterwegs, passte quer in den Strafraum, wo Danny Galm zur Stelle und schneller als Turgay Gölbasi war, um Olli Adler aus kurzer Distanz per Direktabnahme keine Chance zu lassen (22.).

Es spricht für die Moral der Löwen, dass sie postwendend den Rückstand wettmachen wollten, es blieb jedoch bis zur Pause beim 1:0 für die Gastgeber.
Doch wer weiß, wenn der souverän leitende Unparteiische Alexander Schlutius nach dem Hechtkopfball von Thorsten Bauer ins Tor (nach Hereingabe von Saky Noutsos, 19.) nicht auf abseits erkannt und nachdem Daniel Beyer (wiederum auf Vorarbeit von Saky Noutsos, 34.) im Strafraum gegen Joachim Schwabe zu Fall kam, auf Strafstoss entschieden hätte?
"Wäre, wenn und hätte..." - hypothetisch klar...doch dennoch ein Beleg, dass für den KSV bei aller Wertschätzung für die Vorteile auf Seiten des Gegners durchaus mehr drin war, als es letzendlich das Endergebnis verrät.

Nach dem Seitenwechsel hatten die Löwen zwar zunächst Feldvorteile, ohne die kompakte Defensivabteilung des VfB jedoch ins Wanken zu bringen.
Während sich die Gäste weiter um den Ausgleichstreffer bemühten und der aufgerückte, offensivfreudige Linksverteidiger Christoph Keim nach einer Diagonalflanke von Julio Cesar da Rosa volles Risko ging, um freistehend mit seiner Volleyabnahme aus 12 Metern das Tor zu verfehlen (57.), galt es jedoch stets bei den blitzschnellen Kontern der Schwaben aufzupassen. Einer führte dann durch die beiden aus dem Bundesliga-Kader des VfB kommenden Bernd Nehrig und Christian Gentner zur Entscheidung. Der beste Stuttgarter - Gentner - passte auf Nehrig, der entschlossen in den KSV-Strafraum eindrang und den Ball mit einem satten Linksschuß in die Maschen drosch (76.).
Wenig später "zischte" zwar ein Distanzschuß von Saky Noutsos um Zentimeter über das Tor, andererseits rettete Turgay Gölbasi mit aufopferungsvollem Einsatz im eigenen Fünf-Meter-Raum nach einer Muster-Kombination der Adrion-Schützlinge (90.).

Spruch (während) des Spiels von Oliver Adler: "Sagt mal, wo ist eigentlich der zweite Stürmer bei uns. Hat den jemand gesehen?"
Reaktion und Kommentar des KSV-Keepers, nachdem, obwohl Trainer Matthias Hamann in der 2. Halbzeit zwei Stürmer eingewechselt hatte, der gewohnt fleißige Thorsten Bauer weiter vorn im Sturmzentrum "Einzelkämpfer" blieb.

S T I M M E N D E R T R A I N E R :

Matthias Hamann (KSV): "Der VfB war heute eine Nummer zu groß für uns. Wir hatten zwar mit Beginn der zweiten Halbzeit ein paar optische Vorteile, doch unser Einwechslungen verpufften zu schnell. Julio Cesar war zu oft auf die Flügel ausgewichen. Wir sind trotz der Erfolge zuvor immer realistisch geblieben. Wichtig ist, dass wir weiterhin einen Abstand von acht Punkten nach unten haben."

Rainer Adrion (VfB II): "Danke für die faire Analyse, Matthias. Ich denke, dass man trotz des Resultates gemerkt hat, warum der KSV Hessen sieben Auswärtspunkte holte und so lang in Regional- bzw. Oberliga-Spielen ungeschlagen war. Meine Mannschaft hat großartige Abwehrarbeit geleistet, durfte sich aber auch keine Nachlässigkeiten erlauben. Es war schon zu merken, dass Kassel defensivstark ist und eine gefestigte Mannschaft hat. Ich kann die bisherige Saisonleistung meiner Mannschaft nicht hoch genug bewerten. Was ich jedoch nicht verstehe, ist, warum so ein Spiel im Vorfeld von der Presse im Stuttgarter Raum nicht gewürdigt wurde. Hier spielt der Zweite gegen den Dritten, mit vielen Talenten in beiden Teams. Das geht so nicht! Dieses Spiel verdiente mehr Aufmerksamkeit durch die Medien im Vorfeld".

VfB Stuttgart II: Hammel - Schuon, Dangelmayr (C), Kovacevic, Schwabe - Khedira, Gentner - Perchtold (75. Schaschko), Galm (46. Morys) - Nehrig, Weis (85. Szalai). Trainer: Rainer Adrion.

KSV Hessen: Adler - Gölbasi, Schönewolf (C), Klinger, Keim - Busch, Dickhaut (53. Cesar da Rosa) - Beyer, Noutsos, Wagner (69. Osterhold) - Bauer. Trainer: Matthias Hamann.
Auf der Bank: Seeger (ETW), Schwager, Oliev, Turhan, Gerov.

Schiedsrichter: Alexander Schlutius (Lingenfeld)
Zuschauer: 1.100

Tore: 1:0 Galm (22.), 2:0 Nehrig (76.)

Gelbe Karten: Perchtold, Kovacevic - Wagner (4. GK), Osterhold (1. GK), Keim (1. GK).

Herbert Pumann
KSV-Pressereferent


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Veröffentlicht: 10.09.2006

© KSV Hessen Kassel e.V.
Datum des Ausdrucks: 17.11.2019