Land gibt Huskies nun Sicherheit
Kasseler Puckjäger erhalten Bürgschaft über 2,1 Millionen Euro - DEL-Lizenz nun nahe
Kassel / Wiesbaden. "Wir wollen der herausragenden Bedeutung der Huskies für die Region gerecht werden und dem Kasseler Eishockey helfen, sich fit zu machen für die nächsten großen Herausforderungen in der DEL und der geplanten Multifunktionshalle." Mit einer deutlichen Aussage pro Nordhessen bestätigte Dr. Walter Arnold (Fulda) am Dienstag die Gewährung einer Landesbürgschaft für die EC Kassel Huskies Sportmanagement GmbH durch die Landesregierung.
Der Staatssekretär im hessischen Finanzministerium begründete das Eintreten des Landes zur Absicherung eines Umstrukturierungsdarlehens zudem mit dem Erhalt von Arbeitsplätzen und der engagierten Jugendarbeit der Huskies als maßgeblicher Förderer der Eishockey-Jugend Kassel (EJK) und des Vereins KU.S.S. (Kunst, Sport und Soziales), der Menschen ohne Ausbildung und Arbeit helfen will beim Einstieg in ein geregeltes Arbeitsleben.
Bereits im vergangenen Jahr hatten die Huskies vom Land eine auf sechs Monate befristete so genannte Rettungsbürgschaft über 900.000 Euro erhalten, diese aber offenbar nicht in Anspruch genommen. Nun bürgt das Land nach HNA-Informationen für ein Darlehen zur Umstrukturierung - wie früher schon einmal bei Eintracht Frankfurt und EC Bad Nauheim - und zur Sanierung im Wert von offenbar 2,1 Millionen Euro, das den Huskies nach Vorlage eines umfangreichen Finanzierungsplans (Zuschauerzahlen, Spielereinkünfte, Einnahmen aus Sponsoring) von zwei nordhessischen Kreditinstituten gewährt wird. Die Bürgschaft ist zeitlich nicht befristet, aber angepasst an die Laufzeit des Darlehens.
"Kein Geldgeschenk"
Auffällig ist nun der Begriff "Sanierung". Nach HNA-Recherchen ist seine Verwendung in der Tatsache begründet, dass die Huskies trotz des Gewinns der Zweitliga-Meisterschaft nicht die kalkulierten Einnahmen erzielt haben. Dieses Loch rührt aus Mindereinnahmen im Sponsoring, zum wesentlichen Teil aber aus dem Wegfall eines hohen sechsstelligen Betrages, den der Düsseldorfer Investor HBM garantiert hatte für den Fall eines Hallenneubaus auf den Giesewiesen. Dieses Projekt war ja dann geplatzt.
Huskies-Inhaber Rainer Lippe bestätigte all diese Zahlen nicht - und hatte zudem gestern Abend noch keinen offiziellen Bescheid aus Wiesbaden. "Aber wenn es denn so kommt", so frohlockte der Geschäftsführer, "dann haben wir die erhoffte Planungssicherheit." Natürlich sei die Bürgschaft des Landes "kein Geldgeschenk, doch sie gibt uns eine gute Perspektive für etwa acht Jahre".
Lippe würdigte das besondere Engagement von Oberbürgermeister Bertram Hilgen und versprach, "dem Vertrauen der Landesregierung durch weiterhin sparsames Wirtschaften zu danken". Dazu gehöre, dass der bisherige Etat auch in der DEL zunächst nicht angehoben werde.
Klarheit bis Ende Juni
Mit der Absicherung von Lippes kaufmännischem Plan durch die Landesregierung ist nun ein weiterer großer Schritt zur Aufnahme in die Deutsche Eishockey-Liga getan. Nachdem zuvor bereits die Zahlung der 800 000 Euro Lizenzgebühr gesichert war - laut Lippe durch ihn selbst und einen "Freund des Hauses", offenbar einen Baunataler Geschäftsmann - dürfte damit der Lizenzerteilung durch die DEL-Leitung bis zum Ende Juni rein wirtschaftlich nichts mehr im Wege stehen.
Quelle HNA Online
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