Droht uns so etwas auch irgendwann?

Alles rund um die 1. Mannschaft der Löwen (Registrierung erforderlich)
Dollar
Beiträge: 3413
Registriert: 18. Apr 2008, 15:59

Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Beitrag von Dollar » 22. Jan 2013, 14:20

bergerjoerg hat geschrieben:@Stehplatznörgler

Worauf auch immer das Verhalten der Frankfurter eine Reaktion gewesen sein mag - es war absolut kontraproduktiv.

Zu deiner Frage: Hätte Jojo das befürworten sollen? Das hat er doch getan! Ich habe mir seine Antwort nochmals angesehen - keine Relativierung. Er hat "vollstes Verständnis" geäußert, ganz pauschal, also auch für die Art und Weise.

Ich bin aber immer noch nicht überzeugt, was die Ursachen dafür waren. Was in diesem speziellen Fall kaumngesprochen wurde, war die langjährige Freudschaft von Leverkusener und Offenbacher Fanclubs. Einige OFC-Fans unterstützen Bayer bei Auswärtspielen in Frankfurt. U.a. deswegen war Leverkusen auch Gegner beim Freundschaftsspiel zur Eröffnung des modernisierten Kickers-Stadions. Darauf sollen einige Hardcore-Frankfurter den Leverkuseer schon "Rache" angedroht haben.

Aber macht das die Sache akzeptabler? Nicht für mich.
er sagt doch, dass diese aktion, gerade zu diesem zeitpunkt, zu hinterfragen ist und raketen sowieso nicht gehen...wo du da "vollstes verständnis" raushörst bleibt wohl dein geheimnis



zum fan-projekt/fan-abteilung:
am anfang hieß es, dass ein fan-projekt mit 90.000€ finanziert würde und zwar 30.000€ stadt, 30.000€ land und 30.000€ dfb. da aber, so viel ich weiß, die stadt dabei nicht mitmacht kommt ein fan-projekt in ks erstmal nicht zustande. also gibt es jetzt "nur" eine fan-abteilung und für diese gibt das land jetzt diese genannten 10.000€. so hab ich das ganze bisher verstanden, aber vllt kann da ja ulath oder jemand anderes von der abteilung genaueres schreiben
#10

Dollar
Beiträge: 3413
Registriert: 18. Apr 2008, 15:59

Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Beitrag von Dollar » 22. Jan 2013, 14:23

aus diesem text:
Auch bei der Abstimmung von Choreographien und Spruchbändern gibt es eine in Teilen
vorbildliche Entwicklung. So hat der SV Wehen Wiesbaden ein „Fahnenbuch“ eingeführt in dem die
Fans jede Fahne und jedes Spruchband detailliert eintragen.
:o :o :o
#10

ulath-von-chassalla
Beiträge: 629
Registriert: 20. Jul 2008, 21:05
Wohnort: Kassel, die Hauptstadt Nordhessens
Kontaktdaten:

Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Beitrag von ulath-von-chassalla » 22. Jan 2013, 16:01

Dollar hat geschrieben: zum fan-projekt/fan-abteilung:
am anfang hieß es, dass ein fan-projekt mit 90.000€ finanziert würde und zwar 30.000€ stadt, 30.000€ land und 30.000€ dfb. da aber, so viel ich weiß, die stadt dabei nicht mitmacht kommt ein fan-projekt in ks erstmal nicht zustande. also gibt es jetzt "nur" eine fan-abteilung und für diese gibt das land jetzt diese genannten 10.000€. so hab ich das ganze bisher verstanden, aber vllt kann da ja ulath oder jemand anderes von der abteilung genaueres schreiben
Sachlage präzise zusammengefasst, Doller. Genau so ist es. Obwohl Land und DFB (übrigens auch die aktiven Fans) gern ein Fanprojekt in Kassel installiert hätten, kommt es nicht zum Fanprojekt, weil die Stadt die Sinnhaftigkeit nicht sieht.
Leider ist das mit den 10.000 Euro auch etwas verwirrend: das Geld wird zwar in die Fanabteilung investiert, jedoch ist die Aufgabe der Abteilung Herzblut nicht, die Aufgaben eines Fanprojekts zu übernehmen. Kann sie auch gar nicht, da sie
1.) nicht unabhängig vom Verein ist (es ist ja eine Abteilung wie auch der Nachwuchs, die Frauenmannschaften, die 1.Mannschaft etc.)
2.) keinerlei Personal für die sozial-pädagogische Arbeit hat, die ein Fanprojekt leisten kann.

