Das Jahr der Millionen
2007 werden in Kassel zahlreiche Großprojekte begonnen oder fortgesetzt
Von Peter Ketteritzsch und Andreas Berger
Kassel. Heute in einem Jahr wird die Hafenbrücke wohl nur noch halb so breit sein wie jetzt. Die Hälfte des maroden Übergangs über die Fulda haben die Bagger längst abgerissen. Ein halbes Jahr zurück: Im Sommer 2007 beginnt für die stark frequentierte Brücke der Anfang vom Ende.
Sie muss neu gebaut werden, weil sie die Last der tausenden Autos, die täglich über sie hinwegfahren, nicht mehr trägt. Damit ist die Hafenbrücke eines von zahlreichen Großprojekten, die im Jahr 2007 auf die Stadt Kassel zukommen, sie mit Millionenkosten belasten.
Kosten allein für die Hafenbrücke: 13,5 Millionen Euro.
Wir stellen die weiteren Projekte vor.
Die Multifunktionshalle: Wenn bei Genehmigung und Planung alles rund läuft, kann der Bau der Arena in den Giesewiesen noch im Sommer 2007 beginnen. Viel später darf der Grundstein nicht gelegt werden. Schließlich wollen die Kassel Huskies und die Erstliga-Handballer der MT Melsungen bereits im Jahr darauf in der Multifunktionshalle spielen.
Kosten: 30 Millionen Euro.
Das Klinikum: Bereits im Januar beginnt auf dem Möncheberg der Umzug der Kinderklinik. Die Stationen für die jüngsten Patienten ziehen in einen Behelfsbau. Für die Versorgung der Frühgeborenen entsteht ein neuer Pavillon. Im dritten Quartal soll die Kinderklinik abgerissen werden. An ihrer Stelle wird bis zum Jahr 2011 eine kombinierte Frauen- und Kinderklinik errichtet - es ist der erste Schritt zur Zentralisierung des Klinikums.
Kosten insgesamt: 152 Millionen Euro.
Die Gärtnerplatzbrücke: Eigentlich sollte die Verbindung zwischen Auedamm und Buga-Gelände bereits in diesem Sommer fertig sein. Doch beim neuen, ultrahochfesten Beton der Uni Kassel, der die vergammelte Holzkonstruktion ersetzen soll, hakte es. Neuer Fertigstellungstermin: Sommer 2007. Kosten: 1,9 Millionen Euro.
Der Herkules: Der Kopf des Helden ist ab und wird wie der Rest der Figur und des steinernen Unterbaus saniert. Im kommenden Jahr wird man den Arbeitern bei ihrem Job in luftiger Höhe zuschauen können. Und zwar von einer eigens dafür errichteten Besucherplattform. Figur und Oktogon sollen 2011 fertig saniert sein.
Kosten: 21 Millionen Euro.
Das Auestadion: Ob es in der aufgemöbelten Freiluftarena hell wird, entscheiden die Spieler des KSV. Wenn sie im kommenden Jahr den Klassenerhalt in der Regionalliga schaffen, kommt das lang ersehnte Flutlicht. Neue Laufbahnen kommen sowieso.
Kosten: 5,2 Millionen Euro.
Das Finanzzentrum: Dieser Tage wird das alte Polizeiverwaltungsgebäude am Altmarkt abgerissen. An seiner Stelle entsteht ab 2007 das Finanzzentrum, in dem die Finanzämter Goethe- und Spohrstraße vereinigt werden.
Kosten: 30 Millionen Euro.
Der Kulturbahnhof: Ab nächstem Sommer sollen die Regiotrams aus dem Kasseler Umland direkt in die City rollen. Möglich machen wird dies die Untertunnelung des Kulturbahnhofs. Die Arbeiten dafür sollen im Frühsommer beendet sein. Der triste Vorplatz soll ein neues, freundlicheres Gesicht erhalten.
Kosten: 28 Millionen Euro.
Die städtischen Bäder: Was mit den sechs maroden Hallen- und Freibädern geschehen soll, steht in einem Gutachten, das Mitte Januar veröffentlicht wird. Würden alle Bäder saniert, betrügen die Kosten: 18,1 Millionen Euro.
29.12.2006