Zweite Halbzeit macht Appetit auf mehr

KSV Hessen - Cheltenham Town 1:3 (1:3) Das Ergebnis sagt es nicht aus, aber das, was die Löwen gegen den englischen Viertligisten Cheltenham Town zeigten, war vor allem in der zweiten Halbzeit sehenswert. Mit dem Argentinier Carlos Perez, der als Testspieler bei den Löwen im Sturm eingesetzt wurde und durchaus zu gefallen wusste, aber ohne die verletzten Dickhaut und Arnold, legten die Löwen los wie die Feuerwehr. Schon nach drei Minuten durften die knapp 400 Zuschauer das erste Mal jubeln. Nach einer präzisen Flanke von Schönefeld auf Nima Latifiahvas erwischte dieser den Ball nicht richtig, dafür aber sein englischer Gegenspieler Duff und Torwart Higgs war geschlagen. Dass dies der einzige Löwentreffer an diesem Tag bleiben sollte, hätte keiner im weiten Rund der Hessenkampfbahn gedacht. Zugegeben, gegen die Vollprofis von der Insel, die alle einen Kopf größer als die Löwen waren und vor allem in den Zweikämpfen für ein Freundschaftsspiel sehr robust zur Sache gingen, tat sich der KSV Hessen in der ersten Halbzeit äußerst schwer. Folgerichtig fielen auch zwei der drei Gegentore per Kopfball.
Das erste gleich vier Minuten nach der Löwenführung, als Finnigan die gesamte Abwehr übersprang und zum 1:1 einköpfte. Und auch der zweite Gegentreffer kurz vor Ende der ersten Halbzeit durch Spencer war eine Kopie des ersten Tores. Zwischenzeitlich bemühten sich die Löwen, das Spiel spielerisch unter Kontrolle zu bekommen, was jedoch gegen die "Kämpfer" von der Insel überwiegend misslang. So blieb neben Konterchancen von Cesar (starke Leistung), Schönefeld und zweimal Perez nicht viel übrig, was erwähnenswert wäre. Das 3:1 durch Caines mit dem Halbzeitpfiff fiel aus stark abseitsverdächtiger Position.

In der zweiten Hälfte zeigten dann die Löwen, dass sie nicht nur gut mithalten, sondern auch gegen einen solch starken Gegner, der permanent Pressing spielte, das Spiel dominieren können. Allen voran Francis Bugri, der der beste Mann auf dem Platz war und den Ball geschickt verteilte. Auch Daniel Beyer, der trickreiche Martin Wagner und der noch mit Abstimmungsproblemen behaftete Perez seien positiv hervorgehoben. So wurden die Engländer fast 45 Minuten in der eigenen Hälfte eingeschnürt und kaum noch Konter zugelassen. Alleine der für Cesar eingewechselte Bauer hatte vier gute Chancen, davon zwei hochkarätige per Kopf aus Nahdistanz, die aber vom Gästekeeper Higgs entschärft wurden. Auch Bugri, zweimal Beyer per Fernschuss (einer an die Latte) und Perez hätten für die Löwen treffen können, doch es sollte nicht sein. Es blieb letztendlich beim schmeichelhaften Sieg für die Gäste aus England.

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass die Löwen langsam zu ihrer Form finden. Die trickreichen Bugri und Wagner im Mittelfeld sind eine wahre Bereicherung für den KSV und sollten erst Dickhaut, Arnold und Krause wieder ins Team zurückkehren, kann der KSV Hessen in der Oberliga ganz oben mitspielen. Auch Testspieler Perez, der den Sturm ergänzen soll, zeigte gute spielerische Ansätze, hatte aber das Pech, dass Cheltenham Town ihn immer mit zwei Mann abschirmte. Sicherlich ist auch hier noch mehr Potenzial abrufbar. Um seine Leistung aber besser beurteilen zu können, reichte der Einsatz heute nicht aus. Ob Perez ein Löwe wird, wird sich nach Aussage von Trainer Matthias Hamann diese Woche entscheiden.


<i>Carsten Müller, 23.07.05


Fotos (Carsten Müller): zeigte im Sturm gute Ansätze, der Argentinier Carlos Perez im Bild oben</i>


KSV Hessen: Stollberg (Heidke 46.) - Gölbasi (Beyer 46.), Schönewolf, Cihan, Schönefeld (Malinov 46.) - Bugri, Dellova, Wagner - Cesar (Bauer 46.), Latifiahvas, Perez

Cheltenham Town: Higgs - Gill, Townsend, Duff (Whittington 58.), Caines, Victory - Melligan, Finnigan (Bird 7.3), Musgrove (Connolly 73.) - Vincent, Spencer

Schiedsrichter: S. Reuss

Tore: 1:0 Eigentor Duff (3.), 1:1 Finnigan (7.), 1:2 Spencer (42.), 1:3 Caines (45.)

Zuschauer: 324

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<b>Impressionen:</b>

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Aufstellung

Veröffentlicht: 23.07.2005

© KSV Hessen Kassel e.V.
Datum des Ausdrucks: 22.07.2019