Reisregen, summende Löwen, schubsende Wölfe & Ohrschellen

KABINENGEFLSTER - FOLGE 37 PROFESSIONELLE EINSTELLUNG zeigte Dennis Lamczyk, indem der 21jhrige nur zwei Tage nach dem Heirats- Rummel im Vorbereitung- Spiel gegen den VfL Wolfsburg II (2:1) berzeugte und mit zwei Reflexen sein Team vor Gegentoren bewahrte.

Wenn der ehrgeizige Ex- Schalker so weiter macht, wird die Nr. 1 des KSV Hessen der große Rückhalt in der am Samstag in Fürth bei den "Kleeblättern" für die Löwen beginnenden Regionalliga- Saison. Bereits einen Tag nach seiner Heirat war Dennis L. am Freitag am KSV- Trainingsgelände an der Damaschkestraße, wo ihn seine Mitspieler mit einem Reis- Empfang überraschten.

Dazu Löwe „Lammo“: „Ich kam in die Kabine, wo mir mein Zimmerkollege vom Trainingslager und bei Auswärtsspielen, Sascha Streubert, sagte, wir sollen erst mal nicht raus gehen.

Die private Nr. 1 von Dennis Lamczyk, der Nr. 1 des KSV Hessen.
zoomDie private Nr. 1 von Dennis Lamczyk, der Nr. 1 des KSV Hessen, Charlotte Lamczyk.

Dann übergab mir Christoph Keim, stellvertretend für Kapitän Thorsten Schönewolf, ein Präsent von der Mannschaft für mich und meine Frau. Danach gingen die Spieler raus und ich kam nach. Beim Verlassen der Kabine hörte ich dann draußen, wie sie vor dem Eingang die Hochzeits- Hymne summten.

Dazu wurde Reis geworfen. Das war eine prima Überraschung und super von den Jungs“.

Eine unschöne Überraschung für Dennis L. war tags darauf allerdings das Gegentor am Samstag gegen den VfL Wolfsburg II, als aus 25 Metern nahe der Seitenaußenlinie, von des Gegners Seite her rechts, ein mit links getretener, langgezogener Freistoßball vorbei an Mitspielern und Gegnern im KSV- Netz landete. „Das sind für einen Torwart schwere und undankbare Bälle, da du dich ja auf die gegnerischen Spieler vor dir im Strafraum konzentrierst, für die der Ball ja auch bestimmt ist,“ weiß der KSV- Keeper in seinem zweiten Löwen- Jahr. Konnte denn da der neue, bisher überzeugende „Abwehr- Schrank“ Mentor Latifi vor ihm nichts mehr machen? „Mentor macht seine Sache bisher sehr gut. Er muss, wie ich, mit der Aufgabe wachsen, denn für uns beide ist es die erste Regionalliga- Saison,“ freut sich der 1,90- Meter große Schlussmann auf die neue Spielzeit.

Derzeit fleißig für die Löwen unterwegs: Christoph Keim
zoomDerzeit fleißig für die Löwen unterwegs: der stellv. Kapitän Christoph Keim
Foto: Roland Sippel

Freude ist auch Christoph Keim zu Beginn seiner sechsten Löwen- Saison in Folge richtig anzumerken. Mit Kapitän Thorsten Schönewolf und Enrico Gaede in den Spielerrat gewählt, scheint die Nr. 3 des KSV Hessen, ohnehin als verantwortungsbewußt bekannt, mit dieser Rolle zusätzlich motiviert zu sein. Auch auf dem Rasen rechtfertigt der 27jährige, der ja ebenfalls wie Dennis Lamczyk in diesem Sommer geheiratet hat, was wohl zusätzliches Verantwortungsbewusstsein schafft..., das Vertrauen von Trainer Mirko Dickhaut. Ob im defensiven Mittelfeld (insbesondere an der Seite von Ruhepol „Enno“ Gaede, wie in der eindrucksvollen ersten Halbzeit in Hofgeismar gegen Hannover 96 II zu sehen) oder seiner vertrauten Position als Linksverteidiger oder auch – wie gegen den VfL Wolfsburg II in der 1. Halbzeit – als Innenverteidiger, strotzt der gebürtige Nordhesse (Ziegenhain) vor Tatendrang und Einsatzwille. Und: der Langzeit- Löwe reißt seine Mitspieler auf dem Spielfeld lautstark und gekonnt mit! Neben Thorsten Schönewolf und Torjäger Thorsten Bauer wird der seit Jahren dritte Identifikations- KSVer sicher nach seinen zwei mißglückten Vorjahren in der Regionalliga, was auch verletzungsbedingt begründet war, seine Erfahrung einbringen.

Anlage Sporthotel Hertling in Waldbreitbach an der Wied
zoomAnlage Sporthotel Hertling in Waldbreitbach an der Wied
Foto: Sporthotel Hertling

Der Schwälmer Landwirt wurde demokratisch in das Triumvirat des KSV- Mannschaftsrat gewählt. Geschehen abends am 24. Juli im Trainingslager im ländlichen, idyllischen Westerwald im Restaurant desSporthotel Hertling in Waldbreitbach an der Wied. Waldbreitbach?! Just jetzt bei Versendung dieses literarischen Beitrags wird dieser vor Ort registriert…und damit beste Grüße…nach Waldbreitbach…was jetzt schon wieder Signalwirkung hat. D.h.: wie Hotelchef Hertling weiß, könnte das jetzt wieder im dortigen Gemeinde- Büro erscheinen...wie immer, wenn irgendwo auf der Welt Werbung für Waldbreitbach im Internet gemacht wird. Ob dabei ein Klingelton ertönt, ist nicht überliefert. Bevor allerdings hier die „große Serie“ ausgelöst wird…soll das Wort Wald…- Sie wissen schon - nicht überstrapaziert werden, denn wie man womöglich in Wald….rein ruft, schallt es womöglich heraus…!

