Derby-Sieg vor fast 16.000 Zuschauern

KSV Hessen Kassel - KSV Baunatal 3:1 (1:0)
Derby-Sieg vor fast 16.000 Zuschauern

Das hat richtig Spaß gemacht! Vor fast 16.000 Zuschauern gelang dem KSV Hessen am Ostermontag ein 3:1-Derbysieg gegen den KSV Baunatal. Damit ist der angestrebte Zuschauerrekord für ein Fünftliga-Spiel knapp verfehlt worden, dennoch war es ein großer Fußballnachmittag vor einer tollen Kulisse. Mahir Saglik brachte die Löwen in Führung (45+1), Rolf Sattorov glich mit einem Foulelfmeter aus (68.), bevor Sebastian Schmeer (88., ebenfalls Foulelfmeter) die Weichen endgültig auf Sieg stellte. Der kurz zuvor eingewechselte Jon Mogge machte in der Nachspielzeit (90+4.) endgültig den Deckel drauf.


Das Derby vor einer fantastischen Zweitligakulisse bot Kampf um jeden Meter Rasen, es war lange Zeit ein eher zäher Abnutzungskampf ohne spielerische Glanzlichter, bevor in einer hochdramatischen Schlussphase mit einer Reihe umstrittener Schiedsrichterentscheidungen nochmal richtig die Post abging.
Doch der Reihe nach: Bei den Löwen stand Ingmar Merle nach seinem Bluterguss wieder in der Startelf, Sergej Evljuskin spielte neben Freddy Brill auf der "Doppelsechs", während Brian Schwechel zunächst auf der Bank Platz nehmen musste. Beide Mannschaften tasteten sich zunächst ab, legten Wert darauf, nicht vom Gegner überrascht zu werden. Den besseren Eindruck hinterließ dabei zunächst der KSV Baunatal. Immer wieder wurde nach geklärten Bällen mutig der Weg nach vorne gewählt, alleine in Strafraumnähe fehlte den VW-Städtern die Torgefahr. Es dauerte etwa eine halbe Stunde, bis das Spiel der Löwen an Fahrt aufnahm. Angefeuert von der prächtigen Kulisse erarbeitete sich der KSV Hessen seine ersten Torchancen. Ein gefährlicher Freistoß von Ingmar Merle, dazu noch Gelegenheiten für Basti Schmeer und Mahir Saglik. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit der Führungstreffer: Basti Schmeer spielte den Ball im Strafraum wunderbar weich mit viel Gefühl auf den völlig frei stehenden Mahir Saglik, der aus fünf Metern zur Führung einnicken konnte. 
Im zweiten Durchgang zog sich der KSV Hessen mit zunehmender Spielzeit und der Führung im Rücken immer weiter zurück und überließ den Gästen das Geschehen. Baunatal erarbeitete sich eine optische Überlegenheit, was fehlte, waren die klaren Torgelegenheiten. Bis in der 68. Minute Flo Heussner und Sebastian Schmeer im Löwen-Strafraum aufeinander prallten und der Baunataler Außenverteidiger zu Fall kam. Schiedsrichter Volker Höpp zeigte auf den Punkt, Strafstoß. Rolf Sattorov ließ sich durch die Pfiffe nicht irritieren und glich aus. Nun hatte Baunatal "das Momentum" auf seiner Seite, wie Trainer Tobias Nebe dachte. Doch der KSV Hessen biss sich zurück, wurde endlich aktiver. Ein weiterer gefährlicher Freistoß von Inge Merle, eine Chance von Schmeer, die Baunatals Torwart Pascal Bielert klärte und ein gefährlicher Schuss von Mahir Saglik aus spitzem Winkel - die Löwen-Führung lag nun in der Luft. In der 83. Minute blieb die Pfeife von Höpp Stumm, als dem Baunataler Mario Wolf der Ball im eigenen Strafraum an die Hand sprang - im Stadion war nun richtig Stimmung. Kurz danach gab es dann doch Elfmeter für die Löwen: Marco Dawid wurde im Strafraum von Maximilian Blahout umgesenst - klare Sache, Strafstoß. Baunatal reklamierte zuvor ein Handspiel von Dawid, TV-Bilder zeigten allerdings, dass es eher der Schulter- und Brustbereich des Löwen-Spielers war. Nach langen und hitzigen Diskussionen und etwas Theatralik von Höpp dauerte es mehr als zwei Minuten, bis Basti Schmeer den Ball in die rechte untere Ecke des Baunataler Tores treten durfte. Ein knappes Ding, Bielert hatte die richtige Ecke geahnt. Doch damit war das Spektakel in der 88. Minute noch nicht vorbei. Saglik flog noch mit der Ampelkarte vom Platz, nachdem er zuvor für den Geschmack von Höpp zu heftig reklamiert hatte, Niklas Hartmann rettete mit einer tollen Parade gegen Daniel Borgardt und Torwart Bielert agierte in der hochdramatischen Nachspielzeit als zusätzlicher Stürmer. Doch ohne Torwart fing sich Baunatal den endgültigen Knockout. Der eingewechselte Jon Mogge spintete auf der rechten Außenbahn seinen Gegenspielern davon und traf in der vierten Minute der Nachspielzeit zum 3:1 ins leere Baunataler Tor. 
Das war es dann! Der Rest war Jubel bei dem überwiegenden Großteil der fast 16.000 Zuschauer.
Weiter geht es für die Löwen am Samstag (27. April, 14 Uhr), wenn der Tabellenvierte Rot-Weiss Hadamar zu einem weiteren Spitzenspiel im Auestadion gastiert. 
Oliver Zehe


KSV Hessen – KSV Baunatal 3:1 (1:0)
KSV: Hartmann - Najjar, Merle, Häuser, Brandner - Evljuskin (73. Schwechel), Brill - Dawid (90. Mogge), Bravo Sanchez - Saglik - Schmeer (90. +4 Allmeroth). Trainer: Cramer
Baunatal: Bielert - Krengel, Blahout, Wolf, Heussner - Möller (54. Üstün), Borgardt, Schäfer (79. Ludwig) - Sattorov, Pforr, Müller (46. Schrader). Trainer: Nebe
SR: Höpp (Ranstadt), Z: 15.488 (16.500 verkaufte Karten). 
Tore: 1:0 Saglik (45. +1), 1:1 Sattorov (68. Foulelfmeter), 2:1 Schneer (88. Foulelfmeter), 3:1 Mogge (90. + 4).
Gelb-Rot: Saglik (90. + 1)

Aufstellung

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Lotto Hessenliga 2018/2019, KSV Hessen Kassel, KSV Baunatal, Endstand 3:1; Mannschaft

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Veröffentlicht: 23.04.2019

© KSV Hessen Kassel e.V.
Datum des Ausdrucks: 21.05.2019