Hallo Löwen!
Solche Dinger seid Ihr von mir gar nicht mehr gewohnt. Trotzdem will ich hier mal einen etwas längeren Bericht von unserer Fahrt nach Homburg schreiben.
Nachdem am Freitag Abend noch die JHV des Fanvereins bei "Eppo" stattfand, ging es am Samstag in aller Frühe wieder nach Kassel. Um 5 Uhr sollte die Fahrt zum Fanturnier unsere langjährigen Freunde vom FC Homburg starten, doch dauerte es bis 20 nach 5 bis sich alle Mitfahrer am Auestadion eingefunden hatten und es endlich los ging. Leider wollten nur 22 Leutchen mitfahren, was ich ein wenig traurig finde. Unterstützen uns doch die Homburger sehr oft bei Auswärtsspielen in Südhessen und im nördlichen Baden-Württemberg und kommen auch mehrmals pro Saison nach Kassel. Freundschaft ist nämlich keine einseitige Angelegenheit!
Es war "Saukalt" und ich hatte ein wenig die Befürchtung, wir könnten auf dem langen Weg von Unfällen oder spiegelglatten Straßen aufgehalten werden. Doch waren alle Straßen bestens geräumt und so ging es züging in Richtung Süden. Zwischen Ludwigshafen und Kaiserslautern legten wir für eine halbe Stunde eine Frühstückspause ein bevor es endgültig nach Homburg ging. Dort erwartete uns gleich am Ortseingang ein Fan, der uns direkt zur Stadthalle - dem Austragungsort des Turniers - lotste. Dort kamen wir um genau 10:19 an. - 5 Stunden nach unserem Start in Kassel. Ich mußte grinsen als ich feststellte, daß wir - trotz der weitesten Anfahrt - die ersten waren.
Wir wurden auch gleich von den Homburger Fans freudig begrüßt, die als Organisatoren allerdings noch alle Hände voll zu tun hatten. Also suchten wir uns schon mal ein Plätzchen in der Halle, hängten die Zauhnfahne der Wolfhagener auf, tranken ein Bier, aßen etwas oder unterhielten uns. Derweil machte sich unsere Mannschaft, die leider nur aus 6 Spielern befand, schon mal mit der Halle vertraut. Langsam trudelten auch die Spieler und Fans der anderen Mannschaften auf: Aus Homburg, Saarbrücken und anderen Orten im Saarland und aus Pirmasens, sowie Fans vom FC St. Pauli, dem FC Liverpool und der Nationalmannschaft, die aber alle auch aus der Gegend kommen.
Anfangs beäugte man sich noch gegnseitig mißtrauisch. Schließlich weiß man ja um das Verhältnis zwischen Homburgern und Saarbrückern, und daß die Saarbrücker seit unserem 3:8 und ihrem Abstieg auch nicht gut auf uns zu sprechen sind. Zu zeigen, daß man trotz diverser Spannungen freundschaftlich miteinander umgehen kann, das sollte ja der Sinn dieses Turniers sein. Doch da man sich ja in der Halle, draußen beim Qualmen, auf dem stillen Örtchen oder beim Bier holen unter der Tribüne sowieso andauernd über den Weg lief, blieben natürlich auch die einen oder anderen Gespräche nicht aus. Man muß natürlich auch wollen und auf "die anderen" zugehen. Ganz nebenbei hab' ich dabei noch zwei sehr hüsche und nette Mädels aus Homburg kennen gelernt.
An dem Turnier nahmen 12 Mannschaften teil, die in der ersten Runde in jeweils 3 Vierergruppen jeder gegen jeden spielen mußten. Unsere Jungens spielten in Gruppe C zunächst gegen den "FCH-Fanclub Grün Weißer Bliesgau". Nach zwei maligem Rückstand gelang uns jedes mal der Ausgleichstreffer. Allerdings wurde das Spiel von einem etwas überheblich wirkenden Schiedsrichter geleitet, der einen unserer Spieler gegen Ende der Partie für 2 Minuten vom Platz stellte.
Im zweiten Spiel ging es gegen die Ultras des FK Pirmasens. Schon nach kurzer Zeit stand es 0:1 und so bleib es auch leider bis zum Schluß, obwohl wir mehr vom Spiel und jede Menge Chancen zum Ausgleich oder gar zum Sieg hatten. Danach standen wir auf Platz 4, doch mit einem Sieg im letzten Spiel gegen die "FCS-Fans Sotzweiler" und einem Sieg von GW Bliesgau gegen Pirmasens konnten wir noch ins Viertelfinale einziehen.
Natürlich fanden zwichen unseren Spielen immer ein paar andere statt. So auch ein Spiel zwischen einem Homburger und einem Saarbrücker Fanclub (beide Namen bekannt!

