Hallo KSV-Fans,
haben in der Frankfurter Neuen Presse,Teil-
Ausgabe Hoechster Kreisblatt auf Seite 10
folgenden Kommentar gelesen .
Hierzu kamen noch Beitäge des Bürgermeisters,
des Trainers sowie der FNP selbst,insgesamt
fast eine ganze Seite !
Hier ein Ausschnitt des Gespräches mit dem
1.Vorsitzenden :
Kopp: "Der Erfolg kam für uns fast zu schnell"
Vom 04.01.2003
Eschborn. Die SG Hoechst träumte als Tabellendritter der Fußball-Oberliga vor ziemlich genau einem Jahr davon, in die Regionalliga aufzusteigen – und war im Sommer pleite. Steht dem FC Eschborn ein ähnliches Schicksal bevor? Wohl kaum, denn die Finanzen scheinen solide – auch wenn's kurz vor Weihnachten Verzögerungen bei der Auszahlung der Spielergehälter gab, was an der verspäteten Zahlung von Sponsorengeldern lag. Sind aber wirklich die Voraussetzungen gegeben, um an einen Aufstieg denken zu
Fußball, FC Eschborn
können? Mit dieser Frage beschäftigt sich HK-Sportredakteurin Kerstin Schellhaas auf dieser Seite. Sie sprach mit Eschborns Bürgermeister Wilhelm Speckhardt ebenso wie mit Trainer Ali Marzban, und führte das folgende Interview mit dem Vereinsvorsitzenden Michael Kopp.
Als Tabellenführer der Oberliga Hessen sollte der FC Eschborn automatisch die Bewerbungsunterlagen für die Regionalliga erhalten haben. Waren Sie erschrocken, als Sie gelesen haben, welche Auflagen der Verein im Falles des Aufstiegs erfüllen muss?
Zunächst mal haben wir uns in Eigeninitiative die Anforderungen vom letzten Jahr besorgt und das Ganze unserem Rechtsbeistand Stefan Mohr zur Prüfung übergeben. Unser größtes Problem wird es sein, die Sportanlage regionalligatauglich hinzubekommen. Das geht nur mit Unterstützung der Stadt. Andere Unterlagen von Finanzamt, Berufsgenossenschaft, Krankenkasse und so weiter haben wir ja auch schon für die Wirtschaftlichkeitsprüfung in der Oberliga benötigt. Das kennen wir. Eine teure Sache allerdings werden die Bilanzen, die von einem Wirtschaftsprüfer attestiert werden müssen.
In welchem Stadium der Planungen befindet sich der Verein?
Derzeit läuft alles, was wir intern im Verein regeln können, allen voran die Erstellung der Bilanzen. Aber es nutzt nichts, wenn wir unsere Hausaufgaben machen, ehe wir eine verbindliche Zusage der Stadt haben, dass wir auch in Eschborn spielen können. Eine Alternative gibt es nämlich nicht.
Reden wir über die notwendige Infrastruktur: Benötigt werden eine Tribüne mit Sitzplätzen, eine Abgrenzung des Spielfelds, weitere Eingänge, separate Spielfeldzugänge für beide Mannschaften, sanitäre Anlagen auch für die Zuschauer, Parkplätze, ein Ordnungsdienst, und, und, und.
Fangen wir bei der Tribüne an: Das könnte eine Stahlrohrkonstruktion sein. Größeres Problem wird sein, wo sie aufgestellt wird, denn wir haben nur zwei Plätze und der Hartplatz muss für Trainings- und Spielbetrieb erhalten bleiben. Bei den separaten Spielerzugängen hoffen wir auch auf Zustimmung zu einer Übergangslösung, auch in Wehen beispielsweise nutzen beide Mannschaften einen Kabinenzugang. Die Flutlichtanlage wäre leicht aufzurüsten, und auch die Erweiterung der Eingänge von zwei auf drei ist kein Problem. Der Ordnungsdienst müsste natürlich professionell organisiert werden. Auch wenn er bei der kleinen Generalprobe beim FSV-Spiel mit Vereinsmitgliedern, darunter der Soma, gut geklappt hat, können wir das auf Dauer unseren Mitgliedern nicht zumuten. Die Parkprobleme müssen in Zusammenarbeit mit der Stadt gelöst werden. Auch das hat aber beim FSV-Spiel dank Ordnungsamt und Polizei reibungslos geklappt. Aber wir müssen klarstellen: Wir reden hier nur von Übergangslösungen für eine Saison.
Wie wollen Sie den Spagat schaffen zwischen dem Erhalt der bislang doch recht guten Vereinsstruktur und dem für die Regionalliga notwendigen professionellen Aufbau?
Wir müssen natürlich 1. und 2. Mannschaft, die künftig als Wirtschaftsbetrieb gelten, und Jugendarbeit trennen. Im März haben wir Neuwahlen, und wenn ich mich als Vorsitzender wieder zur Wahl stelle, ist die Voraussetzung dafür ein professionelles Team. Wir werden wohl einen hauptamtlichen Geschäftsführer einstellen müssen, denn wir haben es jetzt schon teilweise mit einem Wirtschaftsbetrieb zu tun, der allein ehrenamtlich nicht mehr zu führen ist.
Ist der Verein denn überhaupt schon reif für den Aufstieg?
Jein. Dieser Erfolg kam fast zu schnell, auch wenn er der Lohn für die gute Arbeit der vergangenen Jahre ist. Ich denke auch manchmal, das ist zu viel des Guten. Wir wollten doch erst mal nur professionelle Strukturen für die Oberliga schaffen, denn wir haben es hier ja schon mit Vereinen wie Hessen Kassel oder dem FSV zu tun, die diese schon lange haben.
