Den Bock umstossen, Löwen!

KABINENGEFLSTER - FOLGE 19 DEN BOCK UMSTOSSENheit es im Fuball-Jargon gemeinhin, wenn eine erfolglose Serie ihr Ende finden soll; was verndert wurde. Den Bock umstoen gilt in der Fremde auch fr die Lwen!

„Den Bock umstoßen", sagten sich am 8. Spieltag, dem 14. September, auch die Kicker vom FC Ingolstadt 04, als sie gegen den KSV Hessen Kassel ihre missliche Heimbilanz aus den Saison-Auftaktwochen beenden wollten, um endlich in ihrem Stadion Bezirkssportanlage Süd den ersten Dreier zu landen. Hernach wurden dann die Löwen als der rechte Aufbaugegner des FCI (der in der Vorrunde übrigens nur noch gegen den SSV Reutlingen daheim siegte) bezeichnet...was ihnen auch in Pfullendorf, beim FC Bayern II und zuletzt in Burghausen von den jeweiligen Gastgebern widerfahren sollte, wo allesamt die Heimmannschaften jeweils unter Druck standen. Auch aus Aalen beim auf einem Auftstieg-Platz befindlichen VfR ist nach zuletzt zwei Remis im Städtischen Waldstadion (und vier Remis insgesamt in Folge!) unter vorgehaltener Hand von Medienseite zu vernehmen: „Hurra, die Hessen kommen". Die Löwen sollen also gerade recht kommen!

Erstes Spiel der Rückrunde

Das wiederum sollte die Hamann-Mannen zusätzlich motivieren, ihr Ehrgefühl, ihren Stolz so richtig packen! Zuletzt trafen die Löwen auswärts mit Spitzenreiter VfB Stuttgart II, dem Tabellenzweiten SV Sandhausen und dem Ex-Zweitligisten und Fünft-Placierten SV Wacker Burghausen auf - das sei klar gestellt - drei Teams, die als klarer Favorit und zum Teil zudem heimstark geltend in die Partie gingen und nicht zu Unrecht in der oberen Tabellen-Hälfte zu finden sind. Doch - und das gilt es positiv mitzunehmen - in allen drei Spielen war die junge Löwen-Elf dem Gegner ebenbürdig, verpasste nur denkbar knapp Punktgewinne! In Stuttgart gab es eine starke Schlussphase, in Sandhausen eine überzeugende erste Halbzeit und zuletzt in Burghausen lief es trotz des 0:1 vor der Pause (als Dominik Suslik während des Gegentors am Spielfeldrand behandelt wurde und der KSV nur zu Zehnt war) bis Mitte der zweiten Halbzeit auch ordentlich. Allerdings ging nach dem verdienten und erarbeiteten Ausgleich durch das sehenswerte Tor von Serdar B. plötzlich ein Ruck durch des Gegners Team, das sich durch einen österreichischen „Guru" mit Lach-Joga auf die Partie mit dem KSV Hessen eingestimmt haben soll.

So eines Rucks - den ja auch der VfR Aalen im Hinspiel im Auestadion praktizierte - bedarf es am kommenden Samstag im ersten Spiel der Rückrunde im Löwen-Lager!

"Schönes" Anerkennung an treueste Löwen-Fans

 

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zoomDagegen halten in Aalen: Kapitän Thorsten S. und Co.
Foto: Benedikt Altschuh

Gestimmt hatte beim KSV Hessen am letzten Samstag die Einstellung und das Engagement. Fast schon tragisch, dass individuelle Fehler rigoros bestraft wurden. Doch Lamentieren und Nörgeln bringt nichts, wer vor Ort war, weiß: was Einsatzwille und Moral betrafen, so überzeugten die zuletzt in weiß angetretenen KSVer beim SV Wacker. „Der Mannschaft kann diesmal kein Vorwurf gemacht werden, sie hat alles gegeben,"zeigte sich auch der KSV- Fanbeauftragte Markus „Lämmi" L., stellvertretend für die mitgereisten Anhänger, zufrieden. Gerade den in dieser schwierigen KSV-Zeit unverdrossen weite Auswärts-Reisen in Kauf nehmenden Fans würde die Mannschaft besonders gern ein Erfolgserlebnis widmen. Am Freitagabend vor dem Spiel kam es noch zu einer außerordentlichen Mannschafts-Besprechung im Hotel, in der Trainer Matthias Hamann im Beisein des 1. Vorsitzenden Jens Rose und Manager Marc Arnold moderat und ultimativ auf das Team einwirkte. Sprach von Vertrauen, das die Spieler nach wie vor von ihm sowie Manager und Vorstand haben! Und dann schwang sich Kapitän Thorsten Schönewolf auf und appellierte besonders an alle, sich bewusst zu machen, dass jene KSV-Fans, die diese weiten Fahrten auf sich nehmen, KSV-Fans sind, die für die Mannschaft durch dick und dünn gehen. Egal bei welchem Wetter und Tabellenstand! Die Woche für Woche wieder kommen, weil auch sie, beseelt von „Glaube, Liebe, Hoffnung", der Mannschaft vertrauen. Auch in Aalen!

