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von Schnurz » 24. Okt 2009, 20:53
Mahlzeit!
In gewisser Weise erinnert das heutige Spiel von der Gefühlslage bis zur 92. Minute an das Spiel gegen Alzenau - nur unter ganz anderen Vorzeichen. Durften wir das Spiel aufgrund der Spielanteile vor drei Wochen keinesfalls gewinnen, durften wir das heutige keinesfalls verlieren - zum Glück sollte es dazu am Ende auch nicht mehr kommen. Die gezeigte Leistung war fraglos stark, schließlich hatten wir den Tabellenführer zu Gast und das hat man in keiner Sekunde des Spiels bemerkt - allenfalls die Effektivität der Gäste erscheint hier überzeugend.
Bärenstark war heute Lammo, der mit seiner Glanztat in der 89. Minute das 1:1 überhaupt erst möglich machte und ein - hört, hört - Taka Gundelach, der wirklich jeden Zweikampf gewonnen hat, kämpfte und rackerte, dass es eine Freude war und seinen Gegenspielern endlich einmal richtig auf den Socken stand. In Halbzeit zwei war darüber hinaus Enno Gaede bissig wie zu besten Zeiten - trotzdem muss er die Bude in der 2. Minute natürlich machen.
Nach unten ausgerissen ist - bedauerlich aber war - Flo Heussner, der sich eine ganze Reihe grober Schnitzer in der Vorwärtsbewegung, insbesondere in Halbzeit 1, erlaubte und ein schlicht und ergreifend deutlich zu behäbiger M. Unger, der irgendwie überhaupt nicht so richtig in den Quark kommt - da sehe ich, ganz offen gesagt, Harez Habib kein bisschen schlechter, das Gegenteil ist eher der Fall. Tornie ist sicherlich immer noch nicht ganz fit und R. Ochs hat leider seine Grenzen aufgezeigt bekommen, denn die schwarze Perle mit der "5", hat ihm mehr als einmal "ungünstig" im Weg gestanden.
Der Schiri war sicherlich etwas obskur in seinen Entscheidungen - vieles ließ er laufen, anderes pfiff er ausgesprochen kleinlich. Dass die drei Punkte nicht bei uns verblieben, ist ihm jedoch mit Sicherheit nicht anzulasten - zumal er den Freistoß in Minute 93 auch nicht mehr hätte ausführen lassen müssen...
M. Dickhaut hat für meine Begriffe - wie an anderer Stelle bereits erwähnt - zu spät gewechselt. Brechler hätte um die 60ste Minute auf dem Platz stehen müssen. Für alle, die sich nicht mehr so richtig erinnern, das war die Zeit als endlich einmal die Stimmung im Stadion brannte. Die Einwechslung von Latifi war hingegen großes Kino, auch wenn sie Zeit kostete - schließlich holte er durch seinen Einsatz den entscheidenden Freistoß heraus.
Kommen wir zum letzten Thema: der Stimmung! Ich denke, hier besteht in gewisser Weise Diskussionsbedarf, der sich aus meiner Sicht in erster Linie an die Capos richtet. Grundsätzlich ist es natürlich großartig, dass man mittlerweile einen Heimultramob aufweisen kann der durchgängig - bitte nicht falsch verstehen - durch einen dauerhaften "Sing-Sang" dafür sorgt, dass man bemerkt, nicht auf irgendeinem Dorffussballplatz zu stehen. Für mich persönlich und die Gruppe vieler anderer Oldschoolaktivisten, die wie ich in der "tiefen" Nordkurve stehen, lässt sich mit einem fünf oder vielleicht gar 10 Minuten andauernden monotonen Dauersingsang kein Spieler dazu motivieren, mehr als 100 Prozent in der einen oder anderen Situation zu geben. Beweis gefällig? Denkt an K. Wölk in Minute 60, sein Zeichen an die Zuschauer - macht Krach! Und siehe da, auf einmal war Krach und auf einmal schrie das ganze Stadion KSV-KSV-KSV. Auch wenn das vielleicht langweilig klingt, mit einem "Fuldastadt-Ole" bekommt man diese Wirkung nicht hin. Also an die Capos: Mein Vorschlag: In der einen oder anderen hektischen Spielsituation einfach mal den Sing-Sang unterbrechen und die klassische Unterstützung auspacken, die dann die Osttribüne und die tiefe Nordkurve mitzieht - Ihr werdet sehen, der Stimmung im Stadion kann das nur gut tun...
schnurz