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Was möchten Sie Jens Rose fragen?

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esteban
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Was möchten Sie Jens Rose fragen?

Beitrag von esteban » 28. Mai 2008, 21:33

Ich möchte hiermit auf die HNA Aktion "Was möchten Sie Jens Rose Fragen?" hinweisen, die zur Zeit noch online Fragen sammelt, um sie Jens Rose in einem Interview zu stellen, daß er morgen mit der HNA führen wird.
Eine gute Gelegenheit, um alle Unklarheiten zu beseitigen, denke ich - oder?
Vielleicht kann diese Plattform dann auch von unseren virtuellen Fussballmanagern und Finanzakrobaten in spe genutzt werden, gerade tagesaktuell vor dem Hintergrund der drohenden Insolvenz der Siegener Sportfreunde...
http://www.hna.de/ksvsolobig/00_2008052 ... ragen.html

Wolle/KS
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Re: Was möchten Sie Jens Rose fragen?

Beitrag von Wolle/KS » 30. Mai 2008, 07:50

"Dauerhaft kein Mittelmaß"
KSV-Präsident Jens Rose im Interview über Fehler der abgelaufenen Saison und neue Planungen
Skeptischer Blick: Jens Rose gesteht Fehler in der laufenden Saison: ´Das Spielermaterial hat nicht gereicht.

Von Frank Ziemke und Florian Hagemann

Kassel. Der KSV Hessen Kassel bestreitet am morgigen Samstag sein letztes Saisonspiel in der Fußball-Regionalliga gegen Wacker Burghausen (13.30 Uhr, Auestadion). Wir sprachen mit dem Vorsitzenden Jens Rose über die Gründe für die verpasste Drittliga-Qualifikation und die Planungen für die nächste Saison in der Viertklassigkeit.

Herr Rose, nach dem verpassten Saisonziel ist nun die Zeit gekommen für die Fehleranalyse. Wie weit sind Sie schon?

Rose: Wir müssen klar erkennen, dass unser Spielermaterial nicht ausgereicht hat, um sich für die dritte Liga zu qualifizieren. In der Vergangenheit haben wir aus unseren bescheidenen finanziellen Mitteln meist das Optimale herausgeholt. Diesmal war das anders.

Warum?

Rose: Hauptfehler war sicherlich, dass wir auf viele junge Spieler gesetzt haben, ohne einen halbwegs erfahrenen Akteur verpflichtet zu haben. Jetzt müssen wir akzeptieren, dass uns genau solch einer gefehlt hat.

Ist das als Kritik an Ex-Trainer Matthias Hamann, an Manager Marc Arnold oder als Selbstkritik zu verstehen?

Rose: Wir haben es neun Jahre so gehandhabt, dass wir vom Vorstand bei der Zusammenstellung des Kaders mitentschieden haben. Das war diesmal anders. Matthias Hamann hatte seine Vorstellungen, die wir akzeptiert haben - auch wenn es natürlich ein Risiko war, nur auf junge Spieler zu setzen, die Last auf ihren Schultern zu verteilen und auf einen kreativen Mittelfeldspieler zu verzichten. Aber im Nachhinein ist man immer schlauer.

Im Nachhinein: Hätten Sie früher einschreiten müssen?

Rose: Ja.

Wann und wie?

Rose: Wir hätten spätestens im Winter einen kreativen Mittelfeldspieler verpflichten sollen. Denn wenn Sebastian Busch in der Rückrunde unser kreativster Mittelfeldspieler ist, dann kann irgendwas nicht stimmen.

Stand eine Trainerentlassung schon vor dem letzten Spiel unter Trainer Hamann in Karlsruhe zur Disposition?

Rose: Es gab schon gewisse Spiele, nach denen wir darüber nachdenken mussten. Aber die Ergebnisse und die Tabellensituation haben ja über weite Strecken gestimmt. Und es gab immer wieder ein Aufflackern. Danach aber ging es jeweils immer weiter nach unten.

Aber warum haben Sie den Trainer dann entlassen, als es im Prinzip schon zu spät war?

Rose: Schon nach der ersten Halbzeit gegen Karlsruhe war die Schonfrist vorbei. Da hat man gesehen, dass gerade die Spieler den Trainer komplett im Stich lassen, auf die Matthias Hamann gesetzt hat. Da mussten wir sofort handeln - auch wenn ich Matthias Hamann nach wie vor für einen starken Trainer halte.

Aus dieser Aussage ist auch zu hören, dass Matthias Hamann auf die falschen Spieler gesetzt hat. War es zum Beispiel ein Fehler, Denis Berger zum Kapitän zu machen?

Rose: Ohne ihm zu nahe zu treten, aber Denis Berger hat dieses Amt sicher nicht mit viel Leben ausgefüllt. Die Entscheidung Matthias Hamanns war sicher nicht glücklich.