Im letzten Hinrunden-Spiel hatten sich alle KSVer viel vorgenommen! Das „Unternehmen Burghausen" wurde sogar zur Chef-Sache. Jens Rose war eigens - wie in Sandhausen - mit im Mannschaft-Hotel und überzeugte sich über den intakten Teamgeist. „JR" machte sogar selbst aktiv beim Abschlusstraining mit und bei der obligatorischen Laufeinheit am Samstag morgen vor dem Spiel, verfolgte die Partie zunächst von der Haupttribüne aus, um dann zu den Löwen-Fans auf die gegenüberliegende Seite zu gehen. Dort (er)lebte der KSV-Vorsitzende emotional mit aller Leidenschaft und Herzblut den viel umjubelten Ausgleichstreffer und wenig später das blanke Entsetzen über den erneuten Rückstand.

3. Liga mit KSV Hessen - wenn nicht jetzt, wann dann...!

Klar, wer nur die blanke Statistik in der Fremde sieht, wird kein gutes Haar an Mannschaft und Trainer lassen, doch ich werde nicht müde zu bemerken: diese Mannschaft hat Moral, Wille und auch Potenzial (bis auf Ingolstadt wurde mit jedem, mit JEDEM, Gegner mitgehalten!). Sicher würde ein Mittelfeld-Routinier, der beispielsweise einen so entwicklungsfähigen, spielfreudigen und -starken Akteur wie dem gerade mal 20jährigen Martin Scholze führend zur Seite steht, dem Team - und es ist ein Team - weiter helfen. Doch das ist ja hinlänglich bekannt: Hier sind die Region, Fußball-Nordhessen und insbesondere die Wirtschaft aufgerufen...denn, mit Blick voraus für die nächsten Jahre gilt:

WENN NICHT JETZT, WANN DANN... 3. LIGA FÜR DEN TRADITIONSCLUB KSV HESSEN KASSEL?

Die dritte Bundesliga im NÄCHSTEN Jahr (in den darauf folgenden wird es schwerer!) zu schaffen, ist eine einzigartige, außergewöhnliche CHANCE, die es - mit VEREINTEN Kräften - zu nutzen gilt. Man kann denken, was man will, über den Kontrakt mit der Martini Brauerei...doch - wie 1998 bei der Wiedergründung des KSV Hessen - setzt die Einbecker-Brauerei AG ein ZEICHEN IN DIE RICHTIGE RICHTUNG. Ein SIGNAL...an die Mannschaft, doch auch an weitere potentielle Unternehmen!

Was die Mannschaft betrifft: Bleibt zu hoffen (und wünschen), dass alle mitziehen und insbesondere mit dem gegebenen Druck umzugehen vermögen! So wie fast auf den Tag genau vor zwei Jahren, als der Aufstiegs-Zug in weite Ferne gerückt war, doch genügend Sieger-Typen im Team waren, die unverdrossen ihre Illusion und das Ziel bewahrten!

Sieger-Mentalität gefragt

Für die Mannschaft heißt es jetzt: noch mehr SIEGER-MENTALITÄT entwickeln, noch mehr zusammenrücken, noch mehr Verantwortung übernehmen, mehr kommunizieren auf dem Platz, noch mehr Leidenschaft, noch mehr die taktischen Vorgaben und Disziplin umsetzen und jene individuellen Fehlerquellen - wie zuletzt - künftig abzustellen bzw. zu vermeiden.

Klar...hier sind immer noch Menschen, zum Teil sehr junge Spieler, tätig (weshalb es übrigens auch nicht verwerflich ist, wenn Spieler - genau wie andere Mitbürger - NACH getaner Arbeit Samstagnacht mal in die Disko gehen) und keine Maschinen. D.h.: Fehler passieren, doch wenn sie auftreten, gilt es NIE das Ziel oder die Sieger-Mentalität zu verlieren (sonst wär´s ja auch keine mehr...!?!). Sieger-Typen sind jetzt gefragt! Jene, die das Motto „Rückschläge sind nur Umwege auf dem Weg zum Ziel" begreifen und in die TAT umsetzen. Sich nicht beirren lassen, mit Druck umgehen können.