Die einzige Auswirkung, die, vor allem dank Jens, die Sache hat, ist, dass der sozialpädagogische Fanbetreuer (Gonzo) mehr Stunden im Monat bezahlt bekommen soll. Wichtig dabei: Nicht von den 10.000 Euro des Landes, sondern aus Mitteln des Jugendamtes. Zum Verständnis: wir sprechen hier von ein paar hundert Euro im Jahr !!

Grundsätzlich ist es eine gute Sache, dass die Fanabteilung ein festes Budget, in diesem Fall aus Landesmitteln hat, da viele Aktionen und Arbeiten der Abteilung so finanziert werden können. Ich persönlich denke auch: lieber erstmal 10.000 Euro plus die Aufstockung für den Sozialarbeiter haben und damit arbeiten können, als gar keine Unterstützung. Allerdings darf man eine wichtige Sache nicht vergessen: allerspätestens mittelfristig muss in Kassel ein Fanprojekt installiert werden! Das hat nichts damit zu tun, wie einige in Presse oder im Forum vermutet haben, dass die "Randalierer auch noch bemuttert werden sollen", sondern vielmehr mit zwei wichtigen Faktoren.

1. eine große soziale Gruppe Jugendlicher/junger Erwachsener direkt dort betreuen können, wo es notwendig ist. Wir alle wollen weniger Kriminalität, besser Chancen für die Jugendlichen und eine kompetente Betreuung, damit die Kids nicht "auf der Straße" rumgammeln. Diese Arbeit teilt sich, was die Zielgruppe angeht, in verschiedenste Bereiche auf: christliche Jugendarbeit, Musikpädagogik, Mr. Wilson oder Freestyle etc. Ein großer Bereich sind die Jugendlichen beim Fußball. Und die Anzahl ist dabei nicht zu unterschätzen. Wir sprechen hier nicht von ein paar Kids, sondern wirklich einer ordentlichen Zahl, die neben dem Stadionbesuch auch einen Ort brauchen, an dem sie sich zurückziehen können und Hilfe bekommen, wenn es nötig ist. Das Angebot eines Fanprojekts übernimmt genau diese Aufgabe. Neben der sozialen Betreuung gibt es dort verschiedenste Angebote, von Hausaufgabenhilfe oder gemeinsamen Projekten bis zu so einfachen Dingen wie gemütliche Treffs. Keiner von uns wird abstreiten, dass so ein Angebot immens wichtig ist!

2. der Wirtschaftsfaktor. Natürlich ist, blauäugig gesehen, soziale Arbeit nicht mit Wirtschaft verbindbar. Ich denke aber trotzdem, dass man sich ein paar Zahlen bewußt machen sollte, wenn man über die Gründung eines Fanprojekts nachdenkt. Von den anvisierten 90.000 Euro, die ein Fanprojekt pro Jahr braucht (zu den Kosten zählen z.B. 1-2 Sozialpädagogenstellen, Räumlichkeiten, Material, ein Transportmittel wie VW-Bus), zahlt der DFB 30.000 Euro, das Land 30.000 Euro und die Stadt 30.000 Euro. Wobei hier noch zu bedenken ist, dass der DFB überlegt, seinen Anteil zu erhöhen. Bleiben wir aber bei der Aufteilung. Die Stadt müsste also pro Jahr 30.000 Euro zahlen, um ein soziales Projekt zu unterstützen, dass sich um, ich nehme mal eine mögliche Zahl, ca. 50-80 Jugendliche kümmert. Rechnet man das, spaßeshalber mal um, wäre das eine Investition von ca. 430 Euro pro Jugendlichem im Jahr. 35 Euro im Monat. An dieser Stelle muss man einfach die Frage stellen, ob es irgendwie anderweitig möglich ist, für eine große, soziale Gruppe so günstig kompetente Betreuung und vor allem einen Ort anzubieten, an dem die Jugendlichen die Möglichkeit haben, sich zurück zu ziehen, Hilfe zu bekommen oder auch Perspektiven aufgezeigt zu bekommen.