Hamanns Nachfolger Mirko Dickhaut hat mit zwei Niederlagen begonnen. Ist er nicht schon verbrannt, bevor er richtig angefangen hat?

Rose: Mirko Dickhaut kann jetzt nicht noch das System ändern. Er macht seine Sache bisher sehr gut. Es gibt keinen Anlass zur Kritik.

Hätte Marc Arnold lieber noch ein Jahr spielen sollen, anstatt Manager zu werden?

Rose: Vielleicht stellt er sich die Frage auch. Aber er hat Ende der vergangenen Saison schon gesagt, dass sein Körper nicht mehr mitmacht.

Wie geht es denn weiter mit dem Manager Arnold?

Rose: Er hat einen Vertrag bis zum 30.6. Wie es dann weitergeht, darüber muss der neue Vorstand entscheiden.

Aber muss ein Manager nicht jetzt die wichtige Arbeit für die kommende Saison erledigen?

Rose: Deshalb stelle ich mich ja jetzt wieder ganz nach vorn. Ich will ihm nicht zumuten, Entscheidungen zu treffen, wenn seine eigene Zukunft nicht entschieden ist.

Trotzdem klingt das alles eher nach Abschied.

Rose: Die Einschnitte, die nun kommen müssen, treffen ja nicht nur die Spieler. Wir wissen einfach noch nicht, wie es mit dem Managerposten weitergeht. Und: Die Verlängerung des Vertrages war ja auch an sportlichen Erfolg geknüpft.

Wie sieht es bei der Mannschaft aus? Planen Sie einen kompletten Umbruch?

Rose: Bis zu zwei Drittel der Spieler werden den Verein sicher verlassen.

Aber kann der angekündigte Weg, jetzt nur auf die Region zu setzen, Erfolg haben?

Rose: Das sind ja zwei Schritte. Bisher weiß ich nicht, wie hoch der Etat genau sein wird. Also suchen wir zuerst die Spieler aus der Region mit Perspektive. Und dann werden wir sicher noch was draufsetzen. Auch einen Spieler mit Namen wie Mayer, Chalaskiewicz oder Arnold.

Der angekündigte Etat von rund 900 000 Euro lässt viele Fans fürchten, dass der KSV im Mittelmaß stecken bleibt.

Rose: Nach dem Vertragsabschluss mit MEG (siehe Artikel unten) gehe ich davon aus, dass wir bei 1,2 bis 1,3 Millionen landen. Es kann gut sein, dass wir im ersten Jahr nur einen vernünftigen Platz im Mittelfeld anpeilen können.

Und was sagen Sie denen, die dauerhaft Mittelmaß befürchten?

Rose: Manchmal muss man Umwege gehen, wenn der direkte Weg nicht zu schaffen ist. Aber dauerhaft werden wir kein Mittelmaß bleiben.

Geben Sie im Nachhinein denen Recht, die sagen, dass Sie vor der Saison mehr Geld für Neuverpflichtungen in die Hand hätten nehmen sollen - Zitat: "So einfach wird es nie wieder sein, sich für die dritte Liga zu qualifizieren"?

Rose: Ich habe als Vorsitzender die Verantwortung für den Verein und für die Mitglieder. Dessen bin ich mir bewusst - und deshalb kann ich nicht so handeln wie ein Unternehmer. Und wenn ich die Entwicklung bei manchen Regionalligisten sehen, die kurz vor der Insolvenz stehen, dann bin ich über unseren eingeschlagenen Weg sehr froh. Für manche ging es in dieser Saison nur darum, sich für die dritte Liga zu qualifizieren oder pleite zu gehen. Und selbst wenn einige der angeschlagenen Vereine nächste Saison in der dritten Liga spielen, werden sie weiter Probleme haben. Die aber wollen wir vermeiden. Wir wollen in Nordhessen weiter Fuß fassen.   Unsere Fragen resultierten auch aus unserer Aktion, bei der unsere Leser und Nutzer unseres Internetangebots Fragen an den KSV-Präsidenten formulieren konnten. Wir bedanken uns bei Volker Hungerland, Klaus Richter, Wolfgang Harmuth und den Internetnutzern Bernd Schneider, Matthias Spirk, Uwe, Steffen, "Insider", "Spoon", "S.K"., "Prickel1970, "cui bono", "Bernd RWS 82" für die Mitarbeit.

Quelle HNA vom 30.5.08

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stirbelwurm
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Re: Was möchten Sie Jens Rose fragen?

Beitrag von stirbelwurm » 30. Mai 2008, 08:18

sehr schönes und aufschlussreiches interview.

so langsam kommt mein optimismus wieder zum vorschein, wenn ich auf die nahe zukunft des ksv blicke.

danke

Steffen
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Re: Was möchten Sie Jens Rose fragen?