Wieso kommt zum Beispiel im Fußball wiederholt vor, dass Mannschaften nach Platzverweisen in nomineller Unterzahl es plötzlich dem Gegner mit einem Spieler mehr, schwerer machen? Wieso gelingt es einem Akteur, egal ob Abwehr-, Mittelfeld- oder Angriff-Spieler, der ein Eigentor erzielt, im weiteren Spielverlauf meist auch ins gegnerische Gehäuse zu treffen....? Weil im Kopf zusätzlicher Ehrgeiz, zusätzliche Motivation angeregt wird, um sich zu rehabilitieren, verbunden mit dem Bewusstsein „ich muss dafür meine Anstrengung erhöhen." Ergo: Wer seine Ziele nicht erreicht, hat seine Anstrengungen zu erhöhen.

Oder: wer immer weiter macht und kämpft, kann verlieren...wer es nicht macht, nicht kämpft...hat schon verloren!

VfR Aalen setzte Maßstäbe in der Hinrunde

Die KSV-Anhänger, die am Samstag ein Mal mehr und unverdrossen per Löwen-Fanbus ins Städtische Stadion (Kapazität 11.183 Plätze) nach Aalen und zugleich zum letzten KSV-Auswärtsspiel des Jahres reisen, verdienen für ihren Aufwand absolute Anerkennung und eine Löwen- Mannschaft, die in punkto Einsatz an ihre Leistungsgrenze geht.

Natürlich ist die Realität existent, um zu wissen, dass dort mit der erfahrenen Mannschaft des VfR Aalen, die seit neun Partien unbesiegt ist (4 Siege, 5 Remis), ein Zweitliga-Aufstiegs-Kandidat besonderer Güte wartet. Die offensivfreudige Elf des 44jährigen Coach Edgar Schmitt (gebürtiger Bitburger), der beim letzten Aufeinandertreffen in Aalen zwischen dem VfR und dem KSV Hessen sein Trainer-Debüt bei den Schwarz-Weißen gab, ist für mich persönlich das spielstärkste Team der Vorrunde, mit einem der besten Liga-Feldspieler - Spielmacher Christian Holzer - und dem torgefährlichsten Abwehrspieler der Liga - Christian Alder. Die letzte Niederlage des mit einigen Ex-Profis gespickten VfR datiert vom 8. Spieltag (Anm.: als der KSV erstmals auswärts nicht punktete), dem 0:3 beim TSV 1860 München II am 15. September. Nach dem SV Sandhausen ist der VfR Aalen die zweitbeste Heim-Mannschaft, bei sechs Siegen, zwei Remis (beide in den letzten beiden Heimspielen gegen den SC Pfullendorf, 2:2, und den FC Bayern München II, 1:1) und einer Niederlage (am 6. Spieltag, 31. August, mit 1:2 gegen den aktuellen Spitzenreiter VfB Stuttgart II).

Mit 36 erzielten Toren (2 im Schnitt pro Spiel) hat der ca. 600 Mitglieder zählende Verein für Rasenspiele Aalen 1921 e.V. die mit Abstand am meisten erzielten der Liga. Gefolgt vom FSV Frankfurt (27) und...man beachte...dem KSV Hessen, der mit 26 immerhin auf Rang 3 der erzielten Treffer-Tabelle der Liga liegt. Mit 17 Toren plus haben die Schmitt-Schützlinge die klar beste Treffer-Differenz der ReLi Süd. Beachtlich auch, dass sich die Torschützen der Ost-Württemberger auf 14 Akteure verteilen (es führen Innenverteidiger Christian Alder sowie die Stürmer Marco Sailer und Marcus Steegmann mit je fünf Treffern).

Demgegenüber haben den KSV Hessen am Samstag, wenn es zum letzten Auswärtsspiel des Jahres an jene Stätte geht, wo am 24. Februar 2007 auch das erste war (Anm.: 2:0-Sieg durch Tore von Mario Klinger und Thorsten Bauer vor 1.752 Zuschauern) womöglich nur kühnste Optimisten auf der Rechnung.

Also...Thorsten Schönewolf und Co., ihr habt keine Chance...also nutzt sie....und lasst nächsten Monat...in Aalen, am Tor zur Schäbischen Alb, nichts unversucht beim..."DEN BOCK UMSTOSSEN"!

Herbert Pumann

Mittwoch, 28. November 2007

 

 

Veröffentlicht: 28.11.2007

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Datum des Ausdrucks: 17.09.2019