Verfasst: 21. Jun 2003, 12:24
Ich wünsche es unserem Andy nicht, aber wenn ich die Hamburger Morgenpost von Samstag lese, scheint sein Wechsel zu Pauli doch ein Fehler gewesen zu sein...
So steigt St. Pauli ab!
BUTTJE ROSENFELD
Geld fehlt: Franz Gerber hat keine Mannschaft
8000 Dauerkarten sind weg, 70000 "Retter"-Shirts verkauft - wie jeder St. Paulianer freut sich Walter Frosch über die Rettungs-Aktion am Millerntor, die zum Erwerb der lange gefährdeten Regionalliga-Lizenz führte: "Unsere Fans haben sich wieder selbst übertroffen." Aber das Urgestein macht sich trotzdem große Sorgen. Der 53-Jährige spricht aus, was viele Experten denken: "Es gibt immer noch keine konkurrenzfähige Mannschaft. So wie sie sich jetzt präsentiert, steigen wir in die Oberliga ab!"
Stimmt. Derzeit hat das Pauli-Team höchstens das Niveau einer verstärkten A-Jugend: Deniz Kacan, Heiko Ansorge, Matthias Hinzmann, Philip Albrecht und Hauke Brückner wurden aus dem Nachwuchsbereich verpflichtet, hinzu kommen Andreas Mayer (30, Hessen Kassel) und Rico Hanke (27, München 1860 Amateure).
Verbliebene Stammspieler sind nur Cory Gibbs und Nascimento. Doch die werden wohl nicht mehr lange bleiben. Gibbs hat Angst, dass er als Drittliga-Kicker alle Chancen auf die amerikanische Nationalmannschaft verliert. Und Nascimento ist gewissermaßen ein Spekulationsobjekt: St. Pauli muss für den brasilianischen Top-Abwehrspieler 480000 Euro in zwei Raten an "Parana Club" überweisen. Sollte ein Profi-Klub eine Million oder gar 1,5 Millionen Euro für den 1,92-m-Hünen zahlen, ist er weg.
Wahrlich die "ärmste Sau" dieser Tage im Verein: Franz Gerber. Der Trainer muss sich die Finger wund telefonieren, den Mund fusselig reden, Kandidaten klar machen, dass es sich auch ohne großes Geldverdienen lohnt, für St. Pauli zu kicken. Doch das klappt nicht, er muss sich von den Spielern und deren Beratern immer wieder anhören, dass sie ihm nicht glauben, wenn er sagt, dass kaum Zaster da ist.
Die offenbar leeren Kassen schrecken fast alle ab. Keeper Stefan Brasas ist sofort umgefallen, als Zweitliga-Aufsteiger Unterhaching ihm ein lukratives Angebot machte, sagte Pauli nach einem Tag wieder ab. Christian Fröhlich und Kapitän Holger Stanislawski sind zwar zu großen finanziellen Zugeständnissen bereit, zögern dennoch. Stani zur MOPO: "Sportlich siehts für uns leider nicht gut aus."
Nochmal Walter Frosch: "Ich kapiere nicht, warum St. Pauli von seinem Vier-Millionen-Etat nur 1,3 Millionen Euro in die Mannschaft steckt - die bestimmt doch die Zukunft des Klubs." Schon verrückt: Vor allem durch die Fans und die Stadt Hamburg konnte der Sturz in die Oberliga aus wirtschaftlichen Aspekten verhindert werden. Wenn die Mannschaft nicht aufgerüstet wird, muss Pauli in einem Jahr aus sportlichen Gründen den Gang in die Viertklassigkeit antreten.
P.S.: Von unserem Breite ist bei Pauli, wie schon vor ein paar Tagen geschrieben, keine Rede mehr...
So steigt St. Pauli ab!
BUTTJE ROSENFELD
Geld fehlt: Franz Gerber hat keine Mannschaft
8000 Dauerkarten sind weg, 70000 "Retter"-Shirts verkauft - wie jeder St. Paulianer freut sich Walter Frosch über die Rettungs-Aktion am Millerntor, die zum Erwerb der lange gefährdeten Regionalliga-Lizenz führte: "Unsere Fans haben sich wieder selbst übertroffen." Aber das Urgestein macht sich trotzdem große Sorgen. Der 53-Jährige spricht aus, was viele Experten denken: "Es gibt immer noch keine konkurrenzfähige Mannschaft. So wie sie sich jetzt präsentiert, steigen wir in die Oberliga ab!"
Stimmt. Derzeit hat das Pauli-Team höchstens das Niveau einer verstärkten A-Jugend: Deniz Kacan, Heiko Ansorge, Matthias Hinzmann, Philip Albrecht und Hauke Brückner wurden aus dem Nachwuchsbereich verpflichtet, hinzu kommen Andreas Mayer (30, Hessen Kassel) und Rico Hanke (27, München 1860 Amateure).
Verbliebene Stammspieler sind nur Cory Gibbs und Nascimento. Doch die werden wohl nicht mehr lange bleiben. Gibbs hat Angst, dass er als Drittliga-Kicker alle Chancen auf die amerikanische Nationalmannschaft verliert. Und Nascimento ist gewissermaßen ein Spekulationsobjekt: St. Pauli muss für den brasilianischen Top-Abwehrspieler 480000 Euro in zwei Raten an "Parana Club" überweisen. Sollte ein Profi-Klub eine Million oder gar 1,5 Millionen Euro für den 1,92-m-Hünen zahlen, ist er weg.
Wahrlich die "ärmste Sau" dieser Tage im Verein: Franz Gerber. Der Trainer muss sich die Finger wund telefonieren, den Mund fusselig reden, Kandidaten klar machen, dass es sich auch ohne großes Geldverdienen lohnt, für St. Pauli zu kicken. Doch das klappt nicht, er muss sich von den Spielern und deren Beratern immer wieder anhören, dass sie ihm nicht glauben, wenn er sagt, dass kaum Zaster da ist.
Die offenbar leeren Kassen schrecken fast alle ab. Keeper Stefan Brasas ist sofort umgefallen, als Zweitliga-Aufsteiger Unterhaching ihm ein lukratives Angebot machte, sagte Pauli nach einem Tag wieder ab. Christian Fröhlich und Kapitän Holger Stanislawski sind zwar zu großen finanziellen Zugeständnissen bereit, zögern dennoch. Stani zur MOPO: "Sportlich siehts für uns leider nicht gut aus."
Nochmal Walter Frosch: "Ich kapiere nicht, warum St. Pauli von seinem Vier-Millionen-Etat nur 1,3 Millionen Euro in die Mannschaft steckt - die bestimmt doch die Zukunft des Klubs." Schon verrückt: Vor allem durch die Fans und die Stadt Hamburg konnte der Sturz in die Oberliga aus wirtschaftlichen Aspekten verhindert werden. Wenn die Mannschaft nicht aufgerüstet wird, muss Pauli in einem Jahr aus sportlichen Gründen den Gang in die Viertklassigkeit antreten.
P.S.: Von unserem Breite ist bei Pauli, wie schon vor ein paar Tagen geschrieben, keine Rede mehr...