Beitrag von Steffen » 30. Mai 2008, 09:29

Es hört sich schon wieder freundlicher an. Ein richtiges Konzept ist aber immer noch nicht erkennbar. MEG fordert ja professionellere Strukturen. Auch wenn Sponsoren nicht zu viel Einfluss nehmen sollten, hoffe ich, dass hier Druck gemacht wurde.

Der Schwimmlehrer
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Re: Was möchten Sie Jens Rose fragen?

Beitrag von Der Schwimmlehrer » 30. Mai 2008, 10:13

Der schwarze Peter wird ganz schön an Hamann weitergeschoben. Falschen Kapitän benannt und keinen gestandenen Offensivmann gewollt. In der Tat ist das auch das Einzige, was ich Hamann ankreide.
"Erfolg ersetzt alle Argumente". Kicks.

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Re: Was möchten Sie Jens Rose fragen?

Beitrag von Bernd RWS 82 » 30. Mai 2008, 14:25

Steffen hat geschrieben:Es hört sich schon wieder freundlicher an. Ein richtiges Konzept ist aber immer noch nicht erkennbar. MEG fordert ja professionellere Strukturen. Auch wenn Sponsoren nicht zu viel Einfluss nehmen sollten, hoffe ich, dass hier Druck gemacht wurde.
die fordere ich auch :wink: 8)
rose hat eine firma die arbeitet europaweit und manchmal sogar weltweit - gabriel hat eine firma in kassel und bielefeld - günther ist (glaub ich) vertreibsleiter von lotto in hessen...... :o :o
also stecken alle vorstandsmitglieder ganz tief in ihrer arbeit und führen den verein nach besten gewissen,mit viel herz und leidenschaft - sind aber leider manchmal zu oft weg vom team - dies soll um gottes willen keine kritik am vorstand sein. für mich ist nun mal fakt das man keinen klub der rl nach feierabend erfolgreich führen kann in der heutigen zeit! wobei wir wieder bei dem thema geld sind - wir haben keins und können uns auch nicht mal eben so wie der rwe thomas strunz als sportlichen direktor aus der tasche zaubern... so steckst du als verein nun mal in der zwickmühle ... wie du es machst ist es verkehrt :(
das man aber auch nicht gegen negativtendenzen und fehleinkäufen gefreit ist, zeigt nun auch das wir das erste mal seit neugründung einen hauptamtlichen manager hatten(?) bzw. haben, der aus dem profibereich kommt und es eigentlich hätte besser machen müssen, als nur mal einen kleinen löwen im zirkus zu taufen mit einen foto für den e.t. - für mich war es in der endabrechnung recht mager was marc abgeliefert hat - egal ob personalentscheidungen oder außendarstellung des vereines. hatte mir auch wesentlich mehr über seine beziehungen zu ehemaligen vereinen oder sponsoren gewünscht - ist ja ein bekannter fußballer in deutschland :o :roll:
zu der kritik an hamann sage ich auch nur: diese serie hat m.h. extrem ins klo gefasst (außer willers) was neueinkäufe betrifft - standarts gleich null - und unseren muster kapitain... ansonsten sehe ich es wie j.r. - immer noch ein starker trainer :o
"You´ll never walk alone KSV Hessen Kassel" Seit dem 6.10.1974 bis zum Tod !
"Man kann sich eine neue Freundin suchen, aber keinen neuen Verein !"(Campino)

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Re: Was möchten Sie Jens Rose fragen?

Beitrag von Mr. C » 30. Mai 2008, 15:39

Gutes Interview !!
Aber trotzdem muss ich sagen, wir hätten Hitzfeld oder Mouriho als Trainer haben können, aber Holzfüße bleiben Holzfüße !!

Wie Bernd es oben schon geschildert hat geht mir die Kritik etwas zu sehr in Richtung MH. Sicherlich war er mitverantwortlich für die Zusammenstellung des Kaders, aber wenn man null Risiko fährt mit Investitionen (und der Verein KSV ist nun mal nicht reich), dann bekommt man eben keinen gestandenen Spielmacher.

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Re: Was möchten Sie Jens Rose fragen?

Beitrag von Christian.Lengemann » 30. Mai 2008, 17:57

Ich weiß persönlich, das sich ein besserer Spielmacher angeboten hat, MH diesen aber nicht wollte. Es sollte eben ein anderes System gespielt werden. Das gleiche Problem hatte der KSV bei der Umstellung von 3er Kette mit Libero auf 4er Kette. Das hat auch ein jahr gedauert... Dann ging man kurz zurück und hat die Umstellung in ruhe vorbereitet... Evtl. sollte man wirklich jemanden holen, der die Fäden in der Hand hat und sich langsam, bis zum Ende der nächsten Saison da immer mehr raus nimmt. Damit kann das Team die Umstellung lernen. Wir sollten unserem KSV auch einfach mal Zeit geben. MH hat viel versucht. Sehr viel davon ging gut. Nur eben zum Schluß nicht mehr. Schade, aber so ist das eben manchmal.

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