In der gestrigen Ausgabe der Fuldaer Zeitung ist ein Artikel ueber unseren alten Haudegen Cliff Michel, den ich Euch nicht vorenthalten moechte:
Fußball, Tennis und jetzt Golf: Die Spielgeräte werden immer kleiner
Fulda (rd)
„Mit zunehmendem Alter werden die Bälle immer kleiner“, meint der ehemalige Kapitän von Borussia Fulda, Cliff Michel, leicht schmunzelnd beim Rückblick auf seine bisherigen sportlichen Aktivitäten. In der Tat ist eine Größenabnahme der Spielgeräte, welche maßgeblich den sportlichen Werdegang des mittlerweile 36-Jährigen bestimmen, unverkennbar: Fußball, Tennis, Golf.
Dabei sah es zunächst lange danach aus, als sei der gebürtige Edelzeller untrennbar mit der großen Lederkugel verbunden. Bereits zu E-Jugendzeiten jagte er bei Borussia Fulda dem runden Leder hinterher, schaffte auf Anhieb den Sprung in die erste Mannschaft und agierte über einen längeren Zeitraum sogar als Kapitän des damaligen Oberligisten. 1994 folgte der Wechsel zu Konkurrent Hessen Kassel. „Ich wollte mich nach zwanzig Jahren bei Borussia mal in einem anderen Mannschaftsgefüge sportlich neu beweisen. Das ist mir, glaube ich, auch ganz gut gelungen. In Kassel wurde ich als Stammspieler sofort integriert“, erzählt der Diplom-Betriebswirt.
Zwei wesentliche Unterschiede zu Borussia konnte Michel während seiner knapp dreijährigen Tätigkeit in der Herkulesstadt ausmachen: „Zum einen habe ich dort unter Vollprofibedingungen gespielt. Das heißt, dass ich teilweise zweimal am Tag trainiert habe. Gewohnt habe ich aber weiterhin in Edelzell, bin immer mit dem ICE gependelt. Zum anderen habe ich dort im defensiven Mittelfeld gespielt – eine Position, die mir sehr viel Spaß gemacht hat. Bei Borussia wurde ich als Manndecker eingesetzt.“ Nachdem sich Kassel 1997 in erheblichen finanziellen Schwierigkeiten befand, wurde der Vertrag kurzerhand aufgelöst: „Kontakte habe ich heute nicht mehr nach Kassel. Dennoch war es eine sehr schöne Erfahrung, da ich sportlich sehr professionelle Bedingungen vorgefunden habe sowie ein spannendes Umfeld mit einem tollen Stadion und begeisterten Fans.“
An Borussia Fulda hat er nur noch schöne Erinnerungen an sportliche Erfolge: „Ich möchte da keine bestimmten Ereignisse besonders hervorheben. Hin und wieder treffe ich noch den ein oder anderen Kollegen aus dieser Zeit. Alles in allem habe ich aber mit dem Fußball abgeschlossen“, verrät Michel. Nach seinem Ausscheiden bei Hessen Kassel habe er kein einziges Mal mehr auf dem Fußballplatz gestanden: „Es hat sich eben einfach so ergeben. Anfragen waren in der ersten Phase zwar da. Das berufliche Fortkommen stand im Vordergrund. Vor ein paar Jahren habe ich mal ein Spiel von Borussia gegen Reutlingen besucht. Das war es aber auch schon.“
Eine Tätigkeit als Trainer kann sich Michel derzeit nicht vorstellen. Als Geschäftsführer einer Finanzdienstleistung ist er beruflich stark eingebunden: „Daher hätte ich momentan auch zeitlich überhaupt nicht die Möglichkeit, eine Mannschaft zu trainieren.“ Eine Rückkehr als Spieler wird es freilich definitiv nicht mehr geben: „Diese Zeit ist endgültig vorbei. Meine körperliche Leistungsfähigkeit erhalte ich durch Besuche im Fitnessstudio.“ Früher schwang er noch mehr oder weniger regelmäßig den Tennisschläger beim Tennisclub Ebersburg: „Da bin ich ebenfalls kürzer getreten, helfe aber gelegentlich noch bei den Jungsenioren oder in der Herrenmannschaft aus.“
Als Ausgleich zum Beruf hat Michel inzwischen den Golfsport entdeckt: „Seit eineinhalb Jahren spiele ich Golf. Man ist im Gegensatz zum Fußball nicht an bestimmte Trainingszeiten gebunden. Das Golfspiel – man sollte es kaum glauben – geht ebenfalls an die körperliche Substanz. Allerdings ist es eine andere Art der Belastung. Ich kann hierbei unwahrscheinlich gut geistig entspannen.“ Sportliche Ziele verfolgt Michel hierbei nicht: „Mein Handicap liegt bei 20. Ich betreibe den Sport ausschließlich als Hobby, und dabei wird es auch bleiben.“
Ein Beitrag aus der Fuldaer Zeitung