@Kaa Ess Fau:
Wenn's nicht zu viele Umstände macht, hätte ich auch gern so eine CD. Natürlich werde ich sie Dir auch bezahlen und vielleicht werde ich als "Kirschenpflücker" mich eines schönen Tages mal auf ähnliche Art und Weise revanchieren können - mal sehen...
PS: Inzwischen hast Du geschrieben daß Du kein Geld annehmen willst. Das ehrt Dich! Also bringe ich Dir nächste Woche ein paar Rohlinge mit.
@All:
Um zum eigentlichen Thema dieses Threads zurück zu kommen: Ich war zwar auch mit beim Aufstiegsspiel bei 1860, aber damals war ich noch nicht so "verrückt" wie heute und bin (ganz seriös) per Auto zusammen mit dem Mann einer meiner Cousinen nach München gefahren. Der Typ ist zwar ein Anhänger von Kickers Offenbach und hat mich 13 Jahre vorher dazu gebracht mir mein aller erstes KSV-Spiel live an zu sehen, aber der ist auch einer, der einem vor so einem wichtigen Spiel stundenlang über die Geburtstagsfeier seiner Schwiegermutter (meiner Tante) die Ohren voll sülzt, und hinterher ist das wichtigste Thema der gefährliche Schulweg seiner Kinder. Während das Spiel läuft, dreht sich natürlich alles um seinen Bandscheibenschaden voriges Jahr...

Das fällt mir immer als erstes ein, wenn ich an dieses Spiel denke. Das Rückspiel haben wir zu Hause dann leider 0:2 verloren und obwohl wir in der Aufstiegsrunde am Ende den zweiten Platz belegten, sind wir - wegen der Wiedervereinigung - nicht aufgestiegen.
Zwei Jahre vorher (im Juni 1989) sah die Welt noch ganz anders aus: Nach einer nicht so berauschenden Vorrunde in der Oberliga, gab's in den letzten 16 Spielen der Saison 15 Siege und zwischendurch nur ein Unentschieden (2:2 gegen Baunatal!). Am Ende wurden wir mit zwei Punkten Vorsprung Meister vor der SpVgg Bad Homburg. Mit dem gleichen Schwung ging's in der Aufstiegsrunde weiter und nachdem wir dort in den ersten vier Spielen ebenfalls nicht verloren hatten, konnte mit einem Sieg zu Hause gegen die SpVgg Unterhaching der Aufstieg klar gemacht werden. Ich glaube das hat damals 17.000 Zuschauer ins Auestadion gelockt und das Spiel war spannender als es das 6:2 Endergebnis vermuten läßt.
Zur Halbzeit stand's zwar schon 3:0, aber nach ca. 60 Minuten "nur" noch 4:2 und Unterhaching war am Drücker. Doch je mehr Zeit verging, desto sicherer wurde es, daß wir das Spiel nicht mehr verlieren würden und damit aufgestiegen waren. Das wußten natürlich auch die Zuschauer und die letzte Viertelstunde war ein Geräusch im Stadion wie ich es noch nie gehört habe - weswegen ich mich manchmal auch frage, ob das wirklich so war: Es lag so eine Art Orgeln in der Luft, wie wenn man sich den Geräuschorkan von Unterwasser anhört. Wie ein tiefes, nicht enden wollendes "Ohhhhhhhhhhhhhh"!
In den letzten Minuten haben wir dann noch zwei Tore geschossen und nach dem Schlußpfiff brachen alle Dämme und der Platz wurde gestürmt. Sogar von mir, und das will was heißen... :wink:
Das letzte Spiel der Aufstiegsrunde haben wir zwar mit 0:2 in Reutlingen verloren, aber das war ja sowieso egal.
In der zweiten Liga haben wir später unser Heimspiel gegen Unterhaching zwar nur mit 3:2 gewonnen, aber da waren wir so überlegen, daß auch ein 6:2 verdient gewesen wäre. Das Rückspiel war unser vorletztes in der zweiten Liga und nach ein paar Minuten stand's schon 0:1 nach einem Fehler von Thomas Kneuer. Unterhaching war damit trotzdem schon abgestiegen und wir hatten noch ein paar Tage länger die Hoffnung auf den Klassenerhalt. Wir haben dann zwar mit 2:0 gegen den Erstliga Aufsteiger Hertha BSE gewonnen, aber die frohe Kunde von Punktverlusten unserer Mitabstiegskandidaten blieb leider aus.
In der Saison 89/90 waren wir zwar die schlechteste Mannschaft der Vorrunde, aber auch die sechstbeste der Rückrunde! Und alles zusammen? Waren wir der damals beste Absteiger aller Zeiten! Die Betonung lag aber leider auf dem Wort "Absteiger"...
In der folgenden Oberligasaison wurden wir zwar wieder Meister (und sind im DFB-Pokal erst im Viertelfinale an Werner Bremen gescheitert), aber wie schon oben gesagt, endeten unsere Aufstiegsträume mit dem 0:2 zu Hause gegen 1860 München.
RWG
Günter