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von Jorsch » 31. Okt 2004, 14:47
Man kann es jetzt drehen und wenden, wie man will, von Punktgewinn sprechen oder aus der Ferne von Punktverlust. Wer vor Ort war, hat gesehen, daß die Nummer auch nach hinten hätte losgehen können. Wörsdorf hatte meiner Meinung nach schon in der ersten Hälfte mehr Spielanteile und kam gerade in der zweiten Hälfte häufiger vors Löwentor. Die Löwen wiederum haben stark dagegengehalten, sind alle schmutzig vom Feld gegangen und hatten durch Nebe die beste Chance im zweiten Durchgang.
Fazit: Hätte das Spiel einen Sieger gehabt, wäre dieser als „Der Glücklichere“ zu bezeichnen gewesen.
Natürlich schaut man auf die Spielansetzung und denkt, alles andere als ein Sieg ist inakzeptabel. Im letzten Jahr wurde dort 4:0 gewonnen, wobei auch damals das zweite Tor erst spät fiel. Ein Jahr zuvor fiel das erlösende zweite Tor gar nicht und so wurde bis zum Schlußpfiff gezittert.
Aber wie sind denn die Löwen angetreten? Mal völlig abgesehen von dem Selbstvertrauen, das nach dem Bernbach-Spiel irgendwo zwischen Keller und Erdkern lag.
Torbjörn Warneke machte sein erstes Spiel von Anfang an. Die beiden anderen Debütanten – Heidtke und Hirdes – mußten direkt auf Schlüsselpositionen ran. Viel kaltes Wasser. Zum Glück ist keiner ertrunken. Alle drei haben ihre Sache gut gemacht.
Die Mannschaft muß sich jetzt erst finden und den Thomale-Schaden kompensieren. Wenn das gelingt, kommt sie auch irgendwann da unten raus.
Noch etwas: Sollte mal wieder Geld in der Kasse sein und dadurch die Verlockung steigen, neue Spieler auch von außerhalb der Region zu holen: Bevor man wieder die Fühler nach Ex-Profis (für mich inzwischen ein ziemliches Unwort) ausstreckt, kann es nicht schaden, sich einfach mal in der eigenen Liga umzuschauen. Wie Axel gestern während des Spiels schon sagte, ist die Leistungsdichte offenbar kleiner geworden. Auch in den kleinen Mannschaften gibt es starke Spieler. Zum Beispiel die Wörsdorfer Verteidiger Markus Kusch (24 Jahre) und Christian Koch (20 Jahre), die gestern wenig bis nichts zuließen und sich nach eigenen Angaben – ich habe es nicht überprüft – in dieser Spielzeit noch kein Stürmertor eingefangen haben. Wörsdorf hat übrigens hinter Eschborn zusammen mit Flieden die zweitwenigsten Gegentore der Liga kassiert.