Glauben Sie bei den Mitgliedern genügend Unterstützung zu haben?
Von der Stimmung her ja. Jeder ist unheimlich stolz, dass wir so positive Schlagzeilen schreiben. Aber die Belastbarkeit der Mitglieder hat Grenzen. Bei uns läuft das meiste über das Ehrenamt und darauf ist der FC, der aktiv ist in vielen Bereichen, von der Jugend bis zur Bewirtung bei Festen, auch angewiesen. Wir müssen also aufpassen, dass dieses familiäre Flair nicht verloren geht, wenn es durch den Aufstieg in den Teilprofibereich geht. Man darf nicht sagen, die Leute, die jahrelang gute Arbeit geleistet und ihren Anteil daran haben, dass der Verein so gut dasteht, sind jetzt nicht mehr wichtig, weil wir andere Strukturen brauchen.
Und wie ist der Rückhalt in der Bevölkerung und bei den Politikern?
Seitens der Bevölkerung gut. Das zeigen schon die Zuschauer-Zahlen. Man sieht auch immer mehr Eschborner, die lange nicht mehr, oder nicht mehr so oft auf den Sportplatz kamen. Ganz abgesehen davon, dass wir aus dem ganzen Kreis Fußballfans anziehen. Wir sind momentan für die Stadt ein sehr guter Werbeträger, sogar über Hessen hinaus, wo Eschborn sonst nur wegen seiner Wirtschaft und Steuereinnahmen im Gespräch war. Ich glaube, dass das auch die Politiker anerkennen.
Warum ist es überhaupt wichtig für den FC Eschborn, in der Regionalliga zu spielen?
Wichtig ist es nicht. Unsere Zielsetzung war immer die Oberliga, weil es eine der attraktivsten Klassen ist und wir mit dem Erreichen zu den besten Vereinen Hessens im Amateurbereich zählen. Aber wenn man die Chance hat aufzusteigen, kann man doch nicht sagen, man nutzt diese nicht. Wichtig ist doch, dass man finanziell gut arbeitet, dass der Verein gesund bleibt. Wir dürfen nicht übermütig werden. Und man darf nicht nur das Auge auf 1. und 2. Mannschaft richten, sondern auch auf die Jugend.
Aber ist der Verein nicht schon jetzt an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen? Sogar über einen Aufnahmestopp in der Jugendabteilung soll schon geredet worden sein.
Ja, da haben wir ein Problem. In unseren 13 Jugendmannschaften spielen fast 300 Jugendliche, wir haben die Soma, die zweite Mannschaft, vier bis fünf Mal Training der Oberliga-Mannschaft – und alles findet auf zwei Platzen statt. Das ist die eine Sache. Auf der anderen Seite müssen wir jetzt schon versuchen, auch die Jugend professioneller aufzubauen, schließlich wollen wir langfristig wieder eigene Talente aufbauen. Aber es nützt nicht, wenn A- oder B-Jugend in der Bezirksliga spielen, wer soll da den Sprung in die Oberliga schaffen? Wir müssten also auch mit der A-Jugend in die Oberliga und dabei trotzdem die Kosten im Blick haben, denn es kann auch nicht sein, dass ein Jugendteam so viel kostet wie eine erste Mannschaft.
Sie haben die begrenzten Trainingsmöglichkeiten angesprochen. Reichen die überhaupt aus für die Regionalliga?
Nein, die reichen jetzt schon nicht mehr. Wir benötigen Minimum einen zusätzlichen Platz. Deswegen müssen über kurz oder lang – auch ohne Aufstieg – Alternativen gefunden werden. Zumal es oberste Priorität hat, bei den Heimspielen den Rasen zu nutzen, der trotz der Sanierung unter zu großer Strapazierung leidet. Und dann haben die Turnverein-Leichtathleten freitags ja auch noch Anspruch auf Trainingszeit.
Ein Wort noch zum Etat. Die offiziellen Etats der aktuellen Regionalligisten schwanken zwischen 0,7 Millionen Euro von Borussia Neunkirchen bis zu mehr als 3 Millionen Euro von RW Erfurt oder FC Saarbrücken. Mit welchem Etat wollen Sie konkurrenzfähig sein?
Wir rechnen mit einem Etat von 900 000 bis 1 Million Euro.
Wie wird der finanziert?
Teilweise über die Fernsehgelder. . .
. . .die zuletzt zwar in Höhe von 450 000 Euro pro Regionalligist garantiert waren, aber nicht voll ausgezahlt werden, weil der DFB einen Teil der Summe als Sicherheit einbehält. . .
. . .und natürlich über Sponsoren. Wir verhandeln derzeit mit einem großen, in Eschborn ansässigen Unternehmen als Hauptsponsor. Geredet wird über zwei Verträge, für Oberliga und für Regionalliga. Ich bin sehr optimistisch, dass wir da einen guten Partner finden. Wir wollen auf jeden Fall eine solide Planung machen und Strukturen schaffen für die Regionalliga. Wenn wir den Aufstieg dann nicht schaffen, geht die Welt nicht unter. Über die Aufbauarbeit für die Regionalliga haben wir so bessere Voraussetzungen für die Oberliga geschaffen. So lange ich Vorsitzender bin, wird jedenfalls kein Kredit aufgenommen, um einen Spielerkader zu finanzieren.
© Rhein-Main.Net, Online-Dienst der Frankfurter Neue Presse und des Journal Frankfurt