U19 kann Ausfälle weiterhin nicht kompensieren

SG Rot Weiss Frankfurt - KSV Hessen Kassel 5:3 (2:2)
U19 kann Ausfälle weiterhin nicht kompensieren

Am Sonntag, den 07.04.19 setzte sich die aktuelle Negativserie der U19 bei der SG Rot-Weiss Frankfurt fort. Am Brentanobad reichte auch eine zweimalige Führung nicht, um in die Erfolgsspur zurückzufinden.

 „Ohne fünf“ ist bekanntlich nicht nur beim Skatspiel ein schweres Blatt. Besonders schmerzhaft vermisst wurde nun auch noch neben den drei Langzeitausfällen der an einer Knieverletzung laborierende Mittelfeldmotor und bisherige „Kreuz-Bube“ Marius Rohde. Und auch Stürmer Leon Koch, der notfalls immer für ein Tor gut ist, konnte wegen Rückenbeschwerden nicht als „Trumpf-As“ ausgespielt werden.

Trotzallem kam die von Trainer Christian Andrecht erneut umformierte Startelf zunächst gut ins Spiel. Die ersten Eckbälle wurden herausgespielt, wovon David Stang bereits in der 6. Minute eine Hereingabe von Jan-Luca Schmeer zur 0:1 Führung einköpfen konnte. Nur zwei Minuten später hätte es bereits 0:2 stehen können, als der nächste Luci-Eckstoss weder von Serkan Durna noch von Justin Wieczorek im Nachschuss eingenetzt werden konnten. Im direkten Gegenzug trafen jedoch die Gastgeber beim ersten gefährlichen Vorstoss über links mit einem trockenen Abschluss in die lange Ecke zum 1:1 Ausgleich (10.). Ohne die wichtigen Mittelfeldakteure, die in einem solchen Moment wieder für Ruhe und Ordnung gesorgt hätten, schienen unsere Jungs nun komplett verunsichert. Körpersprache und taktisches Verhalten waren fortan wie weggeflogen. Zum Glück konnten die Rot-Weissen daraus zunächst jedoch auch noch kein Kapital schlagen, nur einmal musste Torhüter Nicolas Gröteke rettend eingreifen (19.). In der 38. Minute war es dann aber soweit, als man die Gegner vor der Strafraumgrenze zu frei gewähren liess und ein satter Schuss aus 18 Metern zum 2:1 im rechten Winkel landete. Als dann unser Trainergespann schon die Möglichkeiten diskutierte, wie man in der zweiten Halbzeit das Ruder vielleicht doch nochmal rumreissen könne, traf Valdrin Kodra in der Nachspielzeit zum glücklichen Ausgleich (45.+2).

Aus der Kabine kamen unsere Jungs dann wieder wie ausgewechselt, obwohl tatsächlich nach dem späten Ausgleich doch nur ein Wechsel (Alessandro Vizza für Munkyu Seo) vorgenommen wurde. Bei Umstellung auf 4-1-4-1-System fand man offenbar wieder mehr Sicherheit und Stabilität in der Defensive und vorne sorgte Serkan Durna mehrfach für richtig Unruhe im gegnerischen Strafraum. Aber entweder schloss Serkan nicht im richtigen Moment ab oder fand den freistehenden Mitspieler nicht. Nachdem die Stürmer den Ball einfach nicht im Tor unterbrachten, übernahm das dann aber halt unser derzeitiges Innenverteidiger-Duo Marvin Urban und Marcel Fischer. Beide waren für einen weiteren Eckball aufgerückt und den zunächst abgewehrten Ball brachte Marvin von rechts nochmal auf den Kopf von Marcel, der in bekannter Manier zur umjubelten 2:3-Führung einköpfte (62.). Doch während der Jubel offenbar noch in den Köpfen war und die Zuordnung im direkten Gegenzug der Frankfurter völlig vernachlässigt wurde, fiel umgehend wieder der Ausgleich zum 3:3 (64.). Und wie beim ersten Ausgleich nach zehn Minuten verloren unsere Jungs ab sofort völlig unerklärlich wieder total den Faden. „Vogelwild“ muss man die Spielweise in den letzten 25 Minuten wohl bezeichnen. Taktisches Verhalten und Zuordnung schienen überhaupt kein Thema mehr zu sein und so kam es auch kaum noch zu Entlastungsangriffen. Während die Gastgeber mit ihren schnellen Stürmern nun richtig aufdrehten und Angriff um Angriff fuhren. Am Ende musste man noch froh sein, dass der bei den Gegentoren machtlose Nikolas Gröteke nur noch zweimal hinter sich greifen musste (80.+86.).

Unterm Strich kann man die fünf sehr schmerzhaften Ausfälle natürlich nicht ausser Acht lassen, aber wenn man auswärts beim Tabellenvorletzten drei Tore schiesst, muss man so ein Spiel auch einfach mal nach Hause fahren. Das funktioniert aber nicht, wenn man in Summe nur 30 Minuten die Vorgaben des Trainers beherzigt und nach jedem Gegentor jegliche taktische Disziplin vermissen lässt. Am persönlichen Einsatz jedes einzelnen hat es sicher nicht gelegen, den Willen hat man auch in den schwachen 60 Minuten gesehen. Aber dafür ist die Hessenliga einfach zu stark und leistungsmässig nah beieinander, als dass man jegliche Ordnung auf dem Platz verlieren darf. Dies mussten an diesem Wochenende aber wohl ähnlich sogar Tabellenführer Kickers Offenbach als auch die direkten Konkurrenten Darmstadt 98 und TSG Wieseck verspüren, die allesamt überraschend gegen Abstiegskandidaten verloren.

Schon am Mittwoch, den 10.04.19 haben die Jungs im Achtelfinale des Hessenpokals die Chance, es wieder besser zu machen. Beim Gruppenligisten JSG Rippberg (Kreis Fulda) sollte man dann eigentlich mit jeder Startelf die Trümpfe in der Hand haben. Anpfiff ist um 19.00 Uhr.

Am Samstag, den 13.04.19 ist um 13.00 Uhr Anpfiff zum nächsten Ligaspiel beim FC Bayern Alzenau.

Aufstellung:

Groeteke, Zornio, Stang, Urban, Durna, Müller, Schmeer, Wieczorek (70. Zulbeari), Seo (46. Vizza), Fischer, Kodra

Auch im Kader:

Havolli (ETW), Jozanovic, Schneider, Saure

Tore:

0:1 David Stang (6.), 1:1 Cherano Willefuehr (10.), 2:1 Filip Cirpaci (38.), 2:2 Valdrin Kodra (45.+2), 2:3 Marcel Fischer (62.), 3:3, 4:3 Cherano Willefuehr (64., 80.), 5:3 Payir Dogukan (86.)

Gelbe Karten für KSV:

David Stang, Marvin Urban, Alessandro Vizza, Jan-Luca Schmeer

Bericht: Frank Hollborn
Bilder: Nicole Schmeer

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Veröffentlicht: 09.04.2019

© KSV Hessen Kassel e.V.
Datum des Ausdrucks: 26.08.2019