Als kleines Fazit: Die Abteilung Herzblut als Fanabteilung ist sehr wichtig und eine absolut notwendige Sache in unserem Verein. Auch die Unterstützung des Landes ist sehr angenehm und ich persönlich freue mich sehr, Dinge mit der Abteilung in Bewegung setzen zu können, ohne den Vorstand jedesmal für ein paar Euro anbetteln zu müssen.
Dennoch darf man eines nicht vergessen: Eine Fanabteilung ist nicht mit einem Fanprojekt zu vergleichen, da es grundverschiedene Dinge sind. Und beides ist in Kassel notwendig. Im Sinne der Finanzler gibt es so schnell keine Möglichkeit, kostengünstiger Jugendbetreuung anzubieten, im Sinne der "normalen" Fans und Stadionbesucher kann gar nicht einfacher, als durch ein Fanprojekt, auf die Jugendlichen im Stadion eingewirkt werden, um Probleme in den Griff zu bekommen.
Abteilung Herzblut - unsere Fan- und Mitgliederabteilung beim KSV

bergerjoerg
Beiträge: 696
Registriert: 2. Jan 2013, 18:02

Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Beitrag von bergerjoerg » 22. Jan 2013, 16:53

@ Dollar
Ich habe aus den Worten des 12:12-Vetreters nichts rausgehört und nichts reingelesen. Der Begriff "vollstes Verständnis" fiel wörtlich. DasThema Lev-Frankfurt war ja mehrfach in der Diskussion aufgekommen, und am Anfang gab er sich verständnisvoll-kritisch, aber gegen Ende dann solidarisch mit den Raketenwerfern. Damit soll's aber auch gut sein.

@ Ulath wg.Fanprojekt
Gutes Thema, sehr gute Ausführungen. Leite diese Zahlen doch mal an die zuständigen Stellen weiter, sie klingen durchaus realistisch. Bei diesem wichtigen Thema müsste sich in Kassel doch jemand in den entscheidenden Gremien finden, der das aufgreift. Und wenn jemand eine Gegenrechnung aufmacht, warum das so nicht geht, kann man das ja mal weiter diskutieren.

Dollar
Beiträge: 3413
Registriert: 18. Apr 2008, 15:59

Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Beitrag von Dollar » 22. Jan 2013, 17:19

wo hat er denn das wörtlich gesagt, einfach mal die zeit im video angeben..

ab 20:08 in dem video des sportstudios wird von dem "fan-vertreter" über die aktion der frankfurter im gästeblock gesprochen...das was du ihm unterstellst sagt er da aber keineswegs :roll:
#10

bergerjoerg
Beiträge: 696
Registriert: 2. Jan 2013, 18:02

Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Beitrag von bergerjoerg » 22. Jan 2013, 18:04

@Dollar

Nein, ich schaue mir das nicht mehr an, aber es war deutlich später, kurz vom Torwandschießen, und ich will mich da nicht nochmal drüber ärgern. Das Thema kam ja mehrfach auf, wurde immer wieder auch vom Moderator mit kurzen Bemerkungen "...wie ja heute in Leverkusen gesehen..." aufgebracht. es war ein kurer Nebensatz in einem längeren Statement gegen Ende, als der Moderator die Diskussion beenden und das Thema wechseln wollte. Aber nun lasst gut sein, wenn mich da jemand verklagen will, soll er das tun. Ich fand's nur schade, denn anfänglich schein das eine ganz vernünftige Auseinandersetzung zu werden.

Ich finde das Thema Fanprojekt, wie hier zuvor erörtert, auch wesentlich interessanter.

Gonzo
Beiträge: 5422
Registriert: 17. Aug 2002, 02:00
Wohnort: /home/gonzo
Kontaktdaten:

Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Beitrag von Gonzo » 22. Jan 2013, 18:10

Im Gegensatz zur DFL werden in diesem Fred Fanprojekte und Sicherheitspapier verknüpft. Das ist schon einmal gut.
bergerjoerg hat geschrieben:Bei diesem wichtigen Thema müsste sich in Kassel doch jemand in den entscheidenden Gremien finden, der das aufgreift.
Oder, wenn das nicht fruchtet, gäbe es immernoch die Möglichkeit, private Sponsoren zu finden, die eine zweckgebundene Spende an die Stadt geben.

