Quelle HNA Online
Wandern Sitze ins Depot?
1900 Tribünenstühle laut Stadt auch bei Neubau im Auestadion wieder einsetzbar
Wandern Sitze ins Depot?
Von Ellen Schwaab
Kassel. Erst 2002 wurden für viel Geld neue Sitzplätze im Auestadion eingebaut. Wenn die Haupttribüne nun abgerissen werden muss, was zu befürchten ist, haben sie wohl ausgedient. Geldverschwendung, sagen Kritiker. Die Stadt sieht das anders. Nach ihrer Darstellung gab es keinen Anlass, die Tribüne vor dem Einbau der neuen Stühle auf ihre Standfestigkeit hin zu überprüfen.
Die Betonstützen seien laufend kontrolliert worden. Nach Meinung der Gutachter hätte sich ihr Zustand mit der Betonsanierung und Ummantelung sogar verbessern sollen, sagt Hans-Joachim Neukäter, im Rathaus für das Auestadion zuständig. "Dem ist leider nicht so." Das habe man aber nicht gewusst.
"Wir haben auf Empfehlung der Gutachter gehandelt", so Neukäter. Er weist die Kritik aus den Reihen der FDP zurück, wonach das Geld aus dem Fenster geworfen wurde, weil die marode Tribüne nun möglicherweise abgerissen werden muss. "Das ist für mich Geschwätz", sagt Neukäter. Solange die neuen Gutachten nicht vorlägen, sei es müßig, über mögliche Folgen nachzudenken. "Ich warte auf Ergebnisse." Sie sollen in der nächsten Woche vorliegen. "Danach können wir die richtigen Entscheidungen treffen." Dass der Abriss der Haupttribüne bereits beschlossen ist, sei Spekulation.
Selbst wenn die Tribüne nicht mehr zu retten wäre, könnten die 1900 Stühle laut Neukäter trotz des anderen Neigungsverhältnisses bei einem Neubau oder als Ersatzstühle wiederverwendet werden. Schließlich habe man ständig Vandalismus- und andere Schäden zu beklagen. Angesichts der Gesamtkosten sind die Ausgaben für die Sitzschalen in seinen Augen auch "vernachlässigbar". Es geht um einen Betrag von über 100 000 Euro. Zu den genauen Kosten konnte Neukäter gestern Abend allerdings keine Angaben mehr machen.
Dass das Auestadion 1953 auf Trümmerschutt erbaut wurde, besagt seiner Ansicht nach erst mal gar nichts. "Das hat doch gehalten, und das hält immer noch", sagt Neukäter. Daraus lasse sich nichts ableiten. Die FDP hatte angemerkt, wegen des unzulänglichen Baumaterials in der Nachkriegszeit hätte man die Betonstützen vor dem Einbau der neuen Sitzplätze unbedingt untersuchen müssen.
Der Beton der maroden Tribüne ist noch schlechter als angenommen. Ob sich die Sanierung überhaupt noch lohnt, sollen weitere Gutachten klären. Die Bauarbeiten im Auestadion wurden vorläufig gestoppt.
Welche Folgen die Probleme mit der Haupttribüne für das Askina-Sportfest in diesem Sommer und die deutschen Leichtathletik-Meisterschaften 2010 haben, auch dazu wollte sich Neukäter nicht äußern. "Ich warte erst mal die Gutachten ab. Danach wissen wir um die Probleme. Und die werden wir lösen." KOMMENTAR
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Na na na. Unsere Zuschauer auf der HT machen doch keine Randale.
