Thorsten Bauer sichert Last-Minute-Sieg

KSV Hessen - Buchonia Flieden 2:1 (0:0)
Zumindest zu Hause scheinen sich die Löwen stabilisiert zu haben. Zwei Wochen nach dem souveränen 3:0-Heimerfolg über Wörsdorf dominierte der KSV Hessen auch die Partie gegen Buchonia Flieden, machte aus seinen Chancen aber zu wenig. Am Ende gab es schließlich dennoch ein Happy End, Thorsten Bauer traf eine Minute vor Schluss zum 2:1 (0:0)-Sieg.
Die Nerven liegen blank. Bei Löwen-Coach Matthias Hamann, der inzwischen auf die Tribüne verwiesen worden ist. Bei den Zuschauern, die den Schiedsrichter mit Hoyzer-Rufen beschimpfen. Und beim jungen Referee Alexander Wahl (21) selbst, der zum Spielende hin mehr und mehr seine Linie verliert und das Match dadurch eher anheizt, anstatt es zu beruhigen.

89 Minuten sind gespielt, 1:1 steht es im Aufeinandertreffen des Tabellenvierten und -zweiten. Es gibt eine weitere Ecke für die Löwen. Viele hat es zuvor bereits gegeben, doch ein Tor wollte daraus bisher noch nicht entspringen. Marc Arnold flankt den Ball in den Fünfmeterraum, findet aber keinen Abnehmer. Turgay Gölbasi bekommt das Leder im Rutschen an der Torauslinie, spielt flach Richtung Fliedener Gehäuse - und da steht Thorsten Bauer, der einschiebt. 2:1 für den KSV - ein vielumjubelter Treffer bei den 1250 Zuschauern.

Doch diese Spannung in den Schlussminuten war eigentlich unnötig. Denn bis Anfang der zweiten Halbzeit bestimmten die Löwen das Spiel und verzeichneten vor allem in den ersten 45 Minuten eine Torchance nach der anderen. Das Problem: Zunächst wurde keine davon genutzt.

Mit einer überraschend offensiven Ausrichtung war der KSV in die Partie gegangen. Überraschend deshalb, weil mit Julio Cesar (Sprunggelenksverletzung) der quirlige Topstürmer ausfiel. Die Lücke, die der Brasilianer hinterließ, sollte Mittelfeldspieler Francis Bugri schließen. Der 24-jährige Ex-Dortmunder fungierte als hängende Spitze im 442-System, zumal mit Thorsten Bauer nur noch ein gelernter Stürmer im Aufgebot stand.

Und das Konzept schien zunächst aufzugehen. Bugri, technisch versiert, zeichnete sich zu Beginn als Ballverteiler in der Offensive aus und setzte des Öfteren seine Mitspieler in Szene. Allein etwas Zählbares sprang nicht heraus. Weder Bauer auf Bugris Hereingabe (12.), noch Arnold per Weitschuss (7.) oder Wagner per Volleyabnahme (19.) konnten ihre Möglichkeiten nutzen. Auch die vielen Eckbälle, allesamt getreten von Marc Arnold, blieben ohne Erfolg. Cihan (8.) und Bauer (28.) hätten auch hier für die überfällige Führung sorgen können.

So ging es zur Halbzeit mit einem torlosen Remis in die Kabinen. Die Löwen verzweifelt? Nein, denn nur drei Minuten nach Wiederanpfiff endlich der erlösende Treffer. Martin Wagner trifft auf Pass von Schönewolf aus halblinker Position zum 1:0 und sorgt damit auch dafür, dass die Gäste ihre defensive Taktik ändern müssen.

Flieden, ausgestattet mit einem kompakten Fünfermittelfeld, wurde jetzt offensiver, hätte durch Frederic Braun (51.) und Jens Link (57.) ausgleichen können. Glück für die Löwen in diesen Szenen, doch nach einer Stunde war es dann trotzdem soweit: Freistoß von der linken Seite durch Hayrettin Yildiz. Oliver Adler im KSV-Tor unterschätzt die Flanke, das Leder prallt vom Innenpfosten in Adlers Gesicht und schließlich ins Netz. Der Ausgleich - überflüssig und dennoch nicht unverdient, weil die Löwen nach der Führung zu passiv agierten.

Am Ende reichte es dann doch noch zum Happy End, zumal die Gastgeber ihre Offensiv-Bemühungen nach dem 1:1 wieder intensivierten, auch wenn Julio Cesar im Sturmzentrum sichtlich fehlte. Mit dem Sieg verbesserte sich der KSV auf Tabellenrang drei und könnte mit einem Erfolg am nächsten Samstag in Klein-Karben auf den zweiten Platz rutschen. Denn: Der Zweite, Buchonia Flieden, hat nur noch einen Punkt Vorsprung auf die Löwen. Und spielt kommende Woche gegen Tabellenführer FSV Frankfurt. Der ist bekanntermaßen immer noch ungeschlagen.

Von Michael Brehme

KSV Hessen: Adler - Gölbasi, Cihan, Schönewolf, Keim - Malinov, Dickhaut, Arnold, Wagner - Bugri - Bauer

Flieden: Bormann - Wischermann - E. Yildiz, Geschwindner - Braun, H. Yildiz, Hasic, Link, Hose - Di Rosa, Bunzenthal

Spieler-Wechsel: 59. Suslik für Cihan, 72. Beyer für Malinov, 83. Schönefeld für Wagner - 21. Rother für Bunzenthal, 46. Martinez für Hose

Reservebank: Bitzer (Tor), Warneke, Dellova, Groß - Härtel (Tor), Salomon, Möller

Tore: 1:0 Wagner (48.), 1:1 Adler (Eigentor / 60.), 2:1 Bauer (89.)

Schiedsrichter: Alexander Wahl (Laufdorf) - Zuschauer: 1250

Aufstellung

Veröffentlicht: 22.10.2005

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Datum des Ausdrucks: 25.02.2021