Für ein reguläres, offizielles und den Richtlinien der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) entsprechendes Fanprojekt in der Größenordnung von Kassel werden der KOS zufolge momentan (das kann sich auch ändern) rund 90.000 Euro benötigt. Da sich so etwas als professionelle Arbeit versteht, sind in diesen 90.000 Euro unter anderem auch Bürokosten, Miete für einen einem Jugendclub vergleichbaren Raum, Budget für (erlebnis-)pädagogische und gewaltpräventive Projekte und Veranstaltungen, eine bzw. eineinhalb (Ganztags-)Stellen, Leasing oder Anschaffung bzw. Unterhaltung eines 9-Sitzers, Internet, Spesen für Gerichtstermine usw usf inbegriffen. All diese Dinge sind für professionelle Sozialarbeit im Bereich der Fans absolut notwendig, was die Erfahrung aus 30 Jahren Fanprojekten in Deutschland gezeigt hat. Letztlich hat man eben auch nicht nur die üblichen 30 Jugendlichen eines Stadtteils, die sich in Jugendclubs befinden, als Klientel, sondern eine Größenordnung, die an manchen Standorten das 10-Fache überschreitet. Von diesen 90.000 werden (Stand: heute) rund 60.000 Euro zu gleichen Teilen von DFB und Land Hessen finanziert. Stand heute, weil sich diese Aufteilung noch zugunsten der Kommunen ändern könnte, was Ulath ja schon ein seinem Posting beschrieben hat. Es ist angedacht, das der DFB seine Mittel aufstockt.

In keinem Land der Welt hat man die Erfahrung, Infrastruktur und Professionalität, die sich im Vorzeigeland (ist tatsächlich so) Deutschland entwickelt hat. Wirft man einen Blick auf andere Länder, Kontinente und Regionen (Italien, Griechenland, Türkei, Osteuropa, Südamerika, selbst Afrika - es gibt in diesen Regionen regelmäßig Tote und Schwerverletzte), erkennt man, dass Gewalt im Deutschen Fußball die Verhältnisse dort bei weitem (!) unterschreitet, ohne, dass dafür die Stimmung komplett zerstört werden musste. Einen Anteil daran hat die Fan(sozial-)arbeit, mit der man hierzulande einfach extrem früh begonnen hat.

Natürlich gibt es nach wie vor Probleme, sozialer und/oder gewalttätiger Natur. Sowohl spieltagsbezogen, als auch außerhalb davon. Natürlich wird Fußball von Gewalt begleitet: Es wäre überraschend, wenn das nicht so wäre. Überall, wo sich Männer, Emotionen und Alkohol begegnen, wird es niemals komplett gewaltfrei von sich gehen. Bei unserem Sport hat Gewalt und Randale zudem Tradition, seit es die Vorläufer des modernen Fußballs gab. Es gab nie 100% gewaltfreien Fußball und von dieser Illusion muss man sich lösen, wie von der Vorstellung der Vollbeschäftigung (was dort Sockelarbeitslosigkeit ist, ist hier affektbedingte Gewalt). Aber man kann zusehen, die Gewalt auf ein erträgliches Minimum zu reduzieren. Dafür gibt es verschiendene Instrumente und nicht alle lassen sich kostengünstig verwirklichen (momentan bleiben bei einem bescheidenen Budget nur die kostengünstigsten). Ein kostengünstiges Instrument wäre - auch von Seiten der Politik - sich in die Lebenswelt von Fußballfans zu begeben und deren Sorgen und Nöte auch einmal ernst zu nehmen. Einfach mal zuzuhören. Ist abgedroschen, aber die einzigen "Experten" sind die Fans selbst. Wenn man sich die Mühe macht, wird man mit interessanten und intelligenten Gesprächen belohnt, von Menschen, die etwas zu sagen haben und im Prinzip nicht mehr als Ehrlichkeit und Empathie von ihrem Gegenüber erwarten.

Die 10.000 Euro-Förderung der Abteilung Herzblut ist aus anderen Gründen sicher sinnvoll. Aber es darf nicht der Eindruck entstehen, dass man sich auf diese Weise kostengünstig ein Fanprojekt sparen kann. Die momentane Situation ist eine kurzfristige Übergangslösung für die Fanarbeit, aber definitiv kein Zukunftsmodell.
When the going gets weird, the weird turn pro. It never got weird enough for me.
Hunter S. Thompson
VIVA MADIBA! VIVA MANDELA!

Lokalmatador
Beiträge: 1017
Registriert: 25. Jul 2008, 11:57
Wohnort: Vorderer Westen
Kontaktdaten:

Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Beitrag von Lokalmatador » 22. Jan 2013, 19:44

@bergerjoerg:

Du erzählst zum wiederholten Male Unwahrheiten.
Und zum wiederholten Male weisen dich andere User darauf hin und ebenfalls zum wiederholten Male weichst Du keinen Zentimeter von deiner Behauptung ab.
So macht doch eine Diskussion keinen Sinn und ist für alle nur ermüdend .
"Und ich verliebte mich in den Fußball wie ich mich später in Frauen verlieben sollte: plötzlich, unerklärlich, unkritisch und ohne einen Gedanken an den Schmerz und die Zerissenheit zu verschwenden, die damit verbunden sein würde." (Hornby)

Antworten