Fießer rettet einen Punkt

KSV Hessen - SpVgg Unterhaching 2:2 (1:1) Mit der letzten Aktion des Spiels rettete Jan Fießer per Volleyschuss einen Zähler gegen den Zweitliga-Absteiger aus Unterhaching. Beim 2:2 (1:1)-Unentschieden hatte Thorsten Bauer den KSV früh per Strafstoß in Führung gebracht, ehe sich die Löwen zweimal auskontern ließen und zwischenzeitlich in Rückstand gerieten. (Siehe auch Rubrik Pressespiegel)

Reichlich Dusel auf der einen Seite, unbändiger Wille auf der anderen. Am Ende war es wohl eine Mischung aus beidem, die den Löwen in der Schlussminute doch noch den Ausgleich bescherte. Eine Berger-Ecke von der rechten Seite, die Gästetorwart Kampa nur bedingt klären konnte. Der Ball landete am Elfmeterpunkt bei Jan Fießer, der draufhielt und tatsächlich noch zum Ausgleich traf. Das 2:2 - ein ganz wichtiger Treffer für die Psyche, für das Punktekonto allerdings nur bedingt.

Sechs Punkte aus fünf Spielen, bereits drei Unentschieden in der noch jungen Saison. Eine Bilanz, die zurzeit zwar gerade so für einen Platz unter den ersten Zehn reicht, aber mit der sich auch kein Polster erarbeiten lässt. Eine Momentaufnahme. „Es ist klar, dass uns Unentschieden auf Dauer nicht weiterhelfen“, resümierte Löwen-Trainer Matthias Hamann. Dennoch war er mit dem einen Zähler zufrieden - es sei „ein gewonnener Punkt“ gewesen, so der Coach. Mit aller Macht und einem großen Engagement hatte seine Mannschaft den zweiten Treffer erzwungen und davon profitiert, dass sich die Gäste nach der eigenen Führung immer mehr zurückzogen hatten. Nach dem 2:1 der Hachinger vertraute die Lorant-Elf gänzlich auf Konter und musste sich später über die eigene Passivität in der Schlussphase ärgern.

Mit einem Doppelschlag hatte die Partie Mitte des ersten Abschnitts Fahrt aufgenommen. Nach einem Foul Schaschkos an Daniel Beyer brachte Thorsten Bauer den KSV per Foulelfmeter in Führung (21.), die allerdings nur vier Minuten hielt. Dann ließ die Offensivabteilung der Spielvereinigung zum ersten Mal ihre Extraklasse aufblitzen. Einen unnötigen Ballverlust von Erich Strobel nutzten die Gäste zum schnellen Gegenstoß. Über Bruno Custos, dem besten Mann auf dem Platz, und Robert Lechleiter kam der Ball schließlich zum freistehenden Torschützen Michal Kolomaznik.

Dies war die erste Aktion, die die neu zusammengestellte Löwen-Defensive alt aussehen ließ. Weil neben Kapitän Schönewolf auch Möller ausgefallen war, rückten mit Suslik und Keim gleich zwei neue Akteure in den Abwehrverbund. Rechtsverteidiger Suslik war in jener Situation nicht zur Stelle, Keim und Willers hatten Custos im Laufduell nichts entgegenzusetzen. „Defensiv waren wir zu oft nicht konzentriert, das war zu wenig“, kritisierte auch Hamann. Zu viel „Wischi-Waschi“ (Hamann), dargeboten in Stellungsfehlern und vermeidbaren Ballverlusten, bestimmte nicht selten das Geschehen. Unzulänglichkeiten, die von den wieselflinken Hachinger Offensivkräften unmittelbar nach Wiederanpfiff erneut bestraft wurden. Ein einziger langer Ball von Tyce düpierte die aufgerückte Defensivabteilung. Robert Lechleiter startete durch, umspielte noch Keeper Adler und netzte ein.

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zoomDer Jubel nach dem 2:2: Mit Jan Fießer freuen sich Willers, Tanjic und Scholze (v.l.).
Foto: Roland Sippel

Es folgte eine Phase, in der sich die Hausherren zwar optisch ein Übergewicht erarbeiteten, in Wahrheit aber ein ums andere Mal Glück hatten, dass Unterhaching den Sack nicht endgültig zumachte. Torgelegenheiten hatte die Lorant-Elf jedenfalls genug, oft standen sich Custos, Lechleiter und Co. aber selbst im Weg. So ärgerte sich der „maßlos sauere“ Coach später auch, „dass wir so viele klare Konterchancen nicht nutzen.“ Die Löwen wiederum holten schon nach einer guten Stunde die Brechstange heraus und vertrauten aus dem Spiel heraus fast ausschließlich auf lange Bälle - zumeist erfolglos. Die beste Kasseler Chance aus dem Spiel heraus ging auf das Konto von Stefan Frühbeis - bezeichnenderweise einem Hachinger. Per Kopf wollte der Abwehrmann nach 84 Minuten auf Keeper Kampa zurücklegen. Ein Missverständnis, weil auch Kampa aus seinem Tor kam und Glück hatte, dass das Leder knapp am Kasten vorbei strich.

Besser war da schon die Chancenquote der Kasseler nach Standardsituationen. Zahlreiche Eck- und Freistöße verzeichneten die Löwen vor allem im zweiten Abschnitt. Pech hatte Christoph Keim nach einer Ecke per Kopf (55.), als Kampa reaktionsschnell parierte. Umso besser lief es dann in jener 90. Minute, als Jan Fießer nach Bergers Hereingabe zum Schuss kam und doch noch zum finalen Ausgleich traf.

Von Michael Brehme

KSV Hessen: Adler - Suslik (78. Tanjic), Willers, Keim, Kümmerle - Beyer, Busch (55. Scholze), Fießer, Berger - Bauer, Strobel (55. Wojcik) - Trainer: Hamann

Unterhaching: Kampa - Hörnig, Polak, Frühbeis, Schaschko (69. Fink) - Gülselam, Tyce - Lechleiter, Kolomaznik (69. Nagy), Custos - Konrad (88. Rathgeber) - Trainer: Lorant

Tore: 1:0 Bauer (21., Foulelfmeter), 1:1 Kolomaznik (25.), 1:2 Lechleiter (50.), 2:2 Fießer (90.)

Gelbe Karten: Keim, Fießer - keine

SR: Michael Kempter (Sauldorf) - Zuschauer: 5.000 im Auestadion

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Veröffentlicht: 25.08.2007

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Datum des Ausdrucks: 21.09.2019