Ein positives Echo ruft derzeit - bereits erwähnter - Kämpfer Keim, Christoph, hervor, der sich auch schon als Kapitän in Vertretung für Thorsten Schönewolf (will nach seiner Kiefer- OP zum Auftakt in Fürth unbedingt wieder mitwirken) bewährt hat. Als "STELLV" überbringt der selbst Jungvermählte nicht nur Heirats- Geschenke oder bringt gegen den VfL Wolfsburg II per Kopfball- Tor zum 1:1 sein Team ins Spiel zurück, sondern riskiert auf dem Rasen des Auestadion auch mal echauffiert und heran brausend in Loyalität und Einsatz für seine Mitspieler verbal eine gelbe Karte.

Vorausgegangen war jene unschöne Strafraum- Szene am Samstag vor dem KSV- Gehäuse, als Keeper Dennis Lamczyk vereint mit dem flotten Flo Heussner die schnelle Angriffsaktion der spielstarken „Jungwölfe“ gegen einen heranstürmenden Wolfsburger bereits bereinigt zu haben schien. Dazu nochmal „Lammo“: „Der gegnerische Spieler nahm, um noch an den Ball zu kommen, billigend und vorsätzlich eine Verletzung von mir und Florian in Kauf. Er schubste Flo, der auf mich prallte. Während Flo eine Jochbein- Blessur davon trug, war bei mir noch Sonntag die Nase geschwollen. Gott sei Dank ging es glimpflich ab und ist mittlerweile abgehakt“.

Auch ihm entgeht kaum was zur Aufstockung der Löwen- Mannschaftskasse: Neuzugang
zoomIhm entgeht kaum was bei der Eintreibung zugunsten der Löwen- Mannschaftskasse: Neuzugang Tornie(porth)
Foto: Roland Sippel

Abgehakt wurde während der Saison- Vorbereitung (und wird es auch weiter) akribisch jede „Verfehlung“ gemäß Mannschafts- Strafenkatalog. Dazu zählen erhaltene Beinschüsse und weiteres beim obligatorischen Trainings- Kreis- Aufwärmspiel „Fünf gegen Zwei“. Trainer Mirko Dickhaut hat außerdem noch kollektive „Ohr- Schellen“ eingeführt, was der 37jährige Familienvater in seiner langjährigen Profi- Karriere als Bundesligaspieler mal aufgeschnappt hat. Dabei eilt das „Kreis- Tribunal“ der Reihe nach an den Leidtragenden heran, der nach erhaltenem Ohr- Schnipper seine Buße getan hat. Natürlich soll auch dadurch zuvörderst die gute Team- Stimmung samt Teambuilding gefördert werden. Ohr- Druckstellen wurden im übrigen dabei - selbst bei Wiederholungs- Opfern - bisher noch nicht gesichtet, sondern nur nach einem kurzen Piekser zwecks Blutabnahme beim Laktat- Test von Prof. Dr. Kuno Hottenrott, der am Montag mit seinem Team und KSV- Konditionstrainer Dominik Suslik fleißig erneut die Werte der Löwen prüfte.

Das macht Mirko mit möglich. Der KSV- Trainer kann allerdings auch – wie letzten Samstag in der Halbzeitpause gegen Wolfsburg – in der Kabine auch mal laut werden, wenn seine Schützlinge die Vorgaben nicht erfüllen und hinter ihren Möglichkeiten bleiben. Hat auch was gebracht, wobei die Mannschaft mit den neuen Volkswagen- Trikots ihre Willensprüfung bestand, und hernach Moral plus Charakter zeigte. Und was die Mannschaftskasse betrifft, so füllt sich diese im Hinblick auf die nächste Saison- Abschlussfahrt und unter (ge-) strenger, neuer Verwaltung bereits zeitig rege. Für manchen der 13 Neuzugänge völlig ungewohnte Maßnahmen, kannte man das doch von bisherigen Vereinen her offensichtlich nicht.

Beim KSV Hessen Kassel ist halt manches anders! Die Spieler werden erfahren oder bereits wissen, dass sie bei diesem in Nordhessen sowie darüberhinaus bekannten Traditionsklub auch außerhalb des Spielfeldes im Focus stehen und auch – neben der fußballerischen Leistung – die Außendarstellung zählt. Doch auch hier – wie auf dem Rasen – sollte diese, zudem junge (!), Mannschaft eine faire Chance bekommen und nicht alles überbewertet werden. Wer hat sie nicht selbst erlebt…jene Jugendsünden und Fehler, die zum Reifeprozess dazu gehören.

Eine völlig neue Mannschaft, ein neuer Trainerstab, viele neue Gesichter und handelnde Personen im Verein – das braucht Geduld, Zeit und Realitätssinn und muss wachsen!

Lassen wir sie damit los, die Löwen…im Fürther Ronhof im Playmobil- Stadion, wo es nicht mit spielen allein getan sein wird, sondern mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung und bei jedem KSV- Akteur besonders wichtig ist …PROFESSIONELLE EINSTELLUNG.

Herbert Pumann - KSV- Pressereferent

Mittwoch, 13. August 2008

 

 

Veröffentlicht: 13.08.2008

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Datum des Ausdrucks: 21.09.2019