
Von Joachim Hofmeister
Immenhausen. Siegfried Exner war ein wenig enttäuscht. Der stellvertretende Abteilungsleiter der Immenhäuser Fußballer hatte mit mindestens 550 Besuchern zum Freundschaftsspiel zwischen dem U23-Team des SV Werder Bremen und KSV Hessen Kassel gerechnet. Exner zählte 380 Zuschauer. Doch die, die ins Bernhardt Vocke-Stadion kamen, waren wohl eingefleischte Fußball-Anhänger.
Trotz drückender Hitze tauschte Kristoffer Koch seinen Platz am Beckenrand des Immenhäuser Schwimmbades mit dem am Spielfeldrand. „Das war es mir wert. Einen echten Fan lässt die Hitze kalt", sagte der 19-Jährige. „Ich wollte mir unbedingt anschauen, was beide Teams so drauf haben."
Koch und die anderen Zuschauer notierten eine über weite Strecken überlegene Löwen-Elf, die sich gegen die höherklassigen Bremer mit 3:0 (1:0) behauptete. Alle Tore für den Regionalligisten erzielte Thorsten Bauer. In der 28. Minute klingelte es zum ersten Mal im Kasten der Hanseaten. Der Goalgetter war auf Vorlage von Tobias Damm erfolgreich. Der Neuzugang war ebenfalls Wegbereiter des zweiten Tores (53.). Treffer Nummer drei resultierte nach einem Kopfball (71.). Bremens Torhüter Tobias Duffner hatte bei allen Toren keine Abwehrmöglichkeit. „Thorsten ist ein lieber Kerl. Ich hätte nicht gedacht, dass er mir drei Dinger einschenkt", sagte der Werder-Schlussmann unmittelbar nach dem Schlusspfiff augenzwinkernd und wünschte dem KSV-Stürmer auf dem Weg in Richtung Aufstieg alles Gute.
Gute Chancen auf die Höherklassigkeit räumt Bremens Trainer Thomas Wolter dem KSV ein. „Kassel hat das Zeug dazu, in der Spitzengruppe mitzumischen", gratulierte der Ex-Profi zum verdienten Sieg.
Vielleicht gibt es schon im nächsten Jahr ein Wiedersehen zwischen Bremen und den Löwen. Dann aber gegen die Bundesliga-Truppe des SV. „Ich möchte gern mit meiner Mannschaft gegen Bremens erste Garnitur spielen", formulierte KSV-Trainer Mirko Dickhaut seinen Wunsch.
Andreas Güttler signalisierte, dem Löwen-Coach dabei behilflich zu sein. Der ehemalige Immenhäuser Bürgermeister und Geschäftsführer des Zweckverbandes Raum Kassel ist seit einigen Jahren mit Bremens Präsident Klaus-Dieter Fischer befreundet.
Sollte Dickhauts Wunsch in Erfüllung gehen, wird Kristoffer Koch seinen Platz am Beckenrand mit dem am Spielfeldrand sicher gern wieder tauschen.
KSV: Jensen, Grembowitz (60. Pokar), Ochs (60. Latifi), Heussner, Mayer, Gaede (84. Pavic), Schmidt, Weigelt (60. Koitka), Asaeda, Damm (78. Pforr), Bauer.
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