SC Borussia Fulda - KSV Hessen Kassel 0:1 (0:1)
"Kassel defensiv zu stark – Knapp 4.000 Zuschauer in der Johannisau!"
Fulda (sb)
Der SC Borussia Fulda musste am Dienstag Abend gegen den KSV Hessen Kassel im
ehrwürdigen Schlager der Oberliga eine knappe 0:1-Niederlage hinnehmen.
Trainer Andrzej Rudy stellte zweimal um: Er selbst blieb auf der Bank und Christian Winter
stürmte von Beginn an. Für den rot-gesperrten Markus Unger lief der wiedergenesene
Oliver Otto auf.
Zehn Minuten musste Bundesligaschiedsrichter Lutz Wagner mit dem Anpfiff der Partie
warten, ehe alle fast 4.000 Zuschauer ihren Platz in der Johannisau gefunden hatten:
Rekordbesuch für den SCB in dieser Spielzeit! Unter den Zuschauern fand sich auch
reichlich Oberligaprominenz: FSV Frankfurts Bernd Reisig war ebenso vor Ort wie die
drei Trainer Epp (Erzhausen), Lichte (Baunatal) und Krawczyk (Hünfeld).
Die erste Hälfte war geprägt von Fuldaer Überlegenheit im Ballbesitz, zwingende Torchancen
gab es aber auf beiden Seiten wenige. Borussia kontrollierte das Spiel, sah aber immer mal
wieder einen Konter auf das eigene Tor zulaufen. Kassels Trainer Freudenstein: "Die besseren
Torchancen hatte meine Mannschaft!"
Ein Kopfball des polnischen Ex-Bundesligaprofis Slawomir Chalaskiewicz (6.) und eine
verpasste Flanke von Artur Tews (15.), mehr sprang nicht dabei heraus. Borussia kam zu
einem ersten Warnschuss durch Christian Winter (8.) und einer Schusschance durch Oliver
Otto (37.). Als sich alle schon mit dem 0:0-Halbzeitstand anfreunden wollten, zeigte Kassel
seine Kaltschnäuzigkeit. Ecke Chalaskiewicz, Kopfball des Ex-Regensburger Bauer am langen
Pfosten, schon stand es 0:1 für den Gast.
Mit dem Vorsprung ging es in die Kabinen. Nach dem Wechsel ein ähnliches Bild: Fulda
hatte mehr vom Spiel, die Zuschauer bekamen tollen Fußball zu sehen, und Kassel war immer
gefährlich durch Konter. Innerhalb von fünf Minuten hatte Borussia zweimal Glück mit Kasseler
Aluminiumtreffern: Thorsten Bauer (50.) und Lamont Sandiford (55.) hätten für Kassel erhöhen
können. So blieb es aber beim 0:1, und Borussia versuchte fortan alles. Mit viel Applaus wurde
Andrzej Rudy nach 56 Minuten auf dem Spielfeld begrüßt. Jetzt kam noch einmal Dampf ins
Borussen-Spiel und man warf alles nach vorne. Abu Njie holte sich immer wieder die Bälle und
verteilte sie gekonnt. Am Strafraum war die Heimmannschaft dann aber meist mit ihrem Latein
am Ende.
Kassel stand hervorragend in der Defensive und wird in solch einer Form auch von anderen
Gegnern nur schwer zu knacken sein. So gab es auch nur noch drei nennenswerte Chancen
für Fulda: Frank Gerster scheiterte mit einem Kopfball (70.) ebenso knapp wie mit einem
Schuss aus kurzer Distanz (86.). Der ansonsten unauffällige Martin Wengerek nutzte beinahe
eine kurzzeitige Verwirrung im Strafraum, zielte aber aus 17 Metern nicht genau (65.).
Am Ende gab sich auch Andrzej Rudy geschlagen: "Wir haben das Glück wohl schon in den
ersten Spielen aufgebraucht, werden uns aber am Samstag gegen Hünfeld die drei Punkte
wieder zurückholen!"
Die Zuschauer konnten in dem Sinne zufrieden gewesen sein, dass die Partie jeden Cent
ihrer Eintrittskarte Wert war. Oberligafußball auf hohem Niveau bekamen die Scharen zu sehen,
die sich im Stadion einfanden.