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Das medien-team des KSV Hessen Kassel bedankt sich für das Interesse und wünscht noch ein schönes Wochenende.

Tiere, Tore, Sensationen

STORY
Es gibt Fußballspiele, die sind etwas ganz besonderes, prägen sich unauslöschlich ins Gedächtnis ein. Natürlich gab es solche auch im Auestadion.
Wichtige, wie die großen Pokalschlachten des KSV Hessen oder die Bundesliga-Aufstiegsrunde der Löwen 1964. Auch die erfolgreichen Kämpfe von David KSV Baunatal gegen Goliath 1860 München sind unvergessen.

Aber Erinnerungen, die im Nachhinein noch zu Lächeln und Kopfschütteln animieren, sind die an die kuriosen Spiele. Die mit den verdrehten Spielverläufen, überraschenden Wendungen oder teilweise schon grotesken Randerscheinungen. Auch davon gibt es einige Kapitel in der Fußball-Geschichte des Auestadions.

Es war am 9. Februar 1980, als Oberliga-Spitzenreiter KSV Hessen zehn Minuten vor Schluss gegen den Tabellenneunten FC Hanau 93 mit 0:2 scheinbar aussichtslos im Hintertreffen lag. Während der siegesfrohe 93-Trainer Gyula Toth (früher auch Coach des KSV Hessen) wie ein Derwisch an der Seitenlinie auf und ab sprang, schickte KSV-Trainer Rudi Kröner den 30-jährigen Dieter Greif in den Kampf. Der Neuzugang aus Herne, nach einem Beinbruch noch nicht wieder voll belastbar, erzielte mit der ersten Ballberührung den Anschlusstreffer (81.). Nach dem Ausgleich durch Klaus Zaczyk (89.) setzte Greif im Stil eines Torjägers mit seinem zweiten Tor zum 3:2 (90.) den sensationellen Schlusspunkt. Das Auestadion stand kopf. Wildfremde Menschen umarmten sich und manch einer wischte sich verschämt die Freudentränen aus dem Gesicht.

Torjägerqualitäten, die wurden auch Uwe Pallaks zugeschrieben. Aber der Gerd-Müller-Typ aus Herford, vor der Saison 81/82 neu verpflichtet, blieb zunächst weit hinter den Erwartungen zurück. Bis zum 19. September. Da gastierte Rot-Weiß Essen zum Punktspiel in der 2. Bundesliga im Auestadion - und Pallaks große Stunde schlug. In Gerd-Müller-Manier setzte der zuvor von den Löwenfans geschmähte Mittelstürmer dem verdatterten RWE-Torhüter Werner Scholz gleich vier Treffer in die Maschen. Am glücklichen Ende stand es 7:3 für den KSV, der es in den vorangegangenen acht Partien gerade mal auf sechs Treffer gebracht hatte. Uwe, Uwe schallte es nach dem Torfestival des 29-jährigen Pallaks von den Rängen. Doch der neue Held gab sich bescheiden: Eigentlich ist es völlig egal, wer die Tore schießt. Hauptsache sie fallen.

Tore fielen auch am 29. September 1984. Sogar wie die reifen Früchte vom Baum. Für die KSV-Anhänger nur leider auf der falschen Seite. Golke, Dahms, Hinz und Herzog hatten den FC St. Pauli zur Halbzeit mit 4:1 in Front geschossen. Keiner der 7000 enttäuschten Zuschauer hätte da noch einen Pfifferling auf die Elf von Trainer Jörg Berger gesetzt. Doch in einem furiosen Sturmlauf bogen Peter Cestonaro (3 Tore), Dirk Bakalorz und Horst Knauf das Spiel noch in einen umjubelten 5:4-Erfolg um. Platz zwei hinter Hannover 96 in der 2. Bundesliga war damals der Verdienst für diesen Husarenstreich.

<img src="cms/bilddb/03-08-02schaeferhund_rex.jpg" border="0" align="left" hspace="5" vspace="1">Und dann war da noch die Sache mit Rex. Der dunkelhaarige Schäferhund saß mit einigen Artgenossen am 2. Februar 1985 vor dem Punktspiel gegen Fortuna Köln neben seinem Herrchen als aufmerksamer Wächter auf der Laufbahn. Da rollte ihm beim Aufwärmtraining ein Ball der Kölner zwischen die Vorderbeine. Gerade als sich Rex mit der geschenkten Lederkugel anfreunden wollte, schob sich ihm das haarige Männerbein des Spielers Janus Gudlaugsson in die Quere. Rex schnappte erst ein und dann zu. Der feste Biss in den Oberschenkel beendete das geplante Gastspiel des Isländers im Auestadion vorzeitig und schmerzhaft. Der Protest der Kölner wurde später abgelehnt. Freispruch für den wachsamen Rex auf der ganzen Linie.

<i>Von Rolf Wiesemann / HNA-Sportredaktion, 02.08.03</i>

Bild1:Voller Einsatz:KSV-Stürmer Uwe Pallaks wird von seinem Bewacher handgreiflich gebremst. Zweiter von rechts ist Klaus Zaczyk.

Bild2:Braver Hund:Schäferhund Rex mit Herrchen als aufmerksamer Wächter am Spielfeldrand.
FOTOS: HNA-ARCHIV

Veröffentlicht: 02.08.2003

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Datum des Ausdrucks: 20.10.2019