
Kassel
Vorstand gegen Auswärtsfahrten
Eine Rote Karte, ein nicht gegebenes Tor, zwei versagte Elfer, eine Niederlage in letzter Minute durch ein 30-Meter Treffer bei Dorfclub OSC Vellmar. So zu verlieren geht an die Nerven und war für einige Fans des KSV Hessen Kassel Anlass zum Platzsturm. Ähnliche Ereignisse gab es beim Spiel in Schwalmstadt. Hier fragten einige Kasseler beim Linienrichter noch einmal genau nach, wie seine Entscheidungen zu verstehen seien.
Dem Clubvorstand reichte das. Er veröffentlichte eine kuriose Erklärung, in der unter anderem zu lesen war: "Wir werden keine Auswärtsfahrten mehr unterstützen und empfehlen ihnen, die Mannschaft im Auestadion anzufeuern und bei Auswärtsspielen nur die Daumen zu drücken". Klartext: es wäre dem Verein lieber, in der Fremde auf die Fans zu verzichten.
Einige haben das falsch Verstanden und waren sauer, aber es wurde ja kein verbot ausgesprochen, sagte Axel feder, der Betreiber von ksv-hessen-fans.de, die meisten sind dann trotzdem gefahren. Es ging sicher auch darum, den Verband zu besänftigen. Da war die Produktion einiger T-Shirts mit dem Aufdruck "Auswärts unerwünscht" jedoch längst in Auftrag gegeben.
Dabei ist das heimische Auestadion aktuell kein Ort zum Wohlfühlen. Im Zuge von Umbauarbeiten stieß man auf alte Luftbilder des Runds, die einen Bombentrichter zeigen, der auf eine 5-Zentner Bombe aus dem 2.Weltkrieg schließen lässt. Der Kampfmittelräumdienst ist aktiv geworden, konnte die Bombe bisher allerdings noch nicht orten.
Quelle: Stadionwelt, Ausgabe Februar-März 2006, Seite 8