SC WALDGIRMES
Andreas Duchscherer wirft das Handtuch und macht den Weg für Willi Wagner frei
Das Szenario nach dem Ende sprach Bände! Während die Spieler des Fußball-Oberligisten SC Waldgirmes Hand in Hand zu den Treusten der Treuen eilten und sich für die Unterstützung bedankten, schlich Trainer Andreas Duchscherer mutterseelenalleine vom Platz an der Birkenhainer Straße. Mit hängendem, tief in seiner Jacke vergrabenem Kopf trotz des 1:0 (1:0)-Erfolges beim SV Bernbach. Und vor allem mit Wut im Bauch, obwohl seine Jungs nach dem dritten ungeschlagenen Spiel in Serie wieder ein wenig Hoffnung im Ringen um den Klassenerhalt schöpfen dürfen. Ein seit gestern nicht mehr gänzlich unmögliches Unterfangen, das in den restlichen elf Partien jedoch ohne den 42-jährigen Übungsleiter vonstatten gehen wird. "Ich habe der Mannschaft bereits vor dem Spiel mitgeteilt, dass dies mein letztes Match als Trainer des SC Waldgirmes war", ließ Duchscherer - sichtlich gezeichnet von den Ereignissen der vergangenen Tage - in der Pressekonferenz die Katze aus dem Sack. "Obwohl ich vom Verein schon im November die Zusage hatte, auch in der kommenden Saison in der Lahnaue arbeiten zu können, haben sie hinter meinem Rücken mit einem neuen Trainer verhandelt, ohne mir reinen Wein einzuschenken", nahm sich Duchscherer die (verständliche) Freiheit einer Abrechnung mit den SC-Verantwortlichen. "So ist keine vertrauensvolle Zusammenarbeit mehr möglich", erklärte der Personalberater aus Hadamar, der erst am 2. September als Nachfolger des nach sechs Spieltagen entlassenen Ottmar Wagner sein Amt beim Neuling angetreten hatte. "Ich bin gekränkt und verletzt", machte Duchscherer aus seinem Herzen keine Mördergrube - und erntete ob seiner offenen Worte Beifall im VIP-Raum des SV Bernbach. "Ich bin immer offen mit allen in Waldgirmes umgegangen. Was sie jetzt mit mir gemacht haben, das habe ich nicht verdient."
Frank Kirch, Sportlicher Leiter des Aufsteigers, der der Mannschaft nach dem Spiel das mitgeteilt hatte, was sie seit drei Stunden sowieso schon wusste, sah sich nach Duchscherers Worten in Erklärungsnot. "Wir konnten der Verpflichtung unseres Wunschtrainers nicht widerstehen", gab Kirch bekannt, dass Willi Wagner, der vor einer Woche seinen Abschied zum Saisonende beim Landesligisten Eintracht Wetzlar bekanntgegeben hatte, ab 1. Juli beim SC Waldgirmes auf der Bank sitzen wird. "Wir sahen uns zum Handeln gezwungen, da das bei Duchscherers Verpflichtung ausgegebene Ziel, die Abstiegsränge zu verlassen, nicht realisiert werden konnte", ließ der Sportliche Leiter via schriftlich vorbereiteter Pressemitteilung wissen. Dass "der Schritt gegenüber Andreas Duchscherer nicht ganz fair war", musste auch Kirch eingestehen. Eine Erkenntnis, über die der aus der Lahnaue Gemobbte nur müde lächeln konnte.
Mit Willi Wagner kehrt ein Mann zum SCW zurück, der laut "Vize" Fred Keil "der Beste war, den wir je hatten." Von 1994 bis 1997 hatte Wagner bereits beim SC das Sagen, ehe er zum damals noch in der Oberliga kickenden FC 80 Herborn abwanderte. Seit viereinhalb Spielzeiten nun arbeitet der 51-Jährige bei der Wetzlarer Eintracht. Ob er dort vorzeitig aus- bzw. in Waldgirmes einsteigen wird, steht noch in den Sternen. Vorerst leitet Co-Trainer Thorsten Krick die Übungseinheiten, wobei über die Einzelheiten laut Frank Kirch noch Gespräche geführt werden müssen. Im Kellerduell beim SV Bernbach unterstrich das Schlusslicht nach Aussage von Andreas Duchscherer gestern eindrucksvoll, "dass die Mannschaft hinter mir gestanden hat. Mit den drei Punkten haben sie die passende Antwort auf die Diskussion um meine Person gegeben." Erneut ohne Libero Thomas Vollmer (Polizeieinsatz in Frankfurt) ließen die Gäste nur wenig Nennenswertes der Freigerichter - eine Woche zuvor 1:0-Sensationssieger beim FSV Frankfurt - zu. Nachdem Kai Frenz, eigentlich im Mittelfeld als "Wachhund" von SVB-Spielmacher Seref Zangir gefordert - einen Freistoß von Frank Dapper zum Tor des Tages schon nach einer guten Viertelstunde über die Linie gedrückt hatte, erweckten die biederen Hausherren nur selten den Eindruck, sich gegen die im Abstiegskampf vielleicht noch entscheidende Niederlage stemmen zu können.
Alexander Fischer
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(Quelle: Wetzlarer Neue Zeitung; 23.03.2003)
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SC Waldgirmes: Andreas Duchscherer wirft das Handtuch
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