) wo es auf dem Platz ordentlich zur Sache ging. Angestachelt auch durch die Schmährufe und Gesänge der Fans auf der Tribüne. Gott sei Dank war das Spiel nach 10 Minuten zu Ende, denn ich hatte das Gefühl, es könnte Schlimmeres passieren wenn es noch ein paar Minuten länger gegangen wäre.
Im Vorletzten Spiel der Vorrunde ging es dann für uns gegen die Saarbrücker Fans aus Sotzweiler um alles oder nichts. Unsere Jungens waren auch überlegen und erzielten das von uns und den Homburger Fans vielumjubelte 1:0. Was ich nicht so toll fand war, daß wir die Saarbrücker als "Arschlöcher" bezeichneten und sie an das für sie schmerzliche 3:8 unserer Löwen gegen 1860 erinnerten. Schließlich sollte es bei dem Turnier ja um Freundschaft und Miteinander gehen. Da kann man - meiner Meinung nach - auf so was auch mal verzichten. 2 Minuten vor Schluß wurde wieder einer unserer Spieler wegen Foulspiels für 2 Minuten vom Platz gestellt. Vom gleichen Schiedsrichter, der uns auch schon im ersten Spiel dezimiert hatte. - Ein Witz wenn man gesehen hat wie hart es in einigen Spielen vorher zu ging. - Deswegen wurde der Platzverweis wohl auch nicht so ganz Kommentarlos hingenommen. Weder von unserem Spieler, noch von uns Kasseler Fans, und noch weniger von den Homburger Fans, die direkt am Spielfeldrand saßen. Das Spiel ging weiter und unser "Titan", der in diesem Spiel das Tor hütete, hatte alle Hände (und Füße) voll zu tun den knappen Vorsprung fest zu halten. Dann waren noch 7 Sekunden zu spielen als der Schiedsrichter plötzlich die rote Karte zückte und sie unserem Zeit-gesperrten Spieler vor die Nase hielt. Der sage auch etwas dazu, baute sich direkt vor dem Schiedsrichter auf und schubste ihn leicht zurück. Daraufhin brach der Schiedsrichter das Spiel ab und er (Und das verstehe ich immer noch nicht) disqualifizierte daraufhin unsere gesamte Mannschaft.
Das für uns eigentlich so wichtige Spiel zwischen Bliesgau und Pirmasens endete übrigens 4:1, wodurch wir weiter gekommen wären, doch waren wir ja disqualifiziert. Daraufhin beschlossen wir dann alle zusammen die Halle zu verlassen und schon mal zu der Kneipe zu gehen wo wir uns nach dem Turnier sowieso mit den Homburgern zum Feiern treffen wollten. Ich fand's sehr schade uns auf diese Weise aus dem Turnier und von den Fans der anderen manncshaften zu verbaschieden, aber im Nachhinein muß ich Pontius Recht geben: Wenn wir dort geblieben wären, hätten sich einige - und damit meine ich nicht nur Kasseler! - vielleicht doch noch dazu hinreißen lassen Handgreiflich zu werden.
Schön war's hingegen, daß auch zwei der Sotzweiler Spieler vor der Tür meinten, unsere Jungens hätten das Spiel verdient gewonnen und sich nicht erklären konnten warum unsere gesamte Mannschaft disqualifiziert worden war.
Wie auch immer, wir machten uns auf den langen Weg durch die gesamte Homburger Innenstadt zu der Kneipe. Dort lief auf gleich drei Bildschirmen Bundesliga und ich glaube ich habe dort so viel vom "Spitzenprodukt des DFB" gesehen wie in den letzten 5 Jahren vorher zusammen... Die Leute dort waren sehr nett und zwischen halb acht und acht kamen auch langsam unsere Freunde vom FC Homburg dazu bis die Kneipe brechend voll war. - Zu meiner großen Freunde auch die beiden netten Mädels, die ich schon in der Sporthalle kennen gelernt hatte und die dort arbeiten.

Jeder mußte dann 10 Euro bezahlen und konnte trinken was er wollte - oder halt bis das gesamte Geld versoffen war. Danach wurde nochmal neu gesammelt...

Die Stimmung war einfach super und es wurden kleine Geschenke, Freunschaftegesten und liebe Worte ohne Ende ausgetauscht.
Wie es leider immer so ist: Wenn es am Schönsten ist muß man Abschied nehmen. Ein Abschied, der sich über gut eine dreiviertel Stunde hinzog. Unser Bus kam aber nicht, bis sich herausstellte, daß er am Bahnhof auf uns wartete. Kein Problem, denn der war leicht zu finden und nicht weit weg. Gegen 23:30 machten wir uns wieder auf die Rückfahrt nach Kassel. Am Anfang viel langsamer als auf der Hinfahrt, denn nun war es tatsächlich sehr glatt auf den Straßen im Saarland und in der Pfalz. Nach einigen Zwischenstops kamen wir um genau 4 Uhr am Rasthof Kassel an, von wo aus ich noch eine halbe Stunde zu meinem Bruder nach Lohfelden lief. Müde, aber auch glücklich, pennte ich dann bis zum Mittag.
Trotz der kleinen "Panne" beim Turnier war es ein wunderschöner Tag, und ich kann nur all diejenigen bedauern, die nicht dabei waren! Diese Freundlichkeit - und am Ende auch Herzlichkeit - wie ich sie in Homburg erlebt habe, findet man nur unter wahren Freunden!
In diesem Sinne: Herzlichen Dank nach Homburg und alle Gute für Euch! Wir sehen uns bestimmt wieder!!
RWG
Günter