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von Dementes_Frettchen » 23. Jun 2009, 23:03
Das Engagement, mit dem Pu die Sache betrieben hat, muss man ihm definitiv hoch anrechnen - der Punkt wurde hier ja richtigerweise oft betont. Trotzdem halte ich es eher mit Zuppler: Jetzt alles schön zu reden, was in Sachen Öffentlichkeitsarbeit die letzten Jahre lief, geht mir auch eine Spur zu weit.
Was positiv hervorzuheben ist, ist der Liveticker. Den hat Pu wirklich mehr als ordentlich gemacht. Es war für mich immer unterhaltsam, den Löwen-Spielen zumindest auf diese Weise im fernen Berlin beiwohnen zu können.
Ebenfalls annehmbar fand ich Pu in seiner Rolle als Moderator von Pressekonferenzen bzw. Löwen-Talk.
Was allerdings gar nicht ging, war seine Arbeit, sobald er einen Artikel schreiben sollte. Diese Stilblüten waren schon arg grenzwertig und ich dachte mir oft, dass solch amateurhafte Berichte und Pressemitteilungen durchaus dazu führen können, den einen oder anderen potentiellen Sponsor von einem Einstieg bei den Löwen zurückschrecken zu lassen. Denn das, was man da teilweise so lesen musste, ließ nicht unbedingt den Schluss zu, es mit Profis zu tun zu haben.
Was ich damit sagen will: Man sollte in Pus Abgang die Chance sehen, einen Weg hin zu mehr Professionalität in der Außendarstellung einschlagen zu können. Das ist natürlich nicht ganz einfach, wenn man nur eine Aufwandsentschädigung zahlen kann, aber dennoch qualitativ hochwertige Ergebnisse erzielen möchte. Denn diejenigen, die dazu in der Lage wären, dem KSV zu einer wirklich professionellen Pressearbeit zu verhelfen, sind Job-technisch meist so eingebunden, dass sie eine Pumann'sche One-Man-Show zeitlich nicht stemmen können. Nichtsdestotrotz ist es möglich, auch mit wenig Geld, diese Position gut zu besetzen. Das beginnt allerdings bei der richtigen Personalauswahl. Prinzipiell gibt es 3 Möglichkeiten, die Stelle neu zu besetzen: Variante 1 wäre ein Mann à la Pumann, der die ganze Sache allein meistert. Da hat man jedoch das Problem, dass diejenigen, die genügend Zeit haben (sofern sie noch nicht verrentet sind), oftmals "literarisch" ein wenig limitiert sind. Das wäre quasi ein "weiter so" in Pumann-Tradition.
Möglichkeit 2 wäre die Vergabe des Postens an eine Person, die früher mal journalistisch tätig war oder schreiben/moderieren kann, jetzt aber aufgrund von Verrentung genug Zeit hat, eine solche Position allein auszufüllen; quasi eine "Rolf Wiesemann-Lösung" (RW nur als Beispiel).
Die dritte Option wäre, die Last auf mehrere Schultern zu verteilen. Würde man z.B. einen Aufgabensplit in der Weise durchführen, dass Einer für Liveticker und Spielbericht, ein Anderer für Moderation von KSV-TV und Pressekonferenzen und ein Dritter für Pressemitteilungen zuständig ist, könnte man eher fähige Leute, die im Berufsleben stehen, in die Arbeit einbinden, als wenn Einer sämtliche Aufgaben allein übernehmen muss.
Ich persönlich würde für Variante 2 plädieren, da ein "neuer Pu" (Variante 1) Stagnation auf niedrigem Niveau bedeuten würde und Möglichkeit 3 wahrscheinlich relativ großen Organisationsaufwand mit sich brächte (denn für den Verein ist es natürlich einfacher, sich mit einem als mit drei Pressereferenten abzustimmen). Die dritte Option wäre eher eine provisorische Lösung, bis ein geeigneter Pumann-Nachfolger gefunden ist. Denn bevor der Verein bis zur endgültigen Klärung der Personalie im Nachrichten-Vakuum steckt, sollte man besser auf mehrere Köpfe zurückgreifen, da vor allem keine Nachrichten schlechte Nachrichten sind.
Abschließend noch ein Wort zur von Einigen vorgeschlagenen Michi Brehme-Lösung: Ich glaube kaum, dass das bei ihm Job-kompatibel ist. Von einem Journalisten erwartet man schließlich, dass er einigermaßen überparteilich ist. Oder wolltet Ihr, dass z.B. der Politikteil in Eurer Tageszeitung von Angela Merkel geschrieben wird? MB wäre zwar eine Top-Lösung, aber trotzdem denke ich, dass es beim Kicker und seinen Lesern nicht sonderlich gut ankäme, wenn die Artikel über die Löwen vom KSV-Pressesprecher geschrieben würden...
All you need is trust and a little bit of pixie dust!