Zeichen stehen auf Ausbau

AUESTADION Hessens Innenminister Bouffier äußerte sich gestern zum Auestadion. Jetzt steht dem Ausbau des Auestadions zu einer modernen Sportarena so gut wie nichts mehr im Wege. Hessens Innenminister Volker Bouffier (CDU) bekräftigte gestern Abend bei einem Besuch in Kassel noch einmal seine Aussage, die er Ende des vergangenen Jahres gegenüber Kassels Oberbürgermeister Georg Lewandowski (CDU) und Bürgermeister Ingo Groß (SPD) getroffen hatte: 4,5 der zwölf Millionen Euro, die Kassel im Dezember 2002 aus dem Landesausgleichsstock erhalten hatte, dürfen in den Umbau des teils maroden Stadions fließen. Dies habe er auch schon im Dezember der Aufsichtsbehörde mitgeteilt. Regierungspräsidentin Oda Scheibelhuber weiß also Bescheid. Bis gestern hatte darüber Unklarheit geherrscht. Verwirrung stiftete zudem Kassels Kämmerer Dr. Jürgen Barthel (SPD). Er hatte kürzlich angekündigt, die gesamten zwölf Millionen Euro für die Haushaltssanierung zu verwenden. Das Geld, so der schriftliche Hinweis, sei zur teilweisen Abdeckung des Altdefizits vorgesehen, sagte Barthel kürzlich gegenüber unserer Zeitung.

Das Altdefizit es beläuft sich nach aktuellen Berechnungen der Kämmerei auf 303,7 Millionen Euro. Der Innenminister stellte nun aber noch einmal klar: Kassel hat die Möglichkeit, 4,5 Millionen Euro für die Sanierung des Auestadions zu verwenden. Heißt im Umkehrschluss: Kassel hat auch die Möglichkeit, den Millionenbetrag für den Schuldenabbau zu nutzen. Davon war aber gestern während der Pressekonferenz der Kasseler CDU-Fraktion nicht mehr die Rede. Sowohl Oberbürgermeister Lewandowski als auch Bürgermeister Groß gestern als Gast zugegen beteuerten: Wir nehmen den Umbau des Auestadions in Angriff. Der soll insgesamt 10,29 Millionen Euro kosten. Die Stadt muss also noch knapp 5,8 Millionen Euro selbst aufbringen. Lewandowski versicherte, dass andere Projekte der Stadt durch den Stadionumbau nicht verzögert würden.
Die 4,5 Millionen Euro des Landes sind im vergangenen Jahr ebenso wie die restlichen 7,5 Millionen Euro in den Verwaltungshaushalt geflossen, für 2003 wird der Vermögenshaushalt um eben 4,5 Millionen Euro erweitert, ohne dass dafür andere Posten gestrichen werden. Schließlich ist der Betrag ja im vergangenen Jahr schon im Verwaltungshaushalt verbucht worden. Der Oberbürgermeister ist sich sicher, dass er den Kämmerer auch noch für den Ausbau des Auestadions gewinnen kann. Die Argumente lieferte er gestern gleich mit: Die Arena müsse saniert werden, sonst drohe deren Schließung. Und es sei etwa unverantwortlich, keine Spielstätte für den aufstrebenden Fußball-Oberligisten KSV Hessen Kassel zu haben. Bürgermeister Groß verwies darauf, dass in einem modernen Stadion nicht nur Fußball, sondern auch wichtige Leichtathletikwettkämpfe und Konzerte stattfinden könnten. Das sieht freilich auch Volker Bouffier so. Er aber rief zur Zurückhaltung auf: "Vielleicht kann der Umbau ja auch preiswerter werden. Wir brauchen ja keine Paläste."
Der Innenminister machte deutlich, dass die Höhe der Summe aus dem Landesausgleichsstock neu hätte bewertet werden müssen, wenn das Projekt Auestadion nicht zur Debatte gestanden hätte. Lewandowski sah den Betrag auch als Belohnung für die Sparpolitik der Stadt Kassel in den vergangenen Jahren an.


<i>(Florian Hagemann, HNA-Lokalredaktion, 24.01.03)</i>

Veröffentlicht: 24.01.2003

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Datum des Ausdrucks: 19.08.2019