Kassel: Defensive kassiert die zweitmeisten Gegentore
Der KSV verbaute sich durch seine Auswärtsschwäche eine bessere Platzierung und ist zudem abhängig von Torjäger Thorsten Bauer. Der Stürmer hat mit seinen 15 Treffern maßgeblichen Anteil daran, dass der Klub sich noch gut im Rennen um Platz zehn hält.

Die Neuen
Wirkliche Verstärkungen sind der aus der Reserve beförderte Schmidt und Wirbelwind Bayrak. Auch Willers zeigte gute Ansätze. Strobel, Möller und Zinke spielten oft, überzeugten aber nur stellenweise. Scholze, Tanjic und Petrukhin setzten sich bisher nicht durch, Torwart Lamczyk erhielt noch keine Chance. Im Winter kamen Gölbasi für rechts hinten und Stürmer Haas, der sich mit Strobel um den Platz neben Bauer duellieren dürfte.
Gewinner & Verlierer
Thorsten Bauer hat mit seinen 15 Treffern maßgeblichen Anteil daran, dass der Klub sich noch gut im Rennen um Platz zehn hält. Auch der technisch starke Berger ist unverzichtbar und inzwischen zum Führungsspieler aufgestiegen. Kein gutes Halbjahr liegt hinter Schönewolf und Beyer, die ihre Stammplätze verloren. Stürmer Wojcik, an sich einer der Erfahrensten im Kader, enttäuschte seit seiner Anstellung vor einem Jahr.
Stärken & Schwächen
Nahezu alle siegreichen Spiele wurden durch Bauer entschieden, das Spiel ist voll auf den 30-Jährigen zugeschnitten. Ebenfalls positiv: Zu Hause gab es wohl auch dank guter Kulisse schon drei 4:0-Siege. Allerdings egalisierte der KSV nur ein einziges Mal einen 0:1-Rückstand. Nach Gegentoren bewahrt das Team zu oft nicht die Ruhe, sondern läuft ins offene Messer. Das hat auch Einfluss auf die Defensive: 29 Gegentreffer sind die zweitmeisten der Liga. Fast jeder Abwehrspieler verschuldete mit individuellen Fehlern schon Tore. Besonders auswärts schwächelt Kassel zu häufig.
Trainer & Umfeld
Trainer Matthias Hamann (39) wird in seinem dritten Jahr auch aufgrund des erneut geringen Etats eine gute Arbeit bescheinigt. Vereinschef Jens Rose wird am Saisonende voraussichtlich in den Aufsichtsrat wechseln. Am vergangenen Sonntag feierte der Klub sein zehnjähriges Bestehen, nachdem er 1998 als Nachfolgeklub des FC Hessen in der achten Klasse neu gegründet worden war. Auch die Modernisierung des Auestadions schreitet voran: Am fünftletzten Spieltag gegen den FC Bayern II erfolgt die groß angelegte Flutlichtpremiere.
Fazit & Prognose
Schafft es der KSV Hessen Kassel nicht endlich auch auf des Gegners Platz konstanter in seinen Leistungen aufzutreten, schwinden die Chancen auf Tabellenplatz zehn, der zur neuen 3.Liga berechtigt. Zudem muss das Team auch noch aus den Defensivschwächen der Hinrunde lernen, insgesamt kompakter stehen und dabei hoffen, dass Torjäger Thorsten Bauer seine Klasseform aus der Hinrunde hält.
Michael Brehme
http://www